Mi., 15.05.2019

Nach Ärger in Lütmarsen: Areal in Ovenhausen könnte für Jugendliche gekauft werden Junge Biker sollen Parcours bekommen

Die »Youngbiker« hoffen zusammen mit Eltern und Unterstützern darauf, endlich ein neues Areal gefunden zu haben.

Die »Youngbiker« hoffen zusammen mit Eltern und Unterstützern darauf, endlich ein neues Areal gefunden zu haben. Foto: privat

Höxter (WB). Seit Wochen sind Jugendliche im Raum Höxter auf der Suche nach einem geeigneten Gelände für einen Mountainbike-Parcours – denn in Lütmarsen gab es Ärger mit der Nachbarschaft. Jetzt scheinen sie in Ovenhausen fündig geworden zu sein – nicht zuletzt dank des Engagements einiger Unterstützer.

Sie sind zwischen 13 und 15 Jahre alt, kommen aus Lütmarsen, Höxter, Amelunxen und Ovenhausen – und sie haben ein gemeinsames Hobby sowie ein Ziel. Sie fahren gerne Bike im offenen Gelände auf von ihnen selbst modellierten Pisten. Und sie sind auf der Suche nach einem geeigneten Gelände. Dazu sind sie sich sicher, weitere radsportbegeisterte Jugendliche für ihre Idee gewinnen zu können, wenn sie dann endlich ein geeignetes Stück Land gefunden haben, auf dem sie ihren Sport ausüben können.

In Lütmarsen waren sie eigentlich bereits fündig geworden und es wurde schon kräftig gefahren. Doch es gab Widerstand aus der Nachbarschaft und eine öffentliche Debatte – in der Folge mussten sie ihren Parcours wieder aufgeben. Seither wird gesucht. »Nun haben wir ein Grundstück gefunden«, sagt Andreas Massmann, Vorsitzender des Heimat- und Schützenvereins Ovenhausen sowie Unterstützer der Idee. Massmann ist Vater eines der bikebegeisterten Jugendlichen. Kontakt habe er bereits mit den Eigentümern aufgenommen, Verkaufsbereitschaft sei signalisiert worden. Da das Stückchen Ackerland direkt neben dem Sportplatz liegt und in das Gesamtgelände integriert werden kann, sind auch Stefan Risse und Daniel Razat vom TuS Ovenhausen eingebunden. »Eine tolle Idee, hier an unserem Stadion einen solchen Radparcours zu schaffen – eine absolute Attraktion für die Jugendlichen«, sagen die beiden.

Günther Ludwig, Vorsitzender des Ortschaftsrates Ovenhausen, möchte die Idee ebenfalls unterstützen: »Wir werden in unserer nächsten Sitzung einen Antrag an die Stadt Höxter auf Erwerb des Grundstückes auf den Weg zu bringen. Dabei bin ich zuversichtlich, dass angesichts der geringen Summe ein kurzfristiger Kauf klappen könnte«, meint Ludwig: »Letztendlich wäre es der erste Parcours dieser Art in unserer Stadt – und da sollte man uns unterstützen.« Bernd Husemann, ebenfalls Vater eines der »Youngbikers«, sagte bei einem Treffen vor Ort: »Hier zeigt sich einmal mehr, was eine intakte Gemeinschaft wie in Ovenhausen leisten kann.«

Kommentar von Dennis Pape

Lange hat es Streit gegeben um den Parcours in Lütmarsen – jetzt gibt es augenscheinlich im benachbarten Ovenhausen eine Lösung. Die Dorfjugend musste sich einen neuen Platz suchen – weil ein Nachbar die Kinder und Jugendlichen angesichts des aus ihrer Sicht unzumutbaren Lärms nicht mehr auf einem Feld in unmittelbarer Nähe ihres Hauses fahren sehen (und hören) wollten. Aus der Ortschaft an sich gab es dagegen viel Unterstützung für die Kids – schade, dass man sich am Ende nicht einigen konnte. Um so schöner ist es jedoch, dass nun ortschaftsübergreifend nach einer Lösung gesucht wird und diese eventuell sogar bereits gefunden wurde. Dass die Lösung in Ovenhausen liegt, hat sicherlich nicht nur damit zu tun, dass dort nunmal zufällig eine Fläche frei ist. Vielmehr beweist die Dorfgemeinschaft dort wieder – und das deutlich häufiger als alle zehn Jahre zum Karnevalsumzug –, dass sie in der Lage ist, gemeinsam Lösungen zu finden. Dies geschieht häufig auch zum Wohle der Lebensqualität auf dem Land. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – das zeigt dieses Engagement einmal mehr. Und dieser Leitspruch sollte vielleicht noch ein ums andere Mal häufiger im Kreis Höxter beherzigt werden. Keine Stadt, kein Kreis kann es sich angesichts des demografischen Wandels und der Landflucht heute noch erlauben, Kindern und Jugendlichen ihren Spielraum (und damit ein Stück weit den Lebensraum) zu entziehen. Dorf ist dort, wo die Kids den Tag an der frischen Luft verbringen können und abends mit der kaputten Jeans nach Hause kommen. Dorf ist, wo sich die Jugend treffen und (selbstverständlich mit Regeln) ihren Lieblingsbeschäftigungen nachgehen kann. Dorf kann das und Dorf sollte dazu auch in Zukunft Möglichkeiten bieten. Denn: Was wären und vor allem was werden unsere Ortschaften ohne ihre Gestalter von morgen?

 

Kommentare

Klarstellung

Ich möchte hier klarstellen, dass es hier nicht um „die Nachbarn“ und nicht um „Ärger und Streit in Lütmarsen“ geht.
Schade, dass hier stark verallgemeinert wurde, was der Sache, den Menschen und dem Dorf Lütmarsen nicht gerecht wird.
Ich/wir möchten das klar auf uns bezogen wissen. Es geht hier um einen egoistischen Nachbarn.
Es wäre schön, wenn das Westfalen-Blatt diesen Sachverhalt korrigieren könnte.
Vielen Dank!

Top Kommentar

Dem Kommentar von Dennis Pape gibt es nichts hinzuzufügen! Absolut richtig und wichtig diese klaren Worte einmal zur Sprache zu bringen! Ich hoffe dass die angesprochenen Anwohner nun mal über ihren Egoismus nachdenken.

2 Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6615247?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F