Mi., 14.08.2019

Im Café Welcome sind Ehrenamtliche und Flüchtlinge eine Familie Ein Stückchen neue Heimat

Die Mitglieder des neuen Vorstands von Welcome (von links): Gabriele Popp Linder, Caroline Maas (Kassenwartin), Malalai Ansari (Vorsitzende), Karl-Heinz Börger (Schriftführer) und Rita Esau (zweite Vorsitzende).

Die Mitglieder des neuen Vorstands von Welcome (von links): Gabriele Popp Linder, Caroline Maas (Kassenwartin), Malalai Ansari (Vorsitzende), Karl-Heinz Börger (Schriftführer) und Rita Esau (zweite Vorsitzende). Foto: Jürgen Drüke

Von Jürgen Drüke

Höxter  (WB). Willkommen: In der Grubestraße 28 in Höxter öffnet das Café Welcome fast täglich seine Türen für Flüchtlinge. Die Integration steht seit der Gründung des Vereins an erster Stelle. Die Ehrenamtlichen leisten tolle Arbeit. Nun gibt es Veränderungen im Vorstand von Welcome.

»Es ist Arbeit und Einsatz von Menschen für Menschen«, sagt die zweite Vorsitzende Rita Esau. Esau freut sich wie ihre Mitstreiter im Vorstand über die Fortschritte bei den neuen Mitbürgern. »Sie sind so dankbar. Die Menschen benötigen in einer völlig neuen Umgebung und einem neuen Land Hilfe und Unterstützung im Alltag«, umreißt die erste Vorsitzende Malalai Ansari das Aufgabengebiet in Kurzform.

Ansari ist mit ihrer Familie 1996 aus Afghanistan geflüchtet und hat in Bruchhausen eine neue Heimat gefunden, Die Begegnungsstätte und Koordinierungsstelle für Ehrenamtliche und Geflüchtete in der Grubestraße in Höxter wird bestens angenommen. »Neue Bürger aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, dem Libanon, Irak und Guinea sind hier. Hier können die Geflüchteten fragen und erhalten Unterstützung. Hier lernen sie auch die neue Sprache«, berichtet Kassenwartin Caroline Maas.

Fragen im Alltag

Die Ehrenamtlichen von Welcome beraten die neuen Bürger bei Fragen des Alltags. »Arztbesuche, Behördengänge, das regelmäßige Aufsuchen der Agentur für Arbeit, Hilfe bei der Wohnungssuche oder gemeinsame Freizeitaktivitäten – das Einsatzspektrum von Welcome ist breit gefächert. »Wir freuen uns über die großen und kleinen Fortschritte. Geflüchtete Menschen suchen feste Punkte. Die Dankbarkeit und Herzlichkeit der Menschen gibt uns so viel zurück. Die neuen Bürger wollen ganz schnell Fuß fassen«, weiß Kassenwartin Caroline Mass.

Vor der Flüchtlingswelle

Im Frühjahr 2014, noch vor der großen Flüchtlingswelle, wurde der Verein gegründet. Das Café Welcome öffnete 2016 in der Grubestraße. »Das Gebäude ist längst ein Anziehungspunkt, eben ein Ort der Begegnung«, hebt Gabriele Popp Linder, die dem neuen Vorstand angehört, hervor. »250 Flüchtlinge und Ehrenamtliche kommen hier etwa in der Woche her«, spricht Karl-Heinz Börger von einer »prima Resonanz«. Es gebe weiterhin große Vorurteile.

»Passende Wohnungen für Familien sind schwer zu finden«, machen erste Vorsitzende Ansari und ihr Team immer wieder negativen Erfahrungen. Auch Mietwucher sei ein Thema. »Wir sind da, beraten und helfen. Die Menschen müssen sich an ein neues Land und an eine neue Kultur gewöhnen. Dafür brauchen sie eine angemessene Wohnung. Die Hilfe und Unterstützung der heimischen Bürger ist gut angelegt«, setzt Ansari auf Menschlichkeit und Solidarität.

Vorurteile verschwinden

Trotz aller Probleme und Vorurteile: Welcome sei in Höxter inzwischen Programm. »Vorurteile und Ausländerfeindlichkeit verschwinden, wenn wir die Menschen annehmen«, setzt Rita Esau auf Toleranz und das Miteinander.

Heimische Unternehmen würden von den neuen Bürgern profitieren. »Die Menschen wollen hier Fuß fassen und etwas leisten. Sie wollen etwas zurückgeben«, so Esau. So wie die 51-jährige Ansari Malalai, die mit ihrer Familie in Bruchhausen lebt, in Holzminden als Bauingenieurin arbeitet und sich über Höxteraner freut, die ihre Hilfe anbieten.

Neuer Vorstand

So wie der Vorstand von Welcome, der sich wie folgt zusammensetzt: Malalai Ansari (erste Vorsitzende), Rita Esau (zweite Vorsitzende), Karl-Heinz Börger (Schriftführer), Caroline Maas (Kassenwartin) und Gabriele Popp Linder als fünftes Vorstandsmitglied. Ausgeschieden sind Annette Hesse (zweite Vorsitzende) und Gerd-Reiner Maier (Schriftführer).

Geflüchtete finden im Café Welcome eine Heimat. »Dienstags wird das beim Frühstück und donnerstags bei Kaffee und Kuchen besonders deutlich«, freut sich Rita Esau auf die regelmäßigen Treffen. In der Grubestraße 28 sind Flüchtlinge und Ehrenamtliche wie eine Familie. Café Welcome sei ein Stückchen neue Heimat.

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