Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Tillyhaus-Projekt – eine Förderung steht aus
60.000 Euro für neues Forum

Höxter (WB). Das Haus mit der Nummer 33 in der Westerbachstraße reiht sich ein in ein Ensemble aus Fachwerkhäusern. Bei einem Blick durch die Fenster im Erdgeschoss strahlt den Betrachter die Fotografin Anja Niedringhaus an, die 2014 bei einem Attentat in Khost ums Leben kam. Das Plakat beinhaltet einen Hinweis darauf, was hier in naher Zukunft entstehen soll: das Forum Anja Niedringhaus (FAN).

Donnerstag, 30.01.2020, 07:51 Uhr aktualisiert: 30.01.2020, 08:01 Uhr
Christine Longère (von links, Forum Anja Niedringhaus), Cornelia Lange (GbR Adelshof), Matthias Goeken MdL, Jutta Dewenter (West-Lotto), Henning Fischer (Denkmalbehörde Höxter), Kristin Wichert (Ortskuratorium (OK) Paderborn DSD), Dr. Christoph Heuter (LWL Münster), Renate Ortner, Prof. Dr. Rolf Meister (beide OK DSD) und Bürgermeister Alexander Fischer. Foto: Angelina Zander
Christine Longère (von links, Forum Anja Niedringhaus), Cornelia Lange (GbR Adelshof), Matthias Goeken MdL, Jutta Dewenter (West-Lotto), Henning Fischer (Denkmalbehörde Höxter), Kristin Wichert (Ortskuratorium (OK) Paderborn DSD), Dr. Christoph Heuter (LWL Münster), Renate Ortner, Prof. Dr. Rolf Meister (beide OK DSD) und Bürgermeister Alexander Fischer. Foto: Angelina Zander

Doch dafür muss das sanierungsbedürftige Haus zunächst in Stand gesetzt werden. Zahlreiche Förderungen sollen das ermöglichen. Mit 60.000 Euro unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Innensanierung des Tillyhauses. Das Geld stammt aus Mitteln der Lotterie Glückspirale.

Am Mittwoch wurde der symbolische Förderbetrag übergeben. „Wir fördern nicht nur den Kölner Dom, sondern auch Projekte an Ort und Stelle“, sagte Jutta Dewenter von West-Lotto. Im Wesentlichen soll das Geld für Arbeiten im Treppenhaus verwendet werden, sagte Cornelia Lange von der GbR Adelshof. Das Tillyhaus ist Eigentum der GbR Adelshof.

Doppelnutzung geplant

„Wir haben hier sehr wenige Umbauphasen erlebt, davon nur eine wirklich große. Bei jedem Umbau wird Substanz zerstört“, erklärte Dr. Christoph Heuter, beim LWL Ansprechpartner für die praktische Denkmalpflege für den Kreis Höxter, den erfreulichen Zustand des Hauses. Bürgermeister Alexander Fischer sagte: „Ich freue mich sehr, dass eine weitere Förderung fließt. Das Tillyhaus ist für Höxter von großer Bedeutung: Es ist ein ehemaliger Adelshof und liegt direkt an der Westerbachstraße. Das Ziel ist, eine historisch erlebbare Altstadt durch historisch erlebbare Gebäude zu schaffen. Und dafür müssen die Gebäude saniert werden.“

In Zukunft soll das Tillyhaus in Doppelfunktion genutzt werden, erläuterte Lange die Pläne. Im Erdgeschoss sowie dem ersten Obergeschoss werde sich das FAN einkaufen. Auf zwei weiteren Etagen sollen Eigentumswohnungen entstehen. „Das ist ein Nutzungsmix, der funktioniert“, stellte Heuten fest. Durch das FAN sei gewährleistet, dass das Denkmal öffentlich zugänglich ist.

Erschlossen werden können alle Etagen über das gemeinsame Treppenhaus, das laut Lange nach 1867 errichtet worden ist. Kristin Wichert vom Ortskuratorium Paderborn der DSD betonte, dass die Stiftung immer nach der Nutzung eines Denkmals schaue. „Das kann man hier nicht besser machen.“

Noch können die Sanierungsarbeiten aber nicht beginnen. „Wir warten noch auf eine Förderung der NRW-Stiftung“, sagte Lange. Eine Zusage stehe noch aus. „Es ist wahrscheinlich, dass im Frühjahr grünes Licht gegeben wird“, kündigte Matthias Goeken MdL an. Wenn es nach Christine Longère vom FAN geht, können die Arbeiten direkt im Anschluss beginnen. Das Projekt ist Teil der Regionale 2022, so dass eine Fertigstellung in zwei Jahren wünschenswert sei.

Ehemaliger Adelshof

Das Tillyhaus stammt aus 1610 und hat eine Gesamtwohnfläche von etwa 500 Quadratmetern. Es gehört zum Heistermann-von-Zielbergschen Hof. Die Anlage ist nach dem Heisterman genannten Corveyer Kanzler Georg Kramer benannt, dessen Familie das Anwesen 1556 erwarb. Vier Häuser gehören diesem Hof an, die die Hausnummern 31, 33, 35 und 37 an der Westerbachstraße tragen.

In allen Gebäuden der Hofanlage befand sich eine hochwertige Renaissanceausstattung. Das Fachwerkensemble weist trotz der Umbauten viel Originalsubstanz in den erhaltenen Raumstrukturen auf. Die Instandsetzung des Komplexes begann 2003. Die schadhafte Fachwerk- und Dachkonstruktion, mangelhafte Ausfachungen, geschädigte Türen und Fenster sowie der mangelhafte Putz wurden seither auch mit Hilfe der DSD schrittweise instand gesetzt. Die durch spätere Einbauten verunklärte Raumstruktur wurde dabei wie die Schäden an Stuck und Decken behoben.

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