Sa., 25.05.2019

Glashüttenschornstein in Boffzen: ein Küken tot, ein Ei nicht zuende ausgebrütet – Beringungsaktion abgesagt Naturfreunde traurig: kein Storchennachwuchs

Walter Waske und Bernd Jürgen Schulz (rechts) mit dem nicht ausgebrüteten Storchenei am Boffzener Georgshüttenschornstein.

Walter Waske und Bernd Jürgen Schulz (rechts) mit dem nicht ausgebrüteten Storchenei am Boffzener Georgshüttenschornstein. Foto: Michael Robrecht

Höxter/Boffzen (WB/rob). In diesem Jahr gibt es keinen Storchennachwuchs auf dem Fabrikschornstein der alten Georgs-Glashütte in Boffzen. Ein Ei wurde nicht ausgebrütet, ein Storchenjunges haben die Eltern aus dem Nest geworfen. Die Boffzener Naturfreunde sind traurig.

Eigentlich waren die Boffzener am Freitagnachmittag zusammengekommen, um die im Nest vermuteten Küken zu beringen. Doch dann offenbarte sich das »Familiendrama«: Das Nest war bis auf ein Ei leer. »Schade, aber so ist die Natur manchmal«, sagte Walter Waske. Bernd-Jürgen Schulz (Storchberinger für den Landkreis Holzminden) hätte lieber seine Ringe verteilt. Es sei in den vergangenen beiden Tagen schon sehr merkwürdig gewesen, dass beide Storcheneltern (Georg und Gattin) ewig lange nicht am Horst hoch über Boffzen gesichtet wurden. Das sei meist ein Hinweis, dass irgendetwas mit dem Nest und dem Nachwuchs nicht stimme. Schulz sagte, dass es einen zweiten Brutversuch wohl nicht geben werde. Dann geschehe nur, wenn die Eier taub seien und kein Jungtier habe schlüpfen können. Die Störche bleiben aber wohl in Boffzen und nutzen den Horst als Nachtquartier bevor sie im August gen Süden ziehen.

Am Freitag fuhr Martin Sternberg seine historische Feuerwehrleiter am Schornstein wieder ein. »Auf ein nächstes Mal 2020«, verabschiedeten sich die Storchenfreunde. Walter Waske berichtete noch, dass Plastik und ein Strohbundband im Nest verbaut worden seien. Das sei nicht gut für so ein Nest und die Küken.

Beringer Schulz berichtete von neun Jungtieren im Nachbarkreis Northeim, die er dieses Jahr schon gekennzeichnet habe. Die Horste in Bevern und in Boffzen an der Weser seien leider nicht belegt gewesen. Jetzt schauen alle nach Ovenhausen und Lütmarsen: Vielleicht kommen hier Küken des Jahrgangs 2019 durch.

In Boffzen hatte es 2017 schon einmal ein Kükendrama gegeben: Ein Jungtier starb. 2018 wurden drei Küken - trotz des Rekordtrockensommers - zu stolzen Störchen aufgezogen.

 

 

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