Do., 11.07.2019

Höxteraner Keilriemenhersteller kämpft mit Auftragsrückgängen im Landmaschinenbereich - auch zeitverträge nicht verlängert Auftragsdelle: Kurzarbeit bei Optibelt

Der Keilriemenhersteller Arntz-Optibelt hat seinen Sitz an der Corveyer Allee in Höxter - hier die Geschäftsleitung Reinhold Mühlbeyer und Konrad Ummen (rechts).

Der Keilriemenhersteller Arntz-Optibelt hat seinen Sitz an der Corveyer Allee in Höxter - hier die Geschäftsleitung Reinhold Mühlbeyer und Konrad Ummen (rechts).

Von Dennis Pape

Höxter (WB). Bis zu 250 der 450 Mitarbeiter in der Produktion des Höxteraner Keilriemenproduzenten Arntz-Optibelt müssen sich auf Kurzarbeit einstellen.

Reinhold Mühlbeyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe, bestätigte das am Mittwoch auf Anfrage. »Wir haben einen Antrag auf Kurzarbeit gestellt und sind optimistisch, dass wir diesen zeitnah genehmigt bekommen.« Die Kurzarbeitsregelung könne für ein halbes Jahr gelten, sagte Mühlbeyer: »Wir planen im August zunächst einmal eine Woche. In den kommenden Monaten wollen wir dann situativ entscheiden – das hängt vom Auftragseingang ab.«

Apropos Aufträge: Ein Rückgang dieser war der Grund dafür, dass zunächst Zeitverträge nicht verlängert wurden – mittlerweile sind laut Betriebsrat mehr als 80 Stellen gestrichen worden. »Die Kurzarbeit ist ein weiterer Schritt, um die Stammbelegschaft zu halten und von betriebsbedingten Kündigungen abzusehen«, erläuterte der Geschäftsführer.

Auch Betriebsratsvorsitzender Thomas Krüger betonte im Gespräch mit dieser Zeitung: »Kurzarbeit ist die bessere Alternative zu Kündigungen.« Er sagte auch, dass weder die Geschäftsführung noch der Betriebsrat derzeit von einer Krise sprechen möchten.

Mühlbeyer bezeichnete die aktuelle Situation als »Delle«. Schwach sei unter anderem derzeit der Bereich Landtechnik – nicht zuletzt wegen der Dürre 2018 sowie des ebenfalls sehr trockenen Sommers in diesem Jahr. Beides sorge für Nachfragerückgänge bei Landmaschinenherstellern, für die Optibelt Riemen liefert. »Das ist jedoch nur ein Faktor. Insgesamt steht die Weltwirtschaft derzeit auf unsicheren Beinen – und das wiederum spürt die gesamte Industrie. Gründe dafür sind unter anderem der Brexit, die angespannte Situation zwischen den USA und China sowie in der Türkei. Es gibt jedoch auch Signale im Markt, die uns positiv stimmen und eine Krise wohl verhindern können. Wir haben außerdem mehrere Projekte in der Planung, die Umsätze generieren werden«, sagt Mühlbeyer.

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