Theater im KuStall überzeugt mit »Diebe« – weitere Aufführungen
Das Leben muss man einfach lieben

Höxter-Ottbergen (WB/iss). Zwölf Menschen, zwölf Geschichten, parallel zueinander, sich kreuzend und miteinander verwoben: Mit »Diebe« bringt das Ensemble des »Thimku« (Theater im KuStall) einen entscheidenden Zeitraum im Leben der Protagonisten auf die Bühne.

Dienstag, 12.11.2019, 15:55 Uhr aktualisiert: 12.11.2019, 15:58 Uhr
Die Welt ist für Monika (Sarah Schauka) zusammengebrochen: Statt befördert zu werden, ist sie arbeitslos und hat ihre Familie der Karriere geopfert. Foto: Iris Spieker-Siebrecht
Die Welt ist für Monika (Sarah Schauka) zusammengebrochen: Statt befördert zu werden, ist sie arbeitslos und hat ihre Familie der Karriere geopfert. Foto: Iris Spieker-Siebrecht

Auch wenn das Bühnenbild in dieser Inszenierung durch die verschiedenen Ebenen und Schauplätze sehr aufwendig gestaltet ist, bleibt es doch in seinen Grundfarben zurückhaltend und gibt den Figuren und Requisiten viel Raum – auch hier bleibt sich das »Thimku« treu. Der Aufbau wirkt wie der Querschnitt eines Mehrfamilienhauses, in dem die verschiedenen Zimmer von den unterschiedlichen Charakteren bewohnt werden. Mit wechselnder Beleuchtung lenkt die Regie die Aufmerksamkeit der Zuschauer zur aktuellen Handlung, wobei alle Schauspieler auf der Bühne bleiben und im Hintergrund agieren.

Synchrone Löffelführung

In der ersten Szene stehen Carsten Meier und Sarah Schauka als Thomas und Monika Tomason im Rampenlicht. Die junge Ehefrau hofft auf eine Beförderung, während ihr Mann sich mit Sport ablenkt. Regisseurin Melanie Peter musste die kurzfristig erkrankte Madlen Köhler als schwangere Jugendliche Mira Halbe ersetzen, was sie bravourös meisterte. Frank Hadwiger spielt ihren Freund Josef Erbarmen, der dem Ehepaar Gerhard und Ida Schmidt (Peter Loos und Barbara Reuter) begegnete, die sich in ihrer Bürgerlichkeit gemütlich eingerichtet haben und mit synchroner Löffelführung in den Teetassen immer wieder für Lacher sorgen.

Finn Tomason (Rainer Lück), seine Schwester Linda (Miriam Scholz) und ihre Mutter Erwina (Alicja Wozniak) bilden eine weitere Handlungsgruppe, die die Vereinsamung und das Scheitern des Einzelnen in der Gesellschaft symbolisiert. Mit der Secondhand-Shop-Besitzerin Gabi Nowotny (Ute Aland), deren zeitweiligem Freund Rainer Machatschek (Heiko Beck) und Ira Davidoff (Irmgard Gersthahn), einer älteren Dame, die seit 43 Jahren darauf wartet, dass ihr Mann von einem Spaziergang zurückkehrt, und der Kommentatorin Astrid Stapel schließt sich der Reigen der Charaktere.

Innere Zerrissenheit und äußere Zwänge

In der gut dreistündigen Inszenierung konnte der Zuschauer am Samstag die manchmal dramatische, immer aber schicksalhafte Wendung im Leben der zwölf Menschen miterleben. Allen Darstellern auf der Ku-Stall-Bühne gelang es dabei, die innere Zerrissenheit genauso wie die äußeren Zwänge, den skurrilen Handlungsverlauf ebenso wie alltäglichen Banalitäten glaubhaft zu vermitteln – und auch in dieser schauspielerischen Leistung bleibt sich das Ensemble des »Thimku« treu.

Reichlich Applaus von den ausverkauften Besucherrängen war der verdiente Lohn der Schauspieltruppe. Weitere Aufführungen finden am Freitag, 15. November, am Samstag, 16. November, und am Montag, 18. November, jeweils um 19.30 im KuStall in Ottbergen statt.

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