Vorstellungen auf dem Höxteraner Floßplatz am Wochenende ausverkauft
Im Autokino sitzen die Eltern hinten

Höxter (WB). So sehr die virusbedingten Vorkehrungen das Leben in ganz Deutschland aktuell einschränken: Damit, dass Höxter 2020 wieder ein Kino hat, hätte vor wenigen Wochen wohl kaum jemand gerechnet. Die ersten beiden Vorstellungen des Autokinos am Floßplatz waren komplett ausverkauft.

Montag, 27.04.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 27.04.2020, 15:02 Uhr
Für die Zeit der Kinovorstellung haben (von links) Sara und Letizia ihre Eltern Tanja und Karsten Gonzaga kurzerhand auf die Rückbank verbannt – schließlich handelte es sich bei „Onward“ auch um einen Kinderfilm. Foto: Greta Wiedemeier
Für die Zeit der Kinovorstellung haben (von links) Sara und Letizia ihre Eltern Tanja und Karsten Gonzaga kurzerhand auf die Rückbank verbannt – schließlich handelte es sich bei „Onward“ auch um einen Kinderfilm. Foto: Greta Wiedemeier

Rund 150 Autos standen somit auch am Samstagabend, pünktlich zum Filmbeginn der Disney-Neuheit „Onward: Keine halben Sachen“, ordentlich aufgereiht an der Stelle, wo zu dieser Jahreszeit sonst zahlreiche Wohnmobile Platz finden. In einem dieser Autos saß die 14-jährige Letizia am Steuer.

Ihre Schwester Sara (7) hatte es sich mit einer dicken Decke und einer großen Tüte Popcorn auf dem Beifahrersitz bequem gemacht. „Heute dürfen die Kinder zum Schauen nach vorne“, schmunzelten ihre Eltern Tanja und Karsten Gonzaga von der Rückbank des kleinen Stadtflitzers. „Wir haben gestern vom Autokino erfahren und sind schon immer begeisterte Kinogänger. Da haben wir die Chance ergriffen“, erzählten die Höxteraner.

Zehn Mitarbeiter organisieren die Vorstellungen

Auch viele Erwachsene ganz ohne Begleitung durch den Nachwuchs hatten sich auf dem Platz eingefunden. Das Ehepaar Bettina und Wiebke Sannemann aus Hameln etwa „wollte einfach gerne mal wieder raus“. Und auch aus deren Nachbarauto tönte es von Barbara Herr aus Herford: „Für Disney ist man nie zu alt. Und gute Laune kann man im Moment schließlich wirklich gebrauchen.“

Zehn Mitarbeiter sorgen von nun an Abend für Abend dafür, dass alle Besucher eine gelungene Vorstellung erleben. Denn auch ohne das Virus, wegen dem die Snacks von zu Hause mitgebracht werden müssen und ein Aussteigen nur für Toilettengänge erlaubt ist, erfordert das Autokino einiges an Vorbereitung.

„Bloodshot“ als Spätvorstellung

„Wir haben etwa fünf Stunden lang aufgebaut“, erzählt Stefan Barkow vom Event Team Hameln. Auch die Polizei und das Ordnungsamt hätten bereits nach dem Rechten gesehen. Bei der Vorstellung selbst müssen die Mitarbeiter schließlich jedes Auto an seinen Platz weisen und gerade in den ersten Film-Minuten wachsam sein: Ist ein Warnblinklicht zu sehen, bedeutet das nämlich: „Ich habe Tonprobleme, bitte kommen!“, und jemand eilt zur Hilfe.

Im Anschluss konnte man am Samstagabend jedoch problemlos abschalten und für knapp 100 Minuten tief in die bunte Welt der Elfen-Brüder Ian und Barley oder, zur Spätvorstellung, in die actionreiche Sci-Fi-Story von „Bloodshot“, eintauchen. Ganz ohne lästige Kaugeräusche oder ständiges Tuscheln aus den Nachbarreihen, dafür mit einem Panorama-Blick auf die Weser und die Höxteraner Skyline. Wer genau hinsah, konnte über der riesigen Leinwand sogar eine Sternschnuppe ausmachen – ein Erlebnis, dass es nur Open-Air geben kann.

Programm läuft noch bis zum 3. Mai

„Wir Eltern werden dieses Event nochmal nutzen und es dann auf den Vordersitzen genießen“, sind sich Tanja und Karsten Gonzaga schon jetzt sicher. Für die junge Familie passte alles: „Die Atmosphäre, der Film, die Technik und der Service: fünf Sterne!“

Das Programm läuft noch bis zum 3. Mai. Einer Verlängerung ist laut Stefan Barkow unwahrscheinlich: „Wir haben ja auch nur eine begrenzte Anzahl an Filmen und werden diese dann eher noch einmal in einer anderen Stadt zeigen.“ Früher hätten er und seine Kollegen oft um jeden Kunden kämpfen müssen – nun komme der Andrang ganz von selbst.

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