Blockheizkraftwerk auf Rädern wird im Freibad und demnächst in Realschule eingesetzt
Höxter wird pfiffig beheizt

Höxter (WB). Höxter hat ein rollendes Blockheizkraftwerk. Dabei sorgt eine pfiffige Idee für eine optimale und rentable Auslastung. Aktuell beheizt das mobile Kraftwerk das Wasser im Freibad. Im Winter wird die innovative Anlage in der Realschule eingesetzt.

Freitag, 30.08.2019, 18:03 Uhr aktualisiert: 30.08.2019, 18:06 Uhr
Präsentation des rollenden Blockheizkraftwerks im Freibad: Louisa Becker von der Stadt Höxter, Heiner Ahrens (Mitte) und Bernd Wennemann ziehen eine erste Bilanz. Foto: Jürgen Drüke
Präsentation des rollenden Blockheizkraftwerks im Freibad: Louisa Becker von der Stadt Höxter, Heiner Ahrens (Mitte) und Bernd Wennemann ziehen eine erste Bilanz. Foto: Jürgen Drüke

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) auf Rädern – das ist etwas Besonderes. Bereits die Vorplanung sei intensiv gewesen. Details seien wichtig gewesen. »Von Anlagen dieser Art gibt es in Deutschland noch nicht einmal ein Dutzend«, betonte Heiner Ahrens von der Firma Ahrens Haustechnik aus Ottbergen am Freitag bei der Präsentation im Freibad Höxter.

Drei Wochen Arbeit haben Ahrens und seine Mitarbeiter nach der Planung in die Innovation gesteckt. »Das BHKW weist eine elektrische Leistung von 115 Kilowatt und eine thermische Leistung von 115 Kilowatt auf«, erklärt Bernd Wennemann. Der Heizungs-Baumeister der Firma Ahrens hat die Anlage auf Rädern exakt an die Höxteraner Bedingungen angepasst.

Rentable Auslastung durch zwei Einsatzorte

»Ohne Räder würde die 125.000 Euro teure Anlage im Freibad lediglich vier Monate genutzt. Nun ist sie 365 Tage im Jahr im Einsatz«, hebt Louisa Becker von der Stadt Höxter hervor. Seit 7. August arbeitet das BHKW im schmucken, renovierten Freibad auf Hochtouren. Die Anlage läuft störungsfrei«, sagt Heiner Ahrens. Die Findungsphase hätte mitunter für Kopfzerbrechen gesorgt.

»Alles passt zusammen«, würdigt Becker das Projekt. Eine pfiffige Idee gewährleiste eine rentable Auslastung. »Ein Blockheizkraftwerk nur für das Freibad wäre wenig effektiv gewesen. Die innovative Heizanlage wäre acht Monate nicht im Einsatz gewesen. Jetzt gibt es keine Pause«, sagt Louisa Becker. »Die mobile Lösung war der Schlüssel zum Erfolg«, so Sebastian Vogt, Pressesprecher der Stadt Höxter. Wenn das Freibad nun im September seine Türen schließt, wird das Blockheizkraftwerk zur Realschule gebracht und dort für Wärme sorgen.

»Es ist gut für die Anlage, dass sie 365 Tage im Jahr in Betrieb ist und nicht monatelang abgeschaltet wird«, erklärt Ahrens. Drei Wochen hat Heizungs-Baumeister Bernd Wennemann am Modellprojekt gearbeitet, getüftelt und die spezifischen Lösungen gefunden. Das Kraftwerk steht im denkmalgeschützten Technikraum des Freibads auf einem Anhänger. Es wird mit einem Transporter zu den jeweiligen Standorten gebracht.

Punktlandung

»Die Konstruktion ist auf Gramm und Millimeter geplant«, sagt Heiner Ahrens. Gewicht, Höhe und Länge waren entscheidend und stellten die größten Herausforderungen dar. Der Anhänger, der 3500 Kilogramm tragen kann, durfte nur eine bestimmte Größe haben, damit er in den Technikraum des Freibads passt. 3490 Kilogramm ist das BHKW samt Technik schwer. »Somit war es in Bezug auf die 3500 Kilogramm eine Punktlandung«, erklärt Wennemann. Baulich durfte der Technikraum nicht verändert werden, da er unter Denkmalschutz steht.

Das Blockheizkraftwerk bedeute technisches Know-how bis ins kleinste Detail. »Es gibt in dieser Form kein Dutzend Blockheizkraftwerke in Deutschland«, so Pressesprecher Vogt. Die Stadt Höxter sei Vorreiter. Seit Inbetriebnahme am 7. August war das BHKW am Freitag 411 Stunden im Einsatz. »Alles störungsfrei«, sagt Louisa Becker.

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