Jetzt verhandeln NRW-Finanz- und Justizministerium, wann und ob Haus Saatweg 6 in Höxter-Bosseborn versteigert wird - Bürger fordern weiter Abriss
Horror-Haus: Noch kein Versteigerungstermin in Sicht

Höxter/Bosseborn (WB). Noch immer gibt es keine Entscheidung, was aus dem weltbekannten „Horror-Haus von Bosseborn“ wird. „Wir warten auf Düsseldorf, wie es weitergeht“, sagte Oberstaatsanwalt Marco Wibbe aus Paderborn am Montag auf WB-Anfrage. Zurzeit würden NRW-Finanzministerium und das Justizministerium darüber „beraten“ und hätten noch kein Einvernehmen erzielt, was das Land als Eigentümer mit dem Haus Saatweg 6 macht.

Montag, 03.02.2020, 17:27 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 12:34 Uhr
Das „Horror-Haus in Bosseborn“: Die Verbrechen in diesem Gebäude im Saatweg 6 machten weltweit Schlagzeilen. Foto: Michael Robrecht
Das „Horror-Haus in Bosseborn“: Die Verbrechen in diesem Gebäude im Saatweg 6 machten weltweit Schlagzeilen.

“Horror-Haus” in Bosseborn: die unendliche Geschichte

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Die Staatsanwaltschaft kann erst nach einer Einigung versteigern. Das Gebäude konnte auch deshalb noch nicht auf der NRW-Immobilien-Online-Versteigerungs-Plattform www.justizauktion.de angeboten werden, weil die schriftliche Urteilsbegründung aus dem Berufungsprozess gegen den Dachdecker Dave M. nicht vorlag. Der Schotte hatte in dem Haus dreist und lange unbemerkt 1000 Cannabispflanzen mit einer Drogenbande gezüchtet und war aufgeflogen. Ein Prozess folgte. Laut der Staatsanwaltschaft liegt die Urteilsbegründung nun vor. Das bedeutet, dass nun nächste Schritte folgen könnten.

Im Verfahren gegen den Dachdecker aus Bredenborn hatten die Paderborner Richter schon 2018 die Einziehung des Anwesens Saatweg 6 angeordnet. Der wegen des Betreibens einer Drogenplantage verurteilte Dave M., der das Haus 2017 für nur 5.000 Euro von einer Bosseborner Erbengemeinschaft gekauft hatte, war vom Land rechtskräftig enteignet worden. Das Haus wurde an das Land als Übergangs-Eigentümer übertragen. Dann kam die Berufung, der Fall lag auf Eis: Aktuell zuständig ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW. Die Staatsanwaltschaft hofft, dass die Akte »Horror-Haus« bald endlich geschlossen werden kann.

Dem schließen sich die Bosseborner Bürger an. „Wir haben das ganze Hin und Her sehrwohl im Blick und werden bei einer Versteigerung sofort mitbieten“, unterstrich Ortsheimatpfleger Richard Niederprüm die Linie im Ort noch einmal ausdrücklich. Ziel der Bürger sei es, das Haus möglichst preisgünstig zu ersteigern, um es dann abzureißen. Das »Horror-Haus« wächst zurzeit mit Unkraut zu. Fenster, Türen und Garage stehen auf, was möglicherweise auf ungebetene Gäste hindeutet. Mit diesem Sensationstourismus müsse Schluss sein, sagte Niederprüm. Er hoffe nur, dass es nicht merkwürdigste Bieter für das Haus gebe, die den Preis nach oben treiben würden. „Dann wäre ein Kauf nicht mehr möglich.“

Zur Erinnerung: Die beiden inzwischen verurteilten Hausbewohner des Saatweg 6 in Bosseborn, Angelika und Wilfried W., sollen bis 2016 jahrelang eine Vielzahl von Frauen in das schlichte Haus gelockt, seelisch und körperlich schwer misshandelt und finanziell ausgebeutet haben. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien. Angelika und Wilfried W. wurden im Oktober 2018 zu 13 und elf Jahren Haft wegen Mordes durch Unterlassen verurteilt, wobei Wilfried W. sofort in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen wurde.

15 Monate nach dem Urteil im Folterprozess von Höxter-Bosseborn wird nun zurzeit ein neues psychiatrisches Gutachten über Wilfried W. (49) erarbeitet. Grund sind neue Erkenntnisse von Therapeuten der forensischen Psychiatrie in Münster-Amelsbüren. Ihre Eindrücke, nach denen Wilfried W. voll schuldfähig sei und ein gefährlicher „Hangtäter“ sein könnte, werden gerade geprüft (wir berichteten am 30. Januar). Ihm würde dann wegen „besonderer Gefährlichkeit“ eine nachträgliche Sicherungsverwahrung drohen.

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