Landrat will Ende Oktober 2020 in den Ruhestand gehen – »30 Jahre in Spitzenämtern reichen«
Friedhelm Spieker tritt nicht mehr an

Höxter (WB). Landrat Friedhelm Spieker verzichtet auf eine dritte Amtszeit. Der 64-Jährige hat am Donnerstag in einer Pressekonferenz und im Kreistag in Höxter erklärt, dass er mit Ablauf seiner Wahlperiode Ende Oktober 2020 in den Ruhestand trete. Es sei jetzt Zeit, das Amt in jüngere Hände zu legen, sagte Spieker (CDU).

Donnerstag, 07.11.2019, 17:29 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 17:54 Uhr
Landrat Friedhelm Spieker tritt zur Wahl 2020 nicht mehr an. Am Donnerstag hat er seinen Verzicht im Kreistag bekannt gegeben. Hier steht der 64-Jährige vor dem Kreishaus II, was früher seine Schule – das König-Wilhelm Gymnasium Höxter – war. Foto: Michael Robrecht
Landrat Friedhelm Spieker tritt zur Wahl 2020 nicht mehr an. Am Donnerstag hat er seinen Verzicht im Kreistag bekannt gegeben. Hier steht der 64-Jährige vor dem Kreishaus II, was früher seine Schule – das König-Wilhelm Gymnasium Höxter – war. Foto: Michael Robrecht

Am 30. August 2009 wurde er mit 59,2 Prozent der Stimmen als Landrat des Kreises Höxter gewählt und trat sein Amt am 21. Oktober 2009 an. Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 sprachen ihm 73,2 Prozent der Wählerinnen und Wähler das Vertrauen aus. Auf dieses große Vertrauen ist er sehr stolz. Friedhelm Spieker ist verheiratet mit Ehefrau Ilona und hat zwei erwachsene Kinder. In seiner knappen Freizeit sei er gern mit dem Fahrrad und in der freien Natur unterwegs. Er habe jetzt ein Enkelkind, »und da will ich nach Ablauf meiner Dienstzeit der Familie endlich mehr Zeit widmen«.

Spieker sagte, dass er sein Amt gerne ausgeübt habe und noch ein Jahr ausfüllen werde. Gefallen habe ihm, für seine Heimat Kreis Höxter, etwas konkret gestalten zu dürfen. »30 Jahre bin ich als Stadtdirektor und Bürgermeister von Brakel sowie die vergangenen zehn Jahren als Landrat in Spitzenämtern tätig gewesen. Das ist jetzt genug«, stellte Spieker fest.

»Es hat mich immer motiviert, für die vielen Menschen im Kreis, für die Familie, für Freunde und alle, die man kennt, etwas tun zu können«, erklärte der Landrat. Er werde jetzt im kommenden Jahr noch wichtige Projekte zu Ende bringen: »Es gibt dann noch ein Leben nach dem aktive Dienst«, meinte der gebürtige Brenkhausener, der 1974 sein Abitur am König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter abgelegt hat. Jagd, Rotes Kreuz und Hospitalvereinigung – das seien ab Ende Oktober 2020 seine Themen, wo er sich weiter engagiere. Er werde mit seiner Frau auf jeden Fall in seinem Haus in Brakel wohnen bleiben. »Hier ist es schön. Und ich bekomme mehr Zeit, Freundeskreise zu pflegen.«

Einsatz für ländlichen raum

Der Kreisverwaltungschef sieht sich als Vertreter und Stimme des ländlichen Raumes. Zu seinen Aufgaben habe immer gezählt, zahlreiche Förderprogramme in den Kreis zu holen. Es dürften in NRW nicht immer nur Metropolregionen im Fokus stehen. Hausärztliche Versorgung, Landaufschwung, Leader, X-Region, Rückholagentur, Kultur- und Ehrenamtsmanager und ein solider Haushalt – das seien Anliegen und Vorhaben, die aktuell eine wichtige Rolle spielten. In etlichen Strukturfragen sei der Kreis weiter als andere ländliche Gebiete, das freue ihn. Er habe auch festgestellt, dass die Abwandererzahlen längst nicht so hoch ausgefallen seien wie noch vor Jahren von Experten prognostiziert.

Eine große Bilanz seiner Amtsdekade will Spieker erst in einem Jahr ziehen. Er bezeichnete aber das Engagement gegen die Pläne für die Südlink-Megastromtrasse durch den Kreis als lehrreiche Phase und etwas, was nachhaltig im Gedächtnis bleibe. Er habe in der Zeit gelernt, dass man mit guten Argumenten und zusammen mit anderen auf der politischen Schiene durch Beharrlichkeit etwas erreichen konnte. Am Ende habe man in Berlin durchgesetzt, dass die Möglichkeit Erdkabel für die Stromtrassen zu verlegen ins Gesetz gekommen und der Kreis Höxter nicht mehr Plangebiet gewesen sei.

Friedhelm Spieker kündigte an, dass seitens der CDU gute Leute bereit stehen würden, die das Landratsamt übernehmen könnten. Das alles werde bis zum Jahresende über die Bühne gehen.

Wichtig als Landrat sei es, genau zuzuhören, was die Bürger für Sorgen hätten. Er höre das vor Ort im direkten Gespräch und bei Bürgersprechstunden in Höxter und Warburg. Er wies auf die vielen Sozialleistungen hin, die es heute gebe: »Ich kenne keinen sozialeren Staat als Deutschland.« Spieker legt auch wert auf eine große Zusammenarbeit zwischen den zehn Städten. Wichtige Vorhaben für die Zukunft seien die Landesgartenschau 2023 in Höxter und der lang erwartete B64/83-Ausbau. »Da wollte ich eigentlich das Band zur Eröffnung mit durchschneiden. Das klappt leider nicht mehr«, scherzte Spieker.

Am Abend gab der Landrat auch in der Kreistagssitzung eine Verzichtserklärung auf einen erneute Kandidatur ab. Viele erwarten jetzt, dass CDU ihren Kandidaten für die Landratswahl am 13. September 2020 zügig präsentiert und von den Mitgliedern wählen lässt. Bisher gibt es bei keiner Partei einen Landratskandidaten.

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