Zweizügige Brede-Realschule: Bürgermeister sehen Sekundarschulen bedroht
Protest aus den Nachbarstädten

Brakel (WB). Wenn es nach dem Wunsch der Eltern geht, soll die Realschule der Brede künftig zweizügig geführt werden. Brakels Nachbarkommunen laufen gegen diese Pläne Sturm. Sie fürchten um die Existenz der öffentlichen weiterführenden Schulen.

Samstag, 09.11.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 09.11.2019, 05:02 Uhr
Unterrichtsschluss an der Schulen der Brede in Brakel: Der Schulzweig Realschule soll nach dem Willen der Eltern zweizügig geführt werden. In den umliegenden Städten des großen Einzugsbereichs der Brede gibt es dagegen große Bedenken, unter anderem in Beverungen, Borgentreich und Höxter. Foto: Jürgen Köster
Unterrichtsschluss an der Schulen der Brede in Brakel: Der Schulzweig Realschule soll nach dem Willen der Eltern zweizügig geführt werden. In den umliegenden Städten des großen Einzugsbereichs der Brede gibt es dagegen große Bedenken, unter anderem in Beverungen, Borgentreich und Höxter. Foto: Jürgen Köster

Die Bürgermeister Hubertus Grimm (Beverungen) und Alexander Fischer (Höxter) haben ihre Bedenken bereits bei einer Podiumsdiskussion am Mittwoch klar formuliert. Protest gibt es nun aus Borgentreich und Willebadessen sowie von Seiten der Stadtelternpflegschaft Höxter.

Schulfrieden von Höxter

So hat die Stadt Höxter im Sommer einen Schulentwicklungsplan für alle Schulen der Stadt erstellen lassen, der einstimmig vom Bildungsausschuss und vom Rat der Stadt Höxter beschlossen wurde. »Durch diesen Beschluss wird der ›Schulfrieden von Höxter‹ in den nächsten Jahren gewahrt, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war«, sagt Rolf Husemann, Vorsitzender der Stadtelternpflegschaft in Höxter.

Bei der Erstellung des Schulentwicklungsplans sei jedoch deutlich geworden, dass der Erhalt der Sekundarschule Höxter, der Hoffmann-von-Fallersleben Realschule und des König-Wilhelm-Gymnasiums nur möglich sei, wenn die Zügigkeit der Realschule Höxter auf drei Züge (bisher vier) beschränkt werde. »Dieser Beschluss wurde gefasst, um die Sekundarschule zu stärken, da diese Schule zum Sommer 2019 zu wenige Anmeldungen zu verzeichnen hatte«, sagt Husemann.

Jedes Jahr 40 Anmeldungen

Er befürchtet, dass Sekundar- oder Realschule in ihrem Bestand in Gefahr geraten, falls die Brede den Realschulzweig auf zwei Züge aufstocken würde, weil dann mehr Schüler aus dem Höxteraner Stadtgebiet nach Brakel fahren würden. »Hiergegen wende ich mich als Stadtelternpflegschaftsvorsitzender vehement. Ich möchte, dass die drei weiterführenden Schulen in Höxter dauerhaft erhalten bleiben«, sagt Husemann. Er will, dass die Brede-Realschule wie bisher auch einzügig bleibt.

Husemann ist auch Schulamtsleiter bei der Stadt Borgentreich. Auch hier fürchtet er um die Existenz des in der Bördestadt bestehenden Teilstandortes der Sekundarschule Warburg. »Wir brauchen jedes Jahr 40 Anmeldungen, diese Zahl haben wir in der Vergangenheit meistens so gerade erreicht«, sagt Husemann. Er geht davon aus, dass etwa drei bis fünf Schüler aus dem Borgentreicher Stadtgebiet die Brede-Realschule besuchen würden, sollte eine zweite Klasse eingerichtet werden. »Das könnte unsere eigene Schule in Gefahr bringen«, meint Husemann. Traditionell orientierten sich Schüler aus den nördlichen Ortsteilen (Borgholz, Natingen und Natzungen) nach Brakel.

Eigenständige Sekundarschule

In Willebadessen sieht es ähnlich aus. Die Stadt betreibt eine eigenständige Sekundarschule in Peckelsheim. Dafür benötigt sie jährlich etwa 60 Anmeldungen. »Zurzeit liegen wir noch darüber«, sagt Bürgermeister Hans Hermann Bluhm. Sollte die Brede ihre Pläne umsetzen, könnte das auch in der Eggestadt dazu führen, dass Schüler in »Einzelfällen« nach Brakel verloren gingen. Traditionell sind es Schüler aus Peckelsheim und Niesen, die sich nach Brakel orientieren könnten.

Bluhm zeigt sich davon überzeugt, dass die Sekundarschulen gute Arbeit leisten und gerade im Bereich individueller Betreuung der Schüler den Realschulen voraus seien. Darüber hinaus habe die Stadt in den vergangenen Jahren viel Geld in die Sanierung der Schulgebäude gesteckt.

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