Mo., 23.09.2019

Bürgerinitiative kritisiert Zeitpunkt des Erörterungstermins für Windanlagen in Fürstenau Dann, wenn keiner kann

Beim Erörterungstermin in der Höxteraner Stadthalle geht es um fünf geplante Windräder in Fürstenau.

Beim Erörterungstermin in der Höxteraner Stadthalle geht es um fünf geplante Windräder in Fürstenau. Foto: dpa

Höxter/Marienmünster (WB). Der Kreis Höxter als Genehmigungsbehörde hat einen Erörterungstermin für neue Windräder in Fürstenau anberaumt: Er ist für diesen Mittwoch, 25. September, in der Stadthalle Höxter vorgesehen. Nicht nur aus den betroffenen Ortschaften Fürstenau, Hohehaus und Bremerberg regt sich Widerstand – die Bürgerinitiative Gegenwind Köterbergland kritisiert unter anderem, dass der Termin morgens um 10 Uhr stattfinden soll.

Ferdinand Welling, Vorsitzender BI, betont in einer Stellungnahme: »Unverständlich bleibt, warum zu diesem Zeitpunkt ein Termin von großer Bedeutung anberaumt wird, den kein Arbeitnehmer wahrnehmen kann, um gegebenenfalls seine Anliegen oder Interessen vorzutragen. Es fällt schwer, zu glauben, dass es der betroffenen Öffentlichkeit leicht gemacht werden soll, grundlegende demokratische Rechte auch wahrnehmen zu können. Um so wichtiger ist es, dass sich trotzdem möglichst viele Bürger ein Bild vom Verfahren in Höxter machen.«

Fünf oder zehn?

Es bliebe laut Welling ebenfalls unverständlich, warum zehn Windräder beantragt, jedoch nur fünf zur Erörterung gebracht werden. »Darf man sicherheitshalber pro Windrad zwei Anträge stellen?«, fragt er und fährt fort: »Darf man überhaupt Windräder beantragen, wenn die Erschließung der Fläche noch gar nicht gesichert ist? Können Anträge eingereicht werden, die einen Flächennutzungsplan voraussetzen, dieser aber noch nicht gesichert ist?« Die Stadt Höxter habe ihr gemeindliches Einvernehmen zu den beantragten Windrädern verweigert. »Warum verwirft der Kreis dann nicht die Anträge mit Hinweis darauf, dass es keine Basis für den Bau gibt? Gar nicht davon zu reden, dass die betroffenen Bürger sich mehrheitlich gegen die Pläne und besonders gegen weitere Windräder ausgesprochen haben«, so der Vorsitzende der BI.

Es fehle der Speicher

Dabei würde ein ganz einfacher Gedanke, der ebenso wahr wie überprüfbar sei, bei der Erörterung helfen: So lange es weder Stromtrassen für den Transport des Windstromes gebe, so lange auch kein einziger Speicher für den Windstrom existiere, genau so lange bräuchte man in Fürstenau oder anderswo kein einziges neues Windrad. »Besser noch: Solange weder Trassen noch Speicher funktionieren, brauchen wir auch keinen Flächennutzungsplan. Erst, wenn die technischen Probleme für die Weiterleitung und Speicherung vom Windstrom geklärt und gebaut sind, dann können Flächen betrachtet und gegebenenfalls für Windstromerzeugung verplant werden.«

»Augenwischerei«

Alles, was jetzt passiert, sei laut Welling Augenwischerei und Profitsteigerung. Es sei keinesfalls ein Beitrag zum Umweltschutz oder zur CO2-Reduktion. Diesbezüglich ruft der BI-Vorsitzende auf: »Nach Möglichkeit am Mittwoch hingehen und nach den Trassen und Speichern fragen. Wer Windräder bauen will, hat auch eine Verantwortung: Wohin mit dem Strom?«

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