Mo., 16.03.2020

Corona-Virus: Kreis Höxter setzt auf Diagnosefahrzeug – keine neuen Fälle Test-Mobil kommt nach Hause

Hausärzte können im Kreis Höxter eine Überweisung für das neue mobile Diagnosefahrzeug ausstellen. Angemeldete Corona-Verdachtsfälle bekommen nach einem Telefonat Besuch von einem Arzt, der den Test dann zuhause durchführt.

Hausärzte können im Kreis Höxter eine Überweisung für das neue mobile Diagnosefahrzeug ausstellen. Angemeldete Corona-Verdachtsfälle bekommen nach einem Telefonat Besuch von einem Arzt, der den Test dann zuhause durchführt. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Von Angelina Zander

Höxter (WB). Wer über Atemwegsbeschwerden klagt und sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu einem bestätigten Corona-Infizierten hatte, der ist laut Robert-Koch-Institut ein bestätigter Verdachtsfall. Diese Personen müssen sich telefonisch bei ihrem Hausarzt melden. Dieser entscheidet dann, ob auf Covid 19 getestet wird.

Im Kreis Höxter gibt es für diese Tests nun einen mobilen Diagnosedienst, den die Kassenärztliche Vereinigung gemeinsam mit dem Kreis Höxter eingerichtet hat. „Es muss Spielregeln geben“, betonte Landrat Friedhelm Spieker am Montag bei einer Pressekonferenz. Bedeutet: Der Diagnosedienst wird ausschließlich auf Anfrage des behandelnden Arztes tätig. Wird ein Verdachtsfall diagnostiziert, werde eine Überweisung ausgestellt, erklärte Spieker. Diese kann von einem Angehörigen abgeholt werden. Mit der Überweisung bekomme man eine Telefonnummer für den Diagnosedienst. Ein Hausarzt, den die Kreisverwaltung stellt, besuche den Patienten zuhause für den Test, so Ronald Woltering, Leiter des Gesundheitsamtes. Mit dem Fahrzeug sollen Kliniken, Hausärzte und das Gesundheitsamt entlastet werden. „Es ergibt keinen Sinn, symptomfreie Personen zu testen. Das würde eine völlig falsche Sicherheit geben, weil eine Erkrankung auch später erfolgen kann“, sagte Woltering. Wer sein Umfeld schützen wolle, solle sich in Häuslichkeit zurückziehe und seine sozialen Kontakte einschränken. „Auch ein Test macht Sie nicht gesund“, so Woltering.

Spieker wies darauf hin, dass für Fragen zum Coronavirus die Telefonnummer des Gesundheitsministeriums NRW zur Verfügung stehe: 0211/91191001. Auch der ärztliche Notdienst ist bei Unsicherheiten zu erreichen unter 116 117. Verzichten sollten Bürger darauf, die Notrufnummern 112 und 110 wegen allgemeiner Fragen zum Virus zu blockieren.

Eine zusätzliche Telefonnummer ist beim Kreis Höxter eingerichtet worden. Fragen können unter 05271/9651111 gestellt werden. Spieker sagte aber auch: „Wir können Gerüchten nicht mehr nachgehen. Mit Gerüchten das Gesundheitsamt lahm zu legen, ist die völlig falsche Botschaft.“

Keine weiteren Fälle

Seit Samstag sind zwei Corona-Infizierte im Kreis Höxter bestätigt. Daran habe sich bis Montagnachmittag nichts geändert, hieß es. Die Zahl der Quarantänefälle wurde von Ronald Woltering auf unter 50 Personen beziffert. „Wir werden die Zahl zukünftig nicht mehr mitteilen.“ Die Entwicklung sei zu dynamisch und die Zahl nicht aussagekräftig. Bestätigen wollte er am Montag mit Verweis auf den Datenschutz auch nicht, dass es sich bei den Infizierten um Personen aus dem Stadtgebiet Beverungen handelt. Dies hatte die Verwaltung allerdings in einem Schreiben am Sonntag mitgeteilt.

Sitzungen abgesagt

Der Kreis Höxter teilte am Montagnachmittag mit, dass kreisinterne Sitzungen sowie die Ausschuss- und Kreistagssitzungen abgesagt sind. Dazu zählt die Sitzung des Ausschusses für Bildung, Sport, Kultur- und Kreisentwicklung am 18. März, des Kreis- und Finanzausschusses am 19. März und des Kreistags am 26. März. Mit allen Beschränkungen wolle man Zeit gewinnen. „Jeder Tag und jeder eingedämmte Infektionsherd zählt“, sagte Spieker.

KFZ-Zulassungsstelle

Dafür ist auch die Zahl der Besucher der KFZ-Zulassungsstelle in Höxter beschränkt worden. Nur zehn Personen dürften sich dort zeitgleich aufhalten, der Rest müsse vor der Tür warten und werde hineingebeten, sagte Spieker. Die Stelle in Warburg ist seit Montag geschlossen. „Die Räume geben es nicht her, dass die Mitarbeiter ausreichend geschützt sind“, erklärte Spieker.

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