Polizei legt Verkehrsstatistik vor – Schwerpunkt auf der L 828 bei Willebadessen
Fünf Menschen sterben bei Unfällen

Höxter (WB). Die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Höxter ist im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen. Das geht aus dem Dienstag veröffentlichten Verkehrsbericht der Polizei hervor. Demnach wurden insgesamt 4611 Verkehrsunfälle registriert, 170 oder 3,8 Prozent mehr als 2018. Ums Leben kamen bei Verkehrsunfällen fünf Menschen, zwei mehr als im Vorjahr.

Mittwoch, 26.02.2020, 07:46 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 07:50 Uhr
Haben den Verkehrsbericht vorgestellt (von links): Norbert Lammers, Friedhelm Spieker, Christian Brenski und Eberhard Geitel, Leiter der Führungsstelle Verkehr. Foto: Marius Thöne
Haben den Verkehrsbericht vorgestellt (von links): Norbert Lammers, Friedhelm Spieker, Christian Brenski und Eberhard Geitel, Leiter der Führungsstelle Verkehr. Foto: Marius Thöne

Schwerpunkt L 828

Einen besonderen Schwerpunkt bei den tödlichen Unfällen bildete die Landesstraße 828 zwischen Neuenheerse und Borlinghausen. Hier ereigneten sich allein vier der Unfälle mit Todesfolge. Der Leiter der Direktion bei der Kreispolizeibehörde, Norbert Lammers, bezeichnete das aber als „Zufall“.

Die Unfälle hätten sehr unterschiedliche Ursachen gehabt und hätten sich „genauso gut auch auf jeder anderen Straße im Kreis abspielen können“. Konkret starb bei Borlinghausen im Februar ein Autofahrer (31), der auf der Gegenfahrbahn mit einem Lastwagen kollidierte. Im Mai prallte ein Autofahrer mit einem Fahrradfahrer zusammen, der zwischen Neuenheerse und Willebadessen auf dem Seitenstreifen fuhr. Der 51-jährige Radfahrer starb.

Anfang Februar vergangenen Jahres ist ein 31-jähriger Warburger frontal gegen einen Holzlaster geprallt. Der Autofahrer starb an der Unfallstelle auf der Landesstraße 828 bei Willebadessen.

Anfang Februar vergangenen Jahres ist ein 31-jähriger Warburger frontal gegen einen Holzlaster geprallt. Der Autofahrer starb an der Unfallstelle auf der Landesstraße 828 bei Willebadessen. Foto: Frank Spiegel/Archiv

Im Juli starb bei Willebadessen ein Fahranfänger (18), seine Beifahrerin (17) wurde schwer verletzt. Und im Oktober prallte ein 81 Jahre alter Autofahrer ebenfalls bei Willebadessen gegen einen Baum. Seine Beifahrerin (75) kam bei dem Unfall ums Leben. Der fünfte Verkehrsunfall ereignete sich im März auf einem Wirtschaftsweg am Stahler Ufer in Stahle, wo ein Radfahrer (66) stürzte, dabei Kopfverletzungen erlitt und starb.

Insgesamt sei die Zahl der Verkehrstoten in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. 2001 habe es noch 31 Verkehrstote gegeben. Dass die Zahl nun deutlich im einstelligen Bereich sei, liege an einer besseren Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge, aber auch an der Arbeit der Polizei, die regelmäßig Tempokontrollen vornehme und Autofahrer auf Alkohol oder Drogen kontrolliere.

Stahle war kein Unfall

Nicht in die Verkehrsunfallstatistik ein geht ein Fall im Oktober in Stahle , als ein 16-Jähriger mit einem Golf in einen Friseursalon raste, das Auto Feuer fing und der Jugendliche starb. „Die weiteren Ermittlungen haben ergeben, dass es sich dabei nicht um einen Verkehrsunfall handelte“, sagte Lammers. Die Beamten gehen von einem Suizid aus, weshalb der Fall statistisch anders erfasst werde.

547 Verletzte

Bei den 4611 erfassten Unfällen wurden 547 Menschen (Vorjahr 591) verletzt, 169 davon schwer (Vorjahr 160). „Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten ist im Vergleich zum Vorjahr sogar gesunken, so dass die höhere Anzahl hauptsächlich auf Sachschadenunfälle zurückzuführen ist“, sagte Lammers.

803 Unfallfluchten

Eine weitere Zahl bereitet den Verantwortlichen bei der Polizei um Landrat Friedhelm Spieker und Polizeidirektor Christian Brenski aber Sorgen. In 803 Fällen (Vorjahr 680) flüchteten Autofahrer nach einem Unfall von der Unfallstelle. „Das ist etwa jeder Sechste“, resümierte Lammers.

Etwa 42 Prozent der Unfallfluchten konnten 2019 aufgeklärt werden, bei Fällen mit Verletzten lag die Quote sogar bei 55 Prozent. Nach Lammers Angaben seien Unfallfluchten unnötig. Bei den Unfällen drohe dem Verursacher normalerweise ein Verwarn- oder ein Bußgeld. „Wer abhaut, begeht eine Straftat“.

Problem: junge Fahrer

468 Unfälle wurden von jungen Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren verursacht. Diese seien eine Problemgruppe, wie Lammers deutlich machte. Der Kreis Höxter liege hier über dem Landesdurchschnitt. 2019 gab es 115 verunglückte junge Erwachsene. Einer starb, 36 wurden schwer, 78 leicht verletzt.

In den meisten Fällen waren die jungen Leute zu schnell unterwegs, in acht Fällen hatten sie getrunken oder Drogen genommen. Wenig Sorgen bereiteten hingegen die Senioren. Sie verunglückten im Kreis Höxter seltener als im Landesdurchschnitt. Landrat Friedhelm Spieker wies darauf hin, dass die Verkehrssicherheit zu den Hauptarbeitsgebieten der Polizei gehöre.

Die Polizei leiste Präventionsarbeit in den Schulen, beispielsweise mit dem Crashkurs-Programm. Spieker nannte das begleitete Fahren ab 17 Jahren eine „gute Sache“, damit Fahranfänger in Begleitung ihrer Eltern lernten, mit brenzlichen Situationen umzugehen. Norbert Lammers riet Eltern, ihren Kindern zum 18. Geburtstag ein Fahrsicherheitstraining zu schenken.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7295073?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F
Gerhard Weber ist tot
Moderunternehmer Gerhard „Gerry“ Weber ist in der Nacht vom 23. auf den 24. September verstorben. Foto: Hans-Werner Buescher
Nachrichten-Ticker