Mi., 17.07.2019

Lothar Struck ist seit 100 Tagen Chef des ABC-Abwehrbataillons Zurück zu den Wurzeln

Lothar Struck ist in Fürstenau aufgewachsen. Es sei immer sein Wunsch gewesen, eines Tages in Höxter Kommandeur zu werden. »Das habe ich immer gesagt und freue mich, dass der Wunsch in Erfüllung gegangen ist.«

Lothar Struck ist in Fürstenau aufgewachsen. Es sei immer sein Wunsch gewesen, eines Tages in Höxter Kommandeur zu werden. »Das habe ich immer gesagt und freue mich, dass der Wunsch in Erfüllung gegangen ist.« Foto: Marius Thöne

Von Marius Thöne

Höxter (WB). 100 Tage ist der neue Kommandeur des ABC-Abwehrbataillons 7 in Höxter jetzt im Amt. »Das Ankommen ist mir leicht gefallen«, sagt Lothar Struck. Das ist auch kein Wunder, denn der 43-Jährige ist in Höxter geboren worden und in Fürstenau aufgewachsen. Die Kreisstadt bezeichnet Struck auch als seine »militärische Heimat«.

Zur Bundeswehr wollte Struck eigentlich nicht. Sein Berufsziel nach der Schule: Bankkaufmann. »Mein Erdkundelehrer hat gesagt: ›80 Prozent eures Jahrgangs verlassen Höxter‹. Ich wollte zu den übrigen 20 gehören und bei einer heimischen Bank meine Ausbildung machen«. Dass es anders kam, daran ist der Grundwehrdienst schuld, den Struck mit 19 Jahren antreten »musste« – und zwar in der General-Weber-Kaserne in seiner Heimatstadt. Währenddessen hat er schnell gemerkt, dass die Bundeswehr deutlich menschlicher ist, als es die gängigen Klischees von Drill und Härte glauben machen wollen.

Abseits von Härte und Drill

»Ich habe gemerkt, dass die Arbeit der Soldaten sinnvoll ist«, sagt er und verweist auf den Eid, den die Rekruten ablegen. Also blieb Lothar Struck zunächst für weitere zwei Jahre als Zeitsoldat. »Danach hätte ich ja auch immer noch Bankkaufmann werden können«.

Doch dann verpflichtete er sich für zwölf Jahre, studierte bei der Bundeswehr Organisationswissenschaften und kehrte als Zugführer und später als Chef der dritten Kompanie sowie als Stabsoffizier immer mal wieder nach Höxter zurück. Zuletzt war Struck vier Jahre für die Nato in den Niederlanden im Einsatz. Gemeinsam mit Amerikanern, Engländern und Belgiern kümmerte er sich von dort aus um »den Schutz eigener Kräfte im Einsatz«.

Familie lebt in der Nähe von Aachen

Sein bisheriger Einsatzort Brunssum liegt unweit der deutschen Grenze bei Aachen. Dort ist Strucks Familie zu Hause. »Meine Frau hat dort einen Arbeitsplatz und mein neunjähriger Sohn geht dort zur Schule«, berichtet er. Die Familie habe entschieden, an einem Ort zu bleiben und sich nicht bei jeder Versetzung entwurzeln zu lassen. Darum ist der Oberstleutnant derzeit auf der Suche nach einen Haus in der Region um Aachen und pendelt an den Wochenenden dorthin.

Drei Jahre wird Struck in Höxter bleiben. Eine seiner Hauptaufgaben wird es sein, das ABC-Abwehrbataillon, das neben Höxter noch einen weiteren Standort in Husum unterhält, für einen Einsatz in der multinationalen schnellen Eingreiftruppe der Nato im Jahr 2023 fit zu machen. Ein Jahr lang werden die Höxteraner Soldaten dann für Einsätze im Ausland in Bereitschaft sein. »Das bedeutet, dass wir neues Material bekommen werden, mit dem die Soldaten vertraut gemacht werden müssen«, erläutert Struck. Die ersten Planungen beginnen im August.

Chef von mehr als 800 Soldaten

Zum ABC-Abwehrbataillon 7 gehören 829 Soldaten, davon sind rund 680 in Höxter stationiert. Etwa 25 davon befinden sich derzeit in Auslandseinsätzen. Der neue Kommandeur will seinen Soldaten »mit Respekt« begegnen. Er misst dem Begriff Kameradschaft viel Bedeutung bei. »Allerdings muss man auch Entscheidungen treffen, die einzelnen weh tun. Allen kann man es nicht recht machen«, sagt Struck.

Freizeitsportler

Wenn er in der Kaserne Dienstschluss hat, treibt Lothar Struck Sport, läuft gerne. Zudem trifft er sich mit alten Bekannten aus Schulzeiten, die in Höxter geblieben sind oder besucht seine Eltern in Brenkhausen. Besonders beeindruckt ihn die gesellschaftliche Stellung, die die Bundeswehr in Höxter genießt. Er blickt auf die zahlreichen Patenschaften, die die Kompanien unterhalten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6783863?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F