Corona-Krise trifft auch den Arbeitsmarkt im Kreis Höxter mit voller Wucht – Arbeitslosenquote steigt
Kurzarbeit für 20.000 Arbeitnehmer beantragt

Höxter (WB/thö). Die Corona-Krise macht auch vor dem Arbeitsmarkt im Kreis Höxter nicht Halt. Die Arbeitslosenzahlen sind im April sprunghaft angestiegen. Ende des Monats waren nach Angaben der Arbeitsagentur 3358 Menschen ohne Job, 440 mehr als Ende März. Die Arbeitslosenquote stieg damit innerhalb von vier Wochen um 0,5 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent.

Donnerstag, 30.04.2020, 20:56 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 21:00 Uhr
Kurzarbeit ist ein derzeit gefragtes Instrument. Foto: dpa
Kurzarbeit ist ein derzeit gefragtes Instrument. Foto: dpa

1270 Unternehmen von Kurzarbeit betroffen

Für 20.175 Arbeitnehmer ist Kurzarbeit beantragt worden. Bei rund 45.324 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Höxter entspricht das einem Anteil von 44,5 Prozent. „Ob tatsächlich auch so viele Menschen kurzarbeiten, können wir nicht genau sagen, weil die Unternehmen das relativ kurzfristig anpassen können“, hieß es dazu gestern von der Arbeitsagentur. Auch die beiden Zahlen seien nicht eins zu eins vergleichbar, weil die Beschäftigten-Statistik aus dem vergangenen Juni sei. Fakt ist aber, dass insgesamt 1270 Unternehmen im März und April für ihre Beschäftigten Kurzarbeitsanträge gestellt haben.

Ausnahmesituation Corona

Dass die Corona-Krise eine absolute Ausnahmesituation für den Arbeitsmarkt ist, macht auch eine weitere Vergleichszahl deutlich. Im März und April 2019 gab es nur zehn Kurzarbeitsanzeigen bei der Arbeitsagentur in Höxter. Davon betroffen waren 25 Beschäftigte.

„Mit den Einschränkungen zum Gesundheitsschutz sind unter anderem Unterbrechungen in der Produktion und Einbußen für die Gastronomie, den Handel und bei vielen Dienstleistern verbunden“, sagt Rüdiger Matisz, Leiter der für den Kreis Höxter zuständigen Arbeitsagentur in Paderborn. Auch die Konsumenten seien momentan deutlich zurückhaltender. „Alles das zusammen hinterlässt am Arbeitsmarkt Spuren“, sagt Matisz. Das liege überwiegend daran, dass unter den derzeit schwierigen Bedingungen deutlich weniger Menschen ohne Beschäftigung zurück in Arbeit finden würden als bisher. Die meisten Betriebe würden kein zusätzliches Personal einstellen.

Arbeitsagentur verspricht schnelle Auszahlung

Ohne Kurzarbeitergeld könnten die Folgen für den Arbeitsmarkt noch dramatischer sein, befürchtet Matisz. „Unternehmen nutzen die Möglichkeit, um Arbeitslosigkeit ihrer Beschäftigten zu verhindern“, sagte Matisz. Er verspricht: „Wir werden nun – ebenso schnell und unbürokratisch wie bisher – auch die Abrechnungsanträge der Arbeitgeber bearbeiten“. Die Behörde sei darauf vorbereitet und habe interne Abläufe umorganisiert.

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