Bilanz nach Einführung Wertstofftonne – Sonderregeln fürs Gewerbe
Kreis plant verstärkte Müllkontrollen

Höxter(WB). Knapp drei Monate nach der Einführung der Wertstofftonne hat der Kreis Höxter eine erste positive Bilanz gezogen. Allerdings finden sich in einigen der gelb-schwarzen Behälter Materialien, die nicht hineingehören. Darum plant die Kreisverwaltung Müllkontrollen.

Freitag, 12.07.2019, 12:06 Uhr aktualisiert: 12.07.2019, 13:08 Uhr
Bei der Firma Diedrich in Beverungen wird der Plastikmüll aus der Stadt Höxter umgeschlagen (von links): Ralf Diedrich sowie Hubertus Abraham und Nikolas Witschorek (Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft Kreis Höxter).Foto: Marius Thöne
Bei der Firma Diedrich in Beverungen wird der Plastikmüll aus der Stadt Höxter umgeschlagen (von links): Ralf Diedrich sowie Hubertus Abraham und Nikolas Witschorek (Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft Kreis Höxter). Foto: Marius Thöne

»Kurz bevor die Müllabfuhr kommt, wird einer unserer Mitarbeiter einen Blick in die Tonnen werfen«, erläutert Hubertus Abraham, beim Kreis Höxter zuständig für die Abfallwirtschaft. Befindet sich Abfall in der Tonne, der nicht hineingehört, bleibe sie stehen. Abraham will die Kontrollen nach und nach in allen 120 Orten des Kreises durchführen lassen. Neben der Wertstofftonne steht dabei auch die grüne Biotonne im Fokus.

Der Abfallexperte weist darauf hin, dass fehlbefüllte Tonnen grundsätzlich nicht geleert werden. »Im Wiederholungsfall kann die Wertstofftonne eingezogen und gegen ein gleichgroßes Restabfallgefäß ausgetauscht werden«, erläutert er die Regelungen.

Grundsätzlich sei die Einführung der Wertstofftonne reibungslos verlaufen. »Die meisten sind offenbar zufrieden«, sagt Abraham. Auch die Sorge, dass die 240-Liter-Tonne für manche Haushalte wohl zu klein ist, habe sich nicht bestätigt. »Die Leute kommen mit dem Behältervolumen zurecht, oder haben sich eine zweite bestellt«. Wie viele zusätzliche Tonnen ausgeliefert wurden, konnte Abraham nicht sagen. Zur »Erstversorgung« der Bürger hatten die Entsorgungsunternehmen im ersten Vierteljahr kreisweit 48.000 der schwarz-gelben Müllbehälter verteilt.

Die würden von den Menschen auch weitgehend korrekt befüllt. Es sei wichtig, dass nur Dinge aus Kunststoff und Metall hineingeworfen werden, die auch wieder verwertet werden können. Die Materialien müssten möglichst sauber sein. Verschmutzte Kunststoffe könnten nicht verwertet werden. »Es ist nicht nötig, einen leeren Joghurtbecher zu spülen, aber ihn mit dem Löffel ordentlich auskratzen ist sinnvoll«, erläutert Abraham. Verpackungen mit abgelaufenen Lebensmitteln gehörten nicht in die Wertstofftonne, sondern in den Restabfall. Alternativ könnten Inhalt und Verpackung auch in den entsprechenden Behältern getrennt entsorgt werden. Wichtig ist Abraham, dass keine Elektrogeräte in der Wertstofftonne entsorgte werden, ebenso keine Akkus oder Batterien. »Die sind fast immer die Ursache für Brände in den Entsorgungsanlagen«, erläutert der Experte. Nach Angaben von Ralf Diedrich, Entsorgungsunternehmer aus Beverungen, seien Menschen vom Dorf akribischer bei der Mülltrennung als Städter. Vor allem in großen Wohnanlagen funktioniere die Mülltrennung nicht immer, ergänzt Abraham.

Bei Diedrich wird der Inhalt der Wertstofftonnen aus dem Höxteraner Stadtgebiet umgeschlagen. Das bedeutet, dass die Müllautos ihre Fracht in einer Halle abladen und ein Lastwagen die Plastik- und Metallfracht nach Porta-Westfalica bringt, wo sie sortiert und fürs Recycling vorbereitet wird. Auch Diedrich bittet die Menschen, Abfälle möglichst sauber in die Tonne zu tun. »Der halb volle Farbeimer macht sonst Flecken hier auf meinem Betriebsgelände«, sagt Diedrich. Er hat beobachtet, dass auch alte Reifen über die Wertstofftonne entsorgt werden, die darin aber eigentlich nichts zu suchen haben. Auch Biomüll finde sich hin und wieder darin. Derzeit lagern in Diederichs Halle etwa 35 Tonnen Müll aus Wertstofftonnen, die Sammelfracht von gut einer Woche.

Kommentare

Gerd Kümmel  schrieb: 15.07.2019 09:20
Müll aus städtischen einrichtungen
Bevor die Stadt Höxter Müllkontrolleure losschickt sollte sie doch erstmal sich selbst kontrollieren.
Ich wohne gegenüber einer Asylunterkunft. Dort gibt es drei Müllgroßbehälter in grau.
Von gelben, blauen und grünen Behältern ist nichts zusehen. Ich habe niemals andere Farbbehälter zu den Abfahrtsterminen gesehen. Die Großbehälter werden auch nicht zu den Terminen der allgemeinen Abfuhr geleert.
1 Kommentare
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