Di., 11.06.2019

Oldtimertreffen in Boffzen begeistert 5000 Besucher Rostige Türen statt chromverzierte Leisten

Boffzen (WB/cn). Der Lack der nebeneinander aufgereihten Oldtimer glänzt in der Sonne, als – nicht zum letzten Mal an diesem Tag – startende Motoren beim Oldtimertreffen in Boffzen zu hören sind. Knapp 5000 Besucher schlenderten am Pfingstsonntag über das Veranstaltungsgelände.

Ein besonderer Hingucker beim dritten Oldtimertreffen war die »Ratte« (Baujahr 1986) von Markus Müller. Seit 2012 ist der VW Jetta 2 im Besitz des Oldtimerfans. Durch den Rost und die zahlreichen angebrachten Details fiel der Wagen zwischen den 500 gut gepflegten Oldtimern, US-Cars und Motorrädern schnell auf. »Ratten sind kein Auto, wie jedes Auto. Sie müssen aussehen, als kommen sie vom Schrottplatz. In dieser Szene sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Viele meiner Teile, die ich an dem Wagen angebracht habe, sind tatsächlich vom Schrottplatz, aus dem Sperrmüll oder lagen vorher im Keller meiner Freunde. Dadurch hat jedes Teil seine eigene Geschichte«, erklärte Markus Müller aus Grünenplan.

Der 40-Jährige beschäftigt sich mit Autos seit seinem 18. Geburtstag. Dass seine »Ratte« bis zum vergangenen Monat noch legal auf den Straßen fahren durfte, war nur schwer zu glauben, wenn man sich den Wagen anschaute, der beinah mehr Kunstwerk als Auto ist. Die Rücksitze sind einer alten Gartenbank gewichen, das Lenkrad besteht aus einer Motorradkette und der Kühlergrill ist ein Metallgitter. »Der Kühlergrill ist mein Lieblingsteil am Auto. Das Muster des Gitters habe ich mir ausgedacht und selber geschweißt«, berichtete Markus Müller. Stolz ist der Fernmeldetechniker auch auf die 50 Pokale, die er mit seinem Wagen schon gewonnen hat.

Ein weiterer Blickfang waren die Film-Culture-Cars, die auf einer gesonderten Fläche des 15.000 Quadratmeter großen Veranstaltungsgeländes ausgestellt wurden. Dort zu sehen waren Fahrzeuge, die in bekannten Filmen eine Hauptrolle spielten, wie »KITT« aus »Knight Rider« oder der Van aus der Serie »A-Team«.

Durch die Altersbeschränkung für alle Fahrzeuge bis Baujahr 1990 wurde das einstige »Young- und Oldtimertreffen« zu einem reinen Oldtimertreffen. Die Fahrzeuge mussten mindestens 30 Jahre alt sein – oder aber die Produktionsreihe musste vor 30 Jahren begonnen haben. Das teilten die Classic und US-Car Freunde Boffzen unter der Leitung von Kai Felsberg mit. »Wir können uns jedes Mal über eine gute Resonanz der Veranstaltungsbesucher freuen. Deshalb ist das Oldtimertreffen wirklich schnell gewachsen. Anfangs hatten wir nur eine Pommesbude und einen Getränkestand zur Verpflegung, aber mittlerweile sind elf Gastronomie-Stände vor Ort«, verdeutlichte Felsberg die Entwicklung. Darüber hinaus gab es zwölf Infostände rund ums Auto. Vertreten waren zum Beispiel Sattler, Beulendoktor, Lackierer sowie Karosserie- und Kühlerbauer.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6683454?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F