Reliefentwurf für Mahnmal zur Erinnerung an die ermordeten Fürstenauer Juden ist fertig
Lowenstein will zur Einweihung kommen

Höxter/Fürstenau (WB). Der Besuch von Harry Lowenstein, dem letzten Holocaust-Überlebenden aus Fürstenau, hat den Anstoß gegeben, vor der Fürste­nauer Kirche ein Mahnmal zur Erinnerung an die Verschleppung und Ermordung der jüdischen Mitbürger aufzustellen. Die Initiative aus Fürstenau und Höxter hat den Entwurf für das Relief erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mittwoch, 11.12.2019, 22:44 Uhr aktualisiert: 11.12.2019, 22:50 Uhr
Stellen den Relief-Entwurf für das Mahnmal für die jüdischen Mitbürger in Fürstenau vor: (von links) Fritz Ostkämper, Heinrich Rolf und Dr. Michael Stoltz vor der Pfarrkirche St. Antonius. Am 31. Juli 2020 soll die Gedenkstätte eröffnet werden. Fotos: Michael Robrecht

Zusammen mit Fritz Ostkämper, dem Vorsitzenden der Jacob-Pins-Gesellschaft in Höxter, haben Dr. Michael Stoltz und Bezirksverwaltungsstellenleiter Heinrich Rolf einen Entwurf präsentiert, der kürzlich schon beim Fürstenauer Weihnachtsmarkt den Bürgern gezeigt worden war.

Szene der Juden-Deportation

Die aus Fürstenau stammende Künstlerin Sabine Hoppe hat in ihrem Atelier in Braunschweig aus Lehm das Relief hergestellt. Dr. Stoltz berichtete, dass die 70 Zentimeter mal ein Meter große Szene von der Juden-Deportation in Kürze in Rinteln in einer Gießerei in Bronze gegossen werde.

Juden in Fürstenau: Mahnmal wird gebaut

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  • Foto: Michael Robrecht, Roman Winkelhahn
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Unweit der St.-Antonius-Statue vor der Kirche an der Straße werde ein heller 1,10 Meter hoher Sandsteinsockel für das Relief aufgestellt. Zwei Tafeln mit den 21 Namen der Fürstenauer Juden und ein Erklärtext würden auf der Rückseite angebracht. Am Freitag, 31. Juli, ab 17 Uhr soll das Mahnmal eingeweiht werden. Der 31. Juli 1942 war jener Tag, als die letzten vier Juden in Fürstenau deportiert wurden.

Die Fürstenauer hoffen, dass der in Florida lebende Harry Lowenstein erneut Fürstenau besucht. Der dann 89-Jährige kündigte an, seine Töchter und weitere Verwandte aus USA mitbringen zu wollen. Fritz Ostkämper und Michael Stoltz stehen in Kontakt mit dem Holocaust-Überlebenden, der im Sommer 2018 nach 70 Jahren erstmals seine alte Heimat wieder besucht hatte (wir berichteten).

Spendenaktion für das Mahnmal

Fritz Ostkämper war nach langen Recherchen im Rahmen seines Projektes »Spurensuche nach jüdischen Familien aus Höxter« auf den in Fürstenau aufgewachsenen und 1931 als Helmut Löwenstein geborenen jetzigen US-Bürger in Kissimmee/USA gestoßen. Die Lebensgeschichten aller jüdischen Familien aus Höxter und Umgebung sind auf der Internetseite des Jacob-Pins-Forums Höxter nachzulesen. Ostkämper hat 30 Jahre Spuren gesucht und gefunden.

Die Fürstenauer hoffen, dass noch reichlich Spenden für das Mahnmal hereinkommen. Spendenbescheinigungen stellt das Pins-Forum aus. Michael Stoltz weist darauf hin, dass der Ortsausschuss einstimmig das Denkmal beschlossen habe. Die Stadt Höxter trage eine Ausfallbürgschaft, wenn nicht genug Spenden hereinkämen.

Stoltz schildert, dass die Errichtung der Gedenkstätte im Ort diskutiert worden sei. Einige hätten den Wunsch, einen Erinnerungsort zu schaffen, wegen Kosten und Grundhaltung auch kritisch debattiert. So eine Diskussion sehen Ostkämper und Stoltz positiv, weil über die Thematik weiter sachlich gesprochen werde und man die jüdischen Mitbürger nicht vergesse.

Wer die Mahnmal-Idee unterstützen möchte, kann Geld auf das Konto der Jacob-Pins-Gesellschaft Höxter bei der Verbundvolksbank überweisen: IBAN DE22472601212051217700, BIC DGPBDE3MXXX

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