Joâo, Roberto, Kyle, Sarita: ein Jahr Gastschüler in Höxter und Beverungen – Rotary-Programm
Wenn Fremde echte Freunde werden

Höxter (WB). Neue Freunde aus der ganzen Welt finden, ein Land entdecken, Neues lernen, sich austauschen und den deutschen Alltag erleben – das ist das Ziel eines Schüleraustausches, den zurzeit vier Schüler im Kreis Höxter erleben.

Mittwoch, 05.06.2019, 00:01 Uhr aktualisiert: 05.06.2019, 00:10 Uhr
Männerfreundschaft: Joâo mit Klassenkameraden Marco Lämmchen, David Winkels, Jonas Held, Hagen Speith und Tobias Fricke. Foto: Michael Robrecht
Männerfreundschaft: Joâo mit Klassenkameraden Marco Lämmchen, David Winkels, Jonas Held, Hagen Speith und Tobias Fricke. Foto: Michael Robrecht

Austauschschüler in Höxter und Beverungen

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Joâo Engel (16) aus Brasilien, Roberto Fuentuella Lopez (17) aus Mexiko, Kyle Galloway (17) aus New Seeland und Sarita Aguado Escudero (16) aus Kolumbien erfahren für ein Jahr in Höxter und Beverungen konkret, wie das Leben anderswo aussieht, wie die Menschen denken, welche Ziele und welche Wünsche sie haben und wie sie Familienleben, Freizeit und Lernen organisieren.

Leben in Gastfamilien

Die vier Schüler leben in Gastfamilien und besuchen die Gymnasien in Höxter und Beverungen. Der Rotary-Jugenddienst bietet diese Erfahrung: »Mit unseren Austauschprogrammen ermöglichen wir internationale Begegnungen in anderen Ländern weltweit für ein Jahr. Damit möchten wir einen Beitrag zum Kulturaustausch und zur Völkerverständigung leisten und letztendlich auch zum Frieden zwischen den Ländern. Wir möchten junge Menschen dafür gewinnen, die Grenzen in den Köpfen einzureißen und ihre positiven Erfahrungen zu teilen und weiterzugeben«, sagt Matthias Micus, der Beauftragte für den Jugend-Austausch im Rotary Club Höxter.

Joâo Victor Engel ist aus Brasilien für elf Monate nach Höxter ans KWG gekommen. Er besucht die Klasse 9a. Joâo fühlt sich hier wohl, hat Freunde gefunden und lernt bei Familie Schröder in der Corveyer Allee das tägliche Leben kennen. Als seine Klassenkameradinnen und- kameraden hörten, ein brasilianischer Austauschschüler aus Lages/Santa Catarina werde fast ein Jahr bei ihnen verbringen, dachten besonders die Mädchen an einen dunkelhaarigen und temperamentvollen Südamerikaner. Doch dann stand Joâo in der Tür: hellblonde Haare, schelmisches Lächeln und mitteleuropäische Normalgröße. »Meine Großeltern stammen aus Deutschland und sind vor dem Zweiten Weltkrieg nach Südamerika geflohen«, berichtet er. Obwohl sie kein Deutsch zu Hause sprechen, wollte Joâo nach Alemanha. Der talentierte und aufgeschlossene Junge besuchte Sprachkurse und lernte in Klasse und Gastfamilie schnell Deutsch. Viele Mitschüler reden auch Englisch mit ihm. Nur die Fachwörter im Unterricht seien immer noch schwer, gibt er zu.

Joâo liebt deutsche Bratwurst, mag Höxters Fachwerkhäuser, Basketball, spielt mit Schulfreunden Fußball bei SV Höxter und ist großer Fan vom BVB Dortmund. Sogar ein schwarz-gelbes Trikot hat er. »Leider kommt man nicht an Karten für ein Bundesligaspiel mit dem BVB«, hat er wenig Hoffnung, seinen Lieblingsspieler Marco Reus einmal im Leben live zu sehen. »Zum Trost gibt es ja die Fernsehübertragungen...«

Autobahnen und Bvb

Joâo mag die deutschen Autobahnen mit den flotten Flitzern und beschreibt beim Vergleich der beiden Länder Deutschland und Brasilien vor allem, dass es in Deutschland zwar sauberer sei, die Menschen in Brasilien jedoch viel offener miteinander und mit Fremden umgehen würden. Für Joâo steht fest: Er möchte eine Deutschlandtour machen, und die läuft in diesem Juni – organisiert mit anderen Rotary-Austauschschülern. Der blonde Brasilianer kann einen Schüleraustausch nur empfehlen, und so verwundert es nicht, dass sein Gastvater Dr. Benjamin Schröder und seine Gastmutter Bettina Schröder-Bönnighausen ihren 16-jährigen Sohn Jasper (Schüler des Berufskollegs Brakel) demnächst mit Rotary ein Jahr nach Australien schicken.

Joâos Klassenlehrerin Nadine Ziemann und KWG-Schulleiterin Heike Edeler hören gerne, dass sich der Austauschschüler wohl fühlt in Höxter und beobachten, dass Schülerinnen und Schüler mit einem Jahr Auslandserfahrung oft als gereifte junge Menschen zurück an KWG kommen.

Die Beverunger Gast-Gymnasiasten Kyle, Roberto und Sarita kommen zum Gespräch im KWG mit ihren tollen dunklen »Rotary«-Jacken mit Dutzenden Schleifen und Buttons, die an Treffen und Touren erinnern. Sie sind voll des Lobes für Beverungen mit Radweg, Weser und alten Gassen. Das Trio hat sogar beim Karnevalsumzug mitgefeiert: Das sei »great« gewesen, meint Neuseeländer Kyle begeistert. Per Skype habe man regelmäßig Kontakt mit der Heimat, erzählen die drei. Skifahren habe zum Austauschprogramm gehört, und Kyle war vom Historischen Museum in Bonn begeistert. Auf die Frage, was denn ein junger Mexikaner an deutschen Musikbands kenne, ruft Roberto: »Rammstein!« Und viele Bundesligaspieler kenne er auch.

Apropos Fußball: Über die traumatische WM-Niederlage der Brasilianer mit 7:1 gegen Deutschland bei der WM 2014 will Brasilianer Joâo lieber nicht sprechen: Das werde wohl bei seinen Enkeln noch ein Thema sein. Aber er kennt jetzt Deutschland persönlich und will viel Gutes daheim berichten, wenn er zurück fliegt.

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