Planungen für Fest auf dem Wall und Demonstration laufen an
Höxter zeigt Flagge gegen Höcke

Höxter (WB). Wenn AfD-Rechtsaußen Björn Höcke nach Höxter kommt , muss er sich auf mächtig Gegenwind einstellen. Ein breites Bündnis aus Parteien, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Bürgern will sich Höcke und bis zu 800 erwarteten AfD-Anhängern am Samstag, 28. März, entgegenstellen.

Sonntag, 16.02.2020, 19:48 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 20:50 Uhr
Ziemlich genau ein Jahr vor Björn Höcke war die AfD-Politikerin Beatrix von Storch in Höxter zu Gast. Schon damals formierte sich Protest. Die Grüne Jugend und andere Initiativen organisierten eine Demonstration durch die Innenstadt. Foto: Harald Iding
Ziemlich genau ein Jahr vor Björn Höcke war die AfD-Politikerin Beatrix von Storch in Höxter zu Gast. Schon damals formierte sich Protest. Die Grüne Jugend und andere Initiativen organisierten eine Demonstration durch die Innenstadt. Foto: Harald Iding

„Höxter zeigt sich – nie wieder Faschismus“

„Ich gehe davon aus, dass wir deutlich mehr Menschen als die AfD mobilisieren können“, sagte SPD-Kreisvorsitzender Helmut Lensdorf aus Marienmünster. Geplant sind bisher ein Demonstrationszug durch die Innenstadt zur Stadthalle und ein buntes Fest auf dem Wall. Erste Ideen sind dafür am Samstag bei einer von den Jusos initiierten Planungs- und Abstimmungsgespräch im Forum Jacob Pins gesammelt worden. Darüber hinaus wurden Arbeitsgruppen gebildet, die das genaue Programm festlegen und entsprechende Genehmigungen einholen sollen. Etwa 60 Menschen waren gekommen, um ihre Vorschläge einzubringen. Fest und Demonstration sollen unter dem Motto „Höxter zeigt sich – nie wieder Faschismus“ stehen. Auch ein ökumenischer Gottesdienst ist in Planung. Möglicherweise wollen die Kirchengemeinden während der AfD-Veranstaltung auch die Glocken läuten lassen.

AfD-Wahlkampfauftakt

Der AfD-Wahlkampfauftakt Ende März in Höxter steht unter dem Leitwort „Meine Heimat Westfalen“. Sowohl Grünen-Kreissprecher Ricardo Blaszczyk aus Warburg als auch Kreisheimatpfleger Hans-Werner Gorzolka aus Ovenhausen warnten in der Versammlung davor, dass die AfD den Heimatbegriff „kapert“. „Nicht die sind die Heimatgestalter – wird sind es“, sagte Gorzolka im Plenum. Einige in der Runde erinnerten sich an Auftritte von Republikanern oder NPD-Vertretern in den 1990er Jahren in Höxter und entsprechende Gegendemonstrationen. „Es ist uns gelungen, dass die nie wieder nach Höxter gekommen sind. Genauso muss es mit der AfD auch sein“, sagte ein Teilnehmer.

Heimatbegriff nicht kapern lassen

Die Rechtspopulisten sind allerdings bereits das dritte Mal mit einer Großveranstaltung im Kreis Höxter. Im vergangenen Frühjahr besuchte Beatrix von Storch Höxter, und im Sommer hielt die Partei ihren Landesparteitag in Warburg ab. Zu beiden Anlässen gab es Gegenveranstaltungen. Allein in Warburg kamen zu einem zweitägigen bunten Fest 3000 Menschen in die Stadt. Die Fäden liefen damals bei Rainer Mues von der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal zusammen. Der pensionierte Lehrer war am Samstag ebenfalls in Höxter und bot den Organisatoren in der Kreisstadt Unterstützung an.

Die Jusos behalten die Koordination in den Händen. Wer sich einbringen möchte, kann eine E-Mail an demokratie-hoexter@gmx.de schreiben.

Hassmails an den Stadthallenpächter und Streit um Corvey-Foto

In Bezug auf den Höcke-Auftritt erhält Stadthallenpächte Kai-Daniel Schmidt vermehrt Drohungen und Hassmails. Er kann der AfD die Nutzung der Stadthalle aus rechtlichen Grünen aber nicht verwehren.

Streit gibt es zwischen der AfD und sowie der Kirchengemeinde und dem Herzog von Corvey. Es geht um die Nutzungsrechte eines Fotos vom Welterbe .

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