Do., 15.08.2019

Tafel erinnert an Restaurierung am Wiemers-Meyerschen Hofes Ein Dankeschön in Bronze

Zeigen die neue Tafel, die am Wiemers-Meyerschen Hof angebracht wird (von links): Zimmermann Peter Ahrens, Kirchenvorstand Josef Ahrens, Bürgermeister Alexander Fischer, Kristin Wichert (Stiftung) und Henning Fischer vom Denkmalamt.

Zeigen die neue Tafel, die am Wiemers-Meyerschen Hof angebracht wird (von links): Zimmermann Peter Ahrens, Kirchenvorstand Josef Ahrens, Bürgermeister Alexander Fischer, Kristin Wichert (Stiftung) und Henning Fischer vom Denkmalamt. Foto: Dennis Pape

Höxter-Ottbergen (WB/dp). Kristin Wichert, Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), hat zur Erinnerung an die gelungene Restaurierung der Ostfassade des Wiemers-Meyerschen Hofes in Ottbergen eine Bronzetafel übergeben. Sie trägt den Hinweis »Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der Glücksspirale«.

Dadurch bleibt das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten sichtbar und soll zu weiterer Unterstützung motivieren. Die DSD stellte für die Restaurierungsarbeiten vor zwei Jahren dank der Lotterie Glücksspirale 55.000 Euro zur Verfügung.

Das Fachwerkgerüst und der geschnitzte Fassadenschmuck waren akut von Pilzen und Fäulnis befallen. Schwere Schäden fanden sich auch an der Malereioberfläche und den Gefachen der Schaugiebelseite. Der frühneuzeitliche Hof gehört zu den über 460 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Denkmäler mit Leben füllen

»Man spürt, wie groß das Interesse und die Liebe der Einwohner zu diesem Bauwerk mit seiner wunderschönen Ostfassade ist. Um so schöner ist es, dass sich die Stadt Höxter im besonderen Maße immer wieder für die Denkmalpflege und die Erhaltung einsetzt. Wichtig ist auch, dass Denkmäler wie in Ottbergen genutzt und mit Leben erfüllt werden – das sorgt für Identifikation«, sagte Kristin Wichert. Das unterstrich Kirchenvorstand Josef Ahrens: »Dieses Bild steht für Ottbergen«, betonte er und zeigte auf die Fassade.

Bürgermeister Alexander Fischer wiederum bedankte sich bei Kristin Wichert, Renate Ortner und Prof. Dr. Rolf Meister von der DSD für die Förderung und betonte: »Solche Schmuckstücke wie die Fassade des Hofes zeichnen die Stadt Höxter und die Ortschaften aus. Deshalb ist uns daran gelegen, möglichst viel zu erhalten. Dass es hier in Ottbergen gelungen ist, spricht für die gute Zusammenarbeit mit den Förderern und insbesondere auch mit der Kirchengemeinde.«

Landesdenkmalamt und die Stiftung seien sehr bemüht gewesen, eine Vorfinanzierung auf die Beine zu stellen, erläuterte Henning Fischer vom Denkmalamt: »Als Stadt und Denkmalpfleger sind wir sehr glücklich – diese Fassade ist für alle Beteiligten eine Herzensangelegenheit gewesen.«

Blumen kennzeichnen Weserrenaissance

Der Wiemers-Meyersche Hof steht mitten im Ort gegenüber der Kirche. 1684 wurde das damals 100 Jahre alte Vorderhaus durch das heutige Fachwerkwohnhaus ersetzt. Die im Winkel gebaute, dreiflügelige Hofstätte besteht gegenwärtig aus dem Wohnhaus, einer Scheune und dem Wirtschaftsgebäude. Das Wohnhaus ist zur Straße hin ein giebelständiges, zweigeschossiges, repräsentatives und in der Stockwerksbauweise des 17. Jahrhunderts errichtetes Fachwerkhaus mit Sichtfachwerk und Satteldach.

Der östliche Schmuckgiebel ragt im oberen Giebelbereich aus, die Balkenköpfe zieren ornamental geschnitzte Füllbretter. Die Fußbänder der Hauptständer sind im ersten Stock als Dreiecksornamente mit floralen Elementen gestaltet und finden sich in umgekehrter Form als Kopfbänder mit Fächerornamenten im ersten Giebelstockwerk wieder. Die Brüstungsfelder des ersten und teilweise des zweiten Giebelstockwerks sind mit Brettern gefüllt, die geschnitzte Arkaden über Säulen zeigen.

Das Giebeldreieck zeigt einen doppelschweifigen, das Christusmonogramm haltenden Löwen. Blumenornamente und Grotesken auf den Füllbrettern und den Schwellen charakterisieren mit den übrigen Schmuckformen die späte Weserrenaissance. Der reich beschnitzte Schaugiebel ist einer der repräsentativsten in der Region.

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