Auftritt in Stadthalle Höxter schlägt weiter hohe Wellen – eigene Sicherheitsleute – Gespräch bei der Polizei
AfD erwartet 500 Höcke-Anhänger

Höxter (WB). Die AfD erwartet 450 bis 500 Zuhörer in der Stadthalle, wenn der umstrittene Thüringer AfD-Parteichef Björn Höcke am Samstag, 28. März, um 16 Uhr nach Höxter kommt. „250 Anmeldungen liegen schon vor“, berichtete Organisationschef Elia Sievers.

Freitag, 21.02.2020, 17:49 Uhr aktualisiert: 21.02.2020, 18:08 Uhr
Stadthallen-Ortsbesichtigung (von links): Klaus Meyer, Elia Sievers, Irmhild Boßdorf und Peter Eichenseher am Freitag in Höxter auf dem Wall vor der Halle. Foto: Michael Robrecht
Stadthallen-Ortsbesichtigung (von links): Klaus Meyer, Elia Sievers, Irmhild Boßdorf und Peter Eichenseher am Freitag in Höxter auf dem Wall vor der Halle. Foto: Michael Robrecht

Man habe alles organisatorisch gut im Griff, sagten AfD-Kreissprecher Klaus Meyer, Veranstaltungsleiter Sievers und AfD-Pressesprecher Peter Eichenseher. Bewirtung und Aufbau erledige die Alternative für Deutschland selbst mit eigenen Kräften. Der Höxteraner Stadthallenpächter Kai-Daniel Schmidt erhält derzeit viele Hassmails und Drohungen, weil er die Halle an die AfD vermietet hat. „Wir auch“, sagte Klaus Meyer. Die Kritik treffe nur den Falschen. „Schmidt musste an uns vermieten; es gab keine Chance, uns das zu verwehren. Die Leute sollen uns doch direkt ansprechen und kritisieren und nicht den Gastwirt. Wir sitzen in allen deutschen Parlamenten und sind eine Partei wie jede andere”, erklärte Meyer an der Stadthalle in einem Pressegespräch. Elia Sievers erzählte von vielen Angriffen, Faschismus-Beschimpfungen, Pöbeleien und dem Spießrutenlaufen in den sozialen Medien gegen die lokale AfD. „In Brakel lässt sogar einer ein T-Shirt mit der Aufschrift ‘Fuck Sievers’ drucken. Den würde ich gerne mal zum Kaffee einladen“, meinte die AfD-Nachwuchspolitiker. Juristisch werde die Kreis-AfD gegen die Anwürfe nicht vorgehen: „Das brauchen wir nicht.“ Peter Eichenseher meinte gar: „Unsere Gegner machen sehr gute Pressearbeit, da fällt für uns immer etwas ab...“

Zusammen mit Irmhild Boßdorf, der rechten Hand des NRW-Landesvorsitzenden Rüdiger Lucassen, haben die AfD-Kreisspitzen am Freitag eine Ortsbesichtigung an der Stadthalle und am Hindenburgwall vorgenommen. Auch bei der Kreispolizeibehörde gab es am Freitagmittag ein längeres Vorgespräch, um sicherheitsrelevante Fragen zu Wegezugängen, Personenschutz wie für Björn Höcke und Gebäudeeingängen zu erörtern. Klaus Meyer kündigte an, einen eigenen Sicherheitsdienst als Hallenordner zu beauftragen. Elia Sievers hat Erkenntnisse, dass die „Antifa“ Paderborn in Höxter wegen des Höcke-Besuches anrücke. Die Polizei hatte schon bei Bekanntgabe des Höcke-Auftritts angekündigt, dass man sich auf die Situation, wie beim Auftritt von Beatrix von Storch im Rathaus, angemessen vorbereite.

Die AfD erklärte auch, dass keine Corvey-Fotomotive (wir berichteten) mehr für den Höcke-Besuch auf Plakaten oder im Internet verwendet würden. Auch das Internetbild sei entfernt worden.

Die lokale AfD-Spitze schilderte, dass es im Kreisverband Höxter zurzeit 51 AfD-Mitglieder gebe. Eine AfD- Jugendorganisation sei derzeit nicht in Planung, so Elia Sievers. Dann berichtete er, dass es Mobbing und Probleme durch Arbeitgeber für Zuhörer des von-Storch-Besuches 2019 gegeben habe, weil diese in den Medien erkannt worden seien. Peter Eichenseher hofft auf einen störungsfreien Verlauf des 28. März und keine Graffitis wie am Höxteraner Fallersleben-Denkmal kürzlich. Von Björn Höcke als Person verspricht sich die Kreis-AfD Zulauf. Man bilde auf dem Podium die Breite der Partei von Höcke bis Lucassen ab und wolle den eigenen Verband nicht Höckes Lager zugeordnet sehen. Für den Kommunalwahlkampf brauche man Unterstützung von bekannten Persönlichkeiten. Bei den Wahlen 2020 will die AfD Kandidaten für den Kreistag, aber keinen Landratskandidaten aufstellen. Zudem trete man für die Räte Höxter, Warburg und Bad Driburg an.

Gegner planen Protest

Die Anti-AfD-Demo wird jetzt für Samstag, 28. März, ab 13 Uhr Marktstraße/Nikolaikirche angekündigt. Das “Fest der Demokratie” läuft dann nach dem Demozug am frühen Nachmittag am Wall nahe der Stadthalle. 65 Interessierte aus allen Parteien, vielen Verbänden und den Kirchen hatten am 15. Februar an einem Orga-Treffen im Pins-Forum teilgenommen. Die AfD-Gegner erwarten 800 AfD-Anhänger und Gäste.

Kommentare

HerrHoff  schrieb: 21.02.2020 18:47
"Eine Partei wie jede andere"? Eben nicht
Dieser Meyer behauptet, die AFD sei "eine Partei wie jede andere". Die zunehmenden rechtsterroristischen Angriffe in Deutschland sprechen eine andere Sprache.
1 Kommentare
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