Mi., 04.12.2019

Studierende der TH Höxter erhalten Energy-Award für ihre Ideen in Sachen Klimawandel Ein Gradierwerk auf dem Marktplatz

Ein Gradierwerk ist eine Anlage zur Salzgewinnung. In der Region gibt es sie bereits in Bad Oeynhausen (Foto) oder Salzkotten. In Höxter könnte es bei der Landesgartenschau 2023 ein Hingucker werden.

Ein Gradierwerk ist eine Anlage zur Salzgewinnung. In der Region gibt es sie bereits in Bad Oeynhausen (Foto) oder Salzkotten. In Höxter könnte es bei der Landesgartenschau 2023 ein Hingucker werden. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

Höxter (WB/thö). Landschaftsarchitekturstudenten aus Höxter schlagen vor, auf dem Marktplatz ein Gradierwerk zu errichten. So könnte die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen die Umgebungstemperatur an heißen Tagen erträglicher machen und die Luftqualität verbessern und zum anderen einen Hingucker für die Landesgartenschau 2023 errichten.

Die Idee ist Teil eine Projektes der Studenten zum Thema Klimawandel. Dabei haben sie sich ein Semester lang mit dem Thema auseinandergesetzt und Vorschläge entwickelt, wie sich die Stadt Höxter auf Hitze, Trockenheit und Unwetter vorbereiten kann. Für ihre Arbeit haben sie jetzt den Energy-Award des Versorgers Westfalen Weser Energie in Paderborn erhalten.

Ausstellung in der Volkshochschule

Im Projekt „Klimavorsorge Stadt Höxter“ haben die Studenten neben dem Wald auch Themen wie die Land- und Wasserwirtschaft sowie Stadt- und Freiraumgestaltung betrachtet. Entstanden ist eine interaktive Ausstellung, die jetzt in Paderborn ausgezeichnet wurde und noch bis zum 18. Dezember in der Volkshochschule Höxter zu sehen ist.

„Ziel der Ausstellung ist es, die abstrakten globalen Auswirkungen des Klimawandels auf die regionale Ebene zu übertragen“, erklärt Mirco Timmer von der Projektgruppe. Grundlage für die 20 Plakate der Ausstellung sind Gespräche mit Vertretern aus Politik und Verwaltung, Klimaforschung, Meteorologie, Stadt- und Freiraumplanung. Die Studierenden haben Daten herangezogen, die projizieren, wie sich Lufttemperatur und Niederschlag im Zeitraum 2071 bis 2100 verändern könnten. Hieraus haben sie Maßnahmen abgeleitet, wie sich das Stadtgebiet von Höxter auf den Klimawandel vorbereiten kann. Betreut wurde das Projekt von Professor Stefan Bochnig und Professor Ulrich Riedl vom Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der TH OWL.

Hochwasservorsorge

„Auf den Klimawandel muss eine Stadt wie Höxter auf zwei Ebenen reagieren: Einerseits sind Maßnahmen zum Schutz des globalen Klimas erforderlich. Andererseits müssen Strategien für die nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels entwickelt werden“, sagt Masterstudent Mirco Timmer. In Höxter betreffe dies vor allem die Hochwasservorsorge, aber auch Maßnahmen, die bei lang anhaltender Trockenheit und Hitze greifen.

Douglasie besser als Fichte

Neben dem Gradierwerk plädieren die Studenten dafür, Fichten in den Wäldern zu ersetzen, beispielsweise durch die Douglasie, deren natürliches Verbreitungsgebiet in Nordamerika liegt. Sie sei weniger trockenanfällig. „Für das in Höxter künftig zu erwartende Klima wären sie deutlich besser geeignet“, so die Studierenden. Ziel müsste sein, die heute verbreiteten gleichaltrigen Monokulturen durch Mischbestände unterschiedlichen Alters zu ersetzen, meinen die angehenden Landschaftsarchitekten. Der Stadt Höxter komme bei der Umsetzung eine Vorbildfunktion für private Waldbauern zu.

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