Hochhaus und Ex-Wehrmachts-Lazarett werden bis Sommer abgerissen - Entkernung läuft
WBK-Silhouette verschwindet für immer

Höxter (WB). Vielen Höxteranern wird in diesen April-Tagen bewusst, dass sie die imposante Klinik-Silhouette am Räuschenberg nicht mehr sehr lange sehen werden. Altes und neues Klinikgebäude thronen noch optisch fast unversehrt hoch über Höxter. Die Abbruchbagger und Bauarbeiter-Trupps sorgen aber jetzt dafür, dass die Altbauten auch für alle sichtbar abgebrochen werden.

Freitag, 24.04.2020, 05:17 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 05:20 Uhr
Mehrere Minibagger fressen sich durch die gewaltigen Gebäude der Weserberglandklinik in Höxter. Foto: Michael Robrecht
Mehrere Minibagger fressen sich durch die gewaltigen Gebäude der Weserberglandklinik in Höxter. Foto: Michael Robrecht

Der im Winter gestartete Abriss mit Demontage der Asklepios-Weserbergland-Klinik läuft zurzeit auf Hochtouren. Nach Jahrzehnten der Nichtnutzung brennt im gelben Mitteltrakt und im Hochhaus sogar nachts wieder Licht. Bautechnisch nötige Lichter sind eingeschaltet, denn innen sorgen Arbeiter für die Entkernung. Bauschutt wird getrennt entsorgt und auf Halden oder in weißen Säcken rund um den Bau gesammelt. Metall und Mobiliar werden herausgetrennt und außen vor dem früheren Wehrmachtslazarett (Baujahr 1939) und dem WBK-Hochhaus von 1969 gesammelt. Einiges an Material – wie brauchbare Betten und Rollstühle – sind 2019 ins Ausland gespendet worden. Die Firma Linkamp Abbruch GmbH aus Anröchte organisiert den WBK-Abbruch. Viele Patientenzimmer sind bereits entkernt. Minibagger fahren sogar im Gebäude herum. Der gesamte Abbruch läuft bis zum Sommer 2020 (wir berichteten).

WBK Höxter: Lazarett- und Hochhaus-Abriss läuft

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Wer in diesen Tagen hinauf zur Asklepios-Weserbergland-Klinik in Höxter kommt, der erlebt nach den ersten Abrissarbeiten 2017 erneut ein beeindruckendes Schauspiel. Der fast fertig gestellte Neubau ist in Betrieb. Vom Wesertal und von der Kernstadt aus ist vom Abbruch noch nicht viel zu sehen, jedoch oben an der WBK nagen die Bagger vom Berg her an den massiven Gebäuden. Mauern sind schon aufgebrochen.

Hintergrund des Abrisses

LWL Münster, Stadt Höxter und die Untere Denkmalbehörde haben sich 2016 mit dem Klinikkomplex ernsthaft auseinandergesetzt und den Denkmalwert untersucht. Dazu sind auch Unterlagen über die Bauzeit und Belegung von 1939 bis 1945 im Stadtarchiv eingesehen worden. Über den Denkmalwert des stadtbildprägenden und auf 220 Meter Höhe sehr lang am Berghang gebauten ehemaligen Lazarettgebäudes, das es so in dieser Form im Weserbergland nicht gibt und das fest zur Stadtansicht von Höxter gehört, wurde intensiv beraten.

1937 hatte die Stadt Höxter das Grundstück zur Gründung eines Kurlazarettes zur Verfügung gestellt. Flüchtlinge, Besatzungstruppen und Fremdarbeiter hausten in dem ausgeplünderten Rohbau-Komplex; dann kam 1948 die Bahn, die einen ersten Krankenhausbetrieb aufnahm. Dr. Kurt Gierlich führte das unverputzte, düstere Haus 1949. Ein Kuratorium entstand. Zwei Ärzte und 30 Patienten (zuletzt vor dem Neubau 2500) gab es bei der Krankenhausgründung 1949. Viel Prominenz kam in dieses deutschlandweit führende Reha-Haus: die Fußball-WM-Mannschaft von 1954, Admiral Karl Dönitz, viele Bundesminister, Schauspieler und auch ausländische Politiker.

Weitere Daten

1952 bis 1956 Bau von Schwesterhaus und Wohnheim; 1966 bis 1969 Klinikanbau Hochhaus und Wirtschaftsgebäude; 1974 Erweiterungsbauten (nun 500 Betten-Klinik); 1981 bis 1985 Bau Gymnastikhalle und weitere Funktionsgebäude; 1997/1998 Bau des neuen Bettenhauses (seit 2006 Pflegeheim Weserblick); 2002 übernahm der Konzern Asklepios die WBK; 2015 Aufgabe der Orthopädie; 2016 Neurologie und Geriatrie als Schwerpunkte.

Die Asklepios Weserberglandklinik in Höxter ist dann für 25 Millionen Euro neu errichtet werden. Nur das Seniorenhaus von 1997 soll stehen bleiben.

Späte Informationsweitergabe

Auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES stufte Dr. Holger Mertens, Landeskonservator für Westfalen-Lippe aus der LWL-Denkmalpflege, die WBK-Altbauten 2016 so ein: »Bedingt durch die späte Informationsweitergabe an unser Haus in einem bereits sehr weit fortgeschrittenen Verfahren, gab es keine Möglichkeit oder Aussicht, eine umfassende Untersuchung und Auseinandersetzung mit dem Komplex sachgerecht erfolgreich zu Ende zu führen.« Dennoch sei darauf hinzuweisen, dass die Denkmaleigenschaft der Kunstwerke von Arno Breker festgestellt werden konnte.

»Übersetzt heißt das: Die WBK-Altbauten, die bisher nicht unter Denkmalschutz stehen, dürfen weichen. Die Arno-Breker-Figuren jedoch müssen stehen bleiben«, so Mertens. Bei den unter Schutz stehenden Figuren von Hitlers Lieblingsbildhauer Arno Breker handelt es sich um die Skulpturen »Die Schreitendende« (aufgestellt 1963) vor dem früheren Schwesternwohnheim und heutigen Klinik-Gästehaus sowie »Ewiges Leben« (Junge Familie, errichtet 1971) auch heute wieder am Brunnen an der Zufahrt zum Haupteingang.

Die Abrissgenehmigung galt 2016 als sehr wichtig für die grundsätzliche Umsetzung des 25-Millionen-Gesamtbauprojektes. Asklepios wollte die Errichtung einer modernen Rehabilitationsklinik mit 180 Betten in den Fachrichtungen Neurologie und Geriatrie am bisherigen Standort am Räuschenberg. Die Altbauten waren für einen modernen Klinikbetrieb unbrauchbar.

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