Fr., 17.01.2020

Wegen Hitler-Gruß: Amtsgericht Höxter brummt zwei jungen Männern Geldbuße und Sozialstunden auf Auf Schulhof „Sieg Heil“ gebrüllt

Zwei junge Männer haben in Höxter vor Gericht gestanden (Symbolbild).

Zwei junge Männer haben in Höxter vor Gericht gestanden (Symbolbild). Foto: dpa

Höxter (WB/rob). Betrunken haben zwei junge Männer in der Nähe der Sekundarschule in Höxter im Juni 2018 „Sieg Heil“ gegrölt. Anwohner des Schulzentrums hörten das und riefen sofort die Polizei. Die Streifenbeamten packten die 18 und 20 Jahre alten Höxteraner und nahmen sie zu einer Blutalkoholuntersuchung mit.

Das Nazi-Gegröle hatte jetzt vor dem Amtsgericht Höxter ein juristisches Nachspiel. Die Quittung: Der 20-Jährige muss eine dreistellig Buße in unteren Bereich bezahlen. Der 18-Jährige hat zehn Sozialstunden wegen des öffentlichen Hitler-Grußes zu leisten.

0,89 Promille und 1,12 Promille hatten die beiden Männer bei der Tat intus. Der 20-jährige Angeklagte bestritt, „Sieg Heil“ oder andere rechtsradikale Sprüche gerufen zu haben. Der 18-Jährige war im Prozess redseliger und berichtete, dass eine Gruppe auf dem Schulhofgelände sich über Ausländer unterhalten habe. Das habe sich hochgeschaukelt und dazu geführt, dass die Nazi-Rufe gefallen seien.

Wer alles dabei gewesen sei, das wollte der 18-Jährige nicht preisgeben. „Zehn Personen waren damals vor Ort“, sagte er.

In der Verhandlung berichtete ein Zeuge, dass er von seinem Balkon drei Personen gesehen habe, die „Sieg Heil“ gerufen hätten. Das alkoholisierte Trio habe aber auch noch „Nazis raus“ geschrien. Der Anwohner verließ das Haus und fand die Gruppe mit Schnaps- und Bierflaschen. Der Zeuge identifizierte zudem vor Gericht den 18-Jährigen als Teil der Dreiergruppe.

Der Richter besprach mit den Angeklagten, ob sie der Einstellung des Verfahrens zustimmen könnten. Jedoch gebe es Auflagen wie die Geldbuße und die Sozialstunden. Beide Angeklagte waren dem Amtsgericht nicht unbekannt: Hausfriedensbruch, Besitz von Betäubungsmitteln und Fahren ohne Führerschein hatten die beiden schon auf dem Kerbholz. Der dritte beteiligte Jugendliche muss sich in der Sache „Gegröle“ noch vor dem Jugendschöffengericht in Höxter verantworten.

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