Ansgar-Vesper in Corvey: Schwester Ruth Stengel schaut bei Festansprache in vertraute Gesichter
„Gott wartet auf uns am Brunnen“

Höxter WB/(sos). Es war ein Wiedersehen mit vielen früheren Weggefährten: Als Schwester Ruth Stengel bei der ökumenischen Ansgar-Vesper in der trotz Sturmtiefs voll besetzten Abteikirche Corvey die Festansprache hielt, schaute sie in viele vertraute Gesichter.

Donnerstag, 13.02.2020, 15:05 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 15:08 Uhr
Wiedersehen an früherer Wirkungsstätte: Pastor Ludger Eilebrecht und Schwester Ruth Stengel sind gemeinsam im Pastoralverbund tätig gewesen. Foto: Sabine Robrecht
Wiedersehen an früherer Wirkungsstätte: Pastor Ludger Eilebrecht und Schwester Ruth Stengel sind gemeinsam im Pastoralverbund tätig gewesen. Foto: Sabine Robrecht

Ansgar-Vesper mit Schwester Ruth in Corvey

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Und sie schüttelte zahlreiche Hände. Die Menschen nutzten die Gelegenheit zum kurzen Plausch mit der Ordensfrau, die von 2008 bis 2010 als Gemeindereferentin im damaligen Pastoralverbund Höxter tätig war und mit ihrem Esprit, ihrer Glaubenstiefe und ihrer leidenschaftlichen Verkündigung nachhaltige Eindrücke hinterlassen hatte.

Diese positive Ausstrahlung hat sich die heute 40-jährige Schwester Ruth erhalten. Als sie begann, die Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen aus dem Johannesevangelium frei zu erzählen, schmolzen zehn Jahre dahin. So lange kann sie doch gar nicht aus Höxter weggewesen sein.

Geschehen ist in dieser Zeit viel: Verena Stengel trat in die Gemeinschaft der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) im Bergkloster Bestwig ein , legte 2019 die Ewige Profess ab und arbeitet im thüringischen Jena in der Diaspora. Sie glaube nicht, dass unsere Welt gottloser geworden sei, konstatierte die Ordensfrau in ihrer Festansprache in Corvey. „Wir müssen Gott nicht zu den Menschen bringen, er ist schon da. Vielleicht müssen wir ihn neu suchen lernen.“ Schwester Ruth ist fest davon überzeugt, „dass wir uns alle danach sehnen, Gott in der Tiefe unserer Existenz zu begegnen“. Daher gelte es, da zu sein, den Menschen zuzuhören und zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Worte zu finden . „Glaubensgeschichten wollen erzählt werden.“ Wie Jesus im Johannesevangelium warte Gott am Jakobsbrunnen auf uns. „Worauf warten wir denn eigentlich noch?“, schloss die Ordensfrau ihre Ansprache mit einem ermutigenden Appell.

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