Fr., 14.06.2019

Neue Serie im WB: »Lieblingsplatz der Stadtführer« Teil 3: Josef Kowalski gerät auf dem Weinberg ins Schwärmen Die schönste Aussicht auf Höxter

»Hier ist mein Lieblingsplatz.« Josef Kowalski auf dem alten Corveyer Weinberg an der Station sieben des ökumenisch-biblischen Weinpfades am Südhang des Räuschenbergs. Die Aussicht über Höxter und Corvey seien nicht zu toppen.

»Hier ist mein Lieblingsplatz.« Josef Kowalski auf dem alten Corveyer Weinberg an der Station sieben des ökumenisch-biblischen Weinpfades am Südhang des Räuschenbergs. Die Aussicht über Höxter und Corvey seien nicht zu toppen. Foto: Jürgen Drüke

Von Jürgen Drüke

Höxter  (WB). »Ist das nicht ein faszinierender Blick auf Höxter und Corvey?« Josef Kowalski seht an diesem diesigen Morgen an der Station sechs des ökumenisch-biblischen Weinpfades auf dem alten Corveyer Weinberg am Südhang des Räuschenbergs. Der Stadtführer genießt die Aussicht auf das Tal und gerät immer wieder ins Schwärmen.

Hier ist Kowalskis-Lieblingsplatz: Die idyllische Kreisstadt und das Weltkulturerbe liegen dem Stadtführer von Höxter und Welterbeführer von Corvey zu Füßen. Die Stationen sechs und etwa 200 Meter weiter am Südhang des Räuschenbergs die Station sieben, die unter einer Eiche Schutz bei schlechtem Wetter bietet, ziehen den Brigadegeneral a.D. fast magisch an. »Mit dem Blick ins Tal spiegeln sich die Entwicklung und die Geschichte von Höxter und Corvey wider. Hier erhalte ich Inspiration und Kraft«, weiß Kowalski. Von der Station sieben ist es nicht mehr weit zur barocken St. Josef-Kapelle, die 1689/90 von Fürstabt Christoph von Bellinghausen errichtet wurde. Auf dem Weinberg sei die Aussicht über Höxter nicht zu toppen. Kowalski sitzt inzwischen auf der Bank an der Station sieben und nimmt, als er den Kopf nach links neigt, große Geschichte ins Visier. Dabei lässt er den Blick für die Schönheit nicht außen vor und beschreibt die Lage markant: »Die majestätischen Türme des kaolingischen Westwerks von Corvey ­ragen weit sichtbar über das Wesertal hinaus. Herrlich.«

In Hummersen aufgewachsen

Der Mann, der in Hummersen unterhalb des Köterbergs aufgewachsen ist und am König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter 1966 sein Abitur gemacht hat, wartet mit einem beeindruckenden Wissen auf. Die Liebe zu seiner Heimat gebe ihm so viel Kraft. Geschichte wird bei seinen Erzählungen lebendig – das wissen die Touristen bei den Führungen in Höxter und Corvey zu schätzen. Kowalski verdient Bestnoten.

»Die ehemalige Reichsabtei am Weserbogen, die 822 gegründet wurde, hat sich im frühen Mittelalter zum geistigen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentrum entwickelt«, stellt der 73-Jährige, der unter anderem in den USA lebte und zuletzt vor seiner Pensionierung im Jahr 2008 der höchste General beim Bundesnachrichtendienst in Berlin war, heraus. Corvey habe als herausragendes Missionszentrum die Christianisierung in ganz Europa mitgestaltet und geprägt.

Brigadegeneral a.D. begeistert

Kowalski blickt nach links und weiß: »Die Geschichte Höxters ist eng mit der des ehemaligen Benediktinerklosters verknüpft.« Der Stadtführer verweist auf die geografische Lage der idyllischen Weserstadt am ehemaligen Hellweg – dem mittelalterlichen Fernhandelsweg. Der Blick wandert vom Weinberg Richtung Innenstadt: »Wir sehen von hier oben die Weser, die St. Kilianikirche, das historische Rathaus und die Altstadt mit den prächtigen Weserrenaissance-Bauten.« Kreativität und Ideen für die Stadtführungen erhalte er auch hier oben auf dem Weinberg. Die Geschichte von Corvey und Höxter sei beeindruckend. Josef Kowalski hat mit seiner Ehefrau vor elf Jahren unterhalb des Weinbergs ein Haus im Hexenstieg gebaut. »Es war das erste Haus in der Straße. Wir haben inzwischen tolle Nachbarn. In Höxter leben gesellige und offene Menschen«, sagt der Stadtführer. Die Spaziergänge am Weinberg genießen die Kowalskis. Regelmäßig begibt sich der sportliche General zudem joggend den Räuschenberg hinauf. Sieben Kilometer entlang an Corvey und Höxter. »Kann es etwas Schöneres geben?«, fragt Josef Kowalski und genießt die »schönste Aussicht« auf Höxter und Corvey.

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