Löschzug Höxter startet Spendenaktion
Alles verloren nach Wohnungsbrand

Höxter(WB). Zu einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Höxter (Schlesische Straße) sind am Freitag 60 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr ausgerückt. Sie konnten ein Übergreifen der Flammen auf den großen Gebäudekomplex verhindern. Weil die Familie durch den Brand und die starke Rauchentwicklung in ihrer Mietwohnung alles verloren hat, ist am Wochenende eine Hilfsaktion von Kameraden des Löschzuges Höxter gestartet.

Montag, 30.03.2020, 10:33 Uhr aktualisiert: 30.03.2020, 12:44 Uhr
Unterbrandmeister Uwe Hütte aus Höxter macht sich mit anderen Kameraden für die Familie stark, die durch den Brand alles verloren hat. Er hat schon einige Spenden gesammelt. Foto: Harald Iding
Unterbrandmeister Uwe Hütte aus Höxter macht sich mit anderen Kameraden für die Familie stark, die durch den Brand alles verloren hat. Er hat schon einige Spenden gesammelt. Foto: Harald Iding

„Unser Sohn, der zwei Jahre alt ist, und wir alle haben es geschafft, das Haus rechtzeitig zu verlassen“, sagte der 32-jährige Vater am Brandtag vor Ort. Die junge Mutter (28) konnte ebenso wie die anderen Betroffenen dann nur aus der sicheren Entfernung verfolgen, wie sich die erfahrenen Einsatzkräfte unter der Leitung von Jürgen Schmits zum Feuer vorkämpften und alles an Maßnahmen einleiteten, damit sich das Feuer nicht auch noch auf die anderen Wohnungen des Mietshauses ausbreiten konnte.

Einrichtung ist unbrauchbar

Nach den Löscharbeiten dann das traurige Bild: Die Wohnung der jungen Familie ist laut Polizei nicht mehr bewohnbar. Die ganze Einrichtung ist vor allem auch durch die starke Rauchentwicklung unbrauchbar geworden. Von der einen zur anderen Minute kein Dach mehr über den Kopf, das Hab und Gut vernichtet – der Schock sitzt tief. „Die Oma steht uns zur Seite, bei ihr können wir jetzt erst einmal unterkommen“, so der Vater. Wegen der Brandermittlung ist noch am Freitag die Kriminalpolizei eingeschaltet worden. Sie schätzt den Schaden in der Wohnung auf mindestens 30.000 Euro. „Die Ermittlungen zur Brandursache sind noch nicht abgeschlossen“, bestätigte am Sonntag die Behörde auf Anfrage.

Die Familie hat sich inzwischen über soziale Medien an die Öffentlichkeit gewandt mit der Bitte, ihr zu helfen. „Davon haben wir erfahren und gleich unsere Hilfe angeboten“, sagte Uwe Hütte (52) dem WESTFALEN-BLATT am Wochenende. Der Unterbrandmeister gehörte zu den Einsatzkräften und hat gesehen, wie schlimm der Brand war. „Die junge Frau ist todunglücklich und hat auf Facebook alle um Sachspenden gebeten“, so Hütte. Er nahm gleich Kontakt mit ihr auf und hat bereits mit weiteren Kameraden einige Spenden in einer freien Garage sammeln können – zum Beispiel Kleidung in der Größe 104 für den Jungen.

Übergangswohnung in Aussicht

Auch ein großer Teddybär wartet darauf, dass er das Kind trösten kann. Christian Grimm (Brandinspektor) vom Löschzug Höxter: „Wir haben uns sofort untereinander verständigt. Und die Resonanz, auch von Kameraden aus den Ortschaften, ist groß.“ Inzwischen habe die Familie wohl schon eine Übergangswohnung in Aussicht, erfuhr Hütte. Er und seine Kameraden stünden bereit, später zum Beispiel beim Aufbau der Möbel zu helfen. „Sie können auf unsere Hilfe zählen. In der Not sind wir da für die Familie“, betonte Grimm. Wer helfen möchte, kann sich per E-Mail an die Redaktion des WESTFALEN-BLATTES wenden (hoexter@westfalen-blatt.de). Die Hinweise werden dann an Uwe Hütte weitergeleitet. Der Feuerwehrmann sagt: „So etwas kann doch jeden treffen!“

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