Di., 28.01.2020

Wanderfreunde mussten Ruhebank versetzen – Blick auf das Tal Gottes ist verwehrt Banken-Krise in Brenkhausen

Die Montagsgruppe der Wanderfreunde Schelpetal ist mit dem neuen Platz nicht zufrieden (von links): Bernd Grothe, Horst Tewes, Gisbert Pamme, Josef Voß, Franz Bigos und Johannes Hüls.

Die Montagsgruppe der Wanderfreunde Schelpetal ist mit dem neuen Platz nicht zufrieden (von links): Bernd Grothe, Horst Tewes, Gisbert Pamme, Josef Voß, Franz Bigos und Johannes Hüls. Foto: Jürgen Drüke

Von Jürgen Drüke

Höxter-Brenkhausen (WB). Der Blick wandert von der Anhöhe über das Tal Gottes. So nennen die Brenkhäuser ihr idyllisch eingebettetes Dorf. Bei gutem Wetter ist vom Wirtschaftsweg Am Bielenkamp der Solling zu sehen. Deshalb haben die Wanderfreunde Schelpetal hier im März vergangenen Jahres eine Ruhebank aufgestellt. Jetzt mussten sie diese abbauen und umsetzen. Das ist nicht nur den Wanderern ein Dorn im Auge.

In dem 1300-Einwohner-Ort verstehen viele die von der Stadt Höxter angeordnete Versetzungsaktion nicht, die mit dem Unwetter und dem Starkregen vom 15. Oktober des vergangenen Jahres im Zusammenhang steht.

Rückblick: Bei dem Unwetter vor vier Monaten bewegten sich Schlamm- und Wassermassen vom Hang des Wirtschaftsweges in Richtung Grasweg. Ein unterhalb des Wirtschaftsweges gelegener Garten ist damals in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Grasweg war verschlammt.

Unwetter Grund für Versetzung

„Als wir die Bank hier im Frühjahr des vergangenen Jahres installierten, haben wir gleichzeitig Strauchwerk- und Gestrüpp zurückgeschnitten, um die Sicht auf das Schelpetal zu ermöglichen“, blickt Gisbert Pamme, Schriftführer der Wanderfreunde, zurück. „Dass das Gestrüpp die Schlamm- und Wasserfluten aufgehalten hätte, ist aus unserer Sicht ein Trugschluss“, sagt Pamme. Es gebe allerdings Experten, die das behaupten würden. „Deshalb mussten wir die Bank versetzen.“

Der Ortsausschuss Brenkhausen hatte den Wanderfreunden in seiner Sitzung am 13. November empfohlen, die Bank umzusetzen – und zwar nach Möglichkeit an den ursprünglichen Platz. Dieser liegt 100 Meter vom neuen Standort entfernt. „Nach der Versetzungsaktion ist der Blick auf das Schelpetal nicht mehr möglich“, bedauert Bernd Grothe und zeigte dem WESTFALEN-BLATT den neuen Standort.

Die Bank sei hier einfach deplatziert und würde nicht genutzt. Fast einen ganzen Tag hat die Montagsgruppe der Wanderfreunde benötigt, um den Wechsel vom Idealstandort an den neuen Platz vorzunehmen. Das könne es doch nicht gewesen sein. Die „Banken-Krise“ ist in Brenkhausen in vollem Gange.

Petition startet in Kürze

„Wir werden Unterschriften sammeln, damit die Ruhebank an ihren angestammten Platz zurückkommt“, sagt eine Anwohnerin des Graswegs, die namentlich nicht genannt werden möchte. Es gebe inzwischen viele Unterstützer. Die Petition werde in Kürze gestartet.

Die Wanderfreunde Brenkhausen, die eine Abteilung des Eggegebirgsverein sind, schätzen die aktuelle Lage als brisant ein: „Es muss andere Hintergründe geben, die zu dieser Entscheidung geführt haben“, ist sich Grothe sicher. Der Unmut sei deshalb groß. Bezirksverwaltungsstellenleiter Johannes Hüls stimmt Grothe zu und stellt fest: „Die Bank war irgendjemandem ein Dorn im Auge. Hier hat sich wahrscheinlich jemand im Grasweg in seinem Garten beobachtet gefühlt.“ Den ehrenamtlichen Bürgern werde bei derartig nicht nachvollziehbaren Entscheidungen die Motivation genommen.

Das Schelpedorf Brenkhausen hat seine Banken-Posse. „Hier wird noch lange gekämpft“, ist sich Johannes Hüls sicher.

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