„Bürgerstuben“ mussten schließen – Stadt erlaubt die Öffnung weiterhin
Wirrwarr um Schankwirtschaft

Höxter (WB/rob/RB). Die Gastronomie startet seit Montag nach fast zwei Monaten Corona-Zwangspause auch im Kreis Höxter wieder durch. Die Nachricht, dass die beliebten „Bürgerstuben“ in Höxter bei der Wiedereröffnungswelle dabei sind, hat sich in der Kreisstadt schnell herum gesprochen.

Donnerstag, 14.05.2020, 01:00 Uhr aktualisiert: 14.05.2020, 15:12 Uhr
Andreas Rüther versteht die Welt nicht mehr. Erst gab es eine Genehmigung zum Öffnen der Bürgerstuben, dann wurde sie widerrufen. Foto: Michael Robrecht
Andreas Rüther versteht die Welt nicht mehr. Erst gab es eine Genehmigung zum Öffnen der Bürgerstuben, dann wurde sie widerrufen. Foto: Michael Robrecht

Gastwirt Andreas Rüther hatte vom Ordnungsamt der Stadtverwaltung eine mündliche Zusage erhalten, dass er bei Berücksichtigung der Auflagen von Hygiene und Abständen wieder anzapfen darf. Diese Genehmigung hielt genau 24 Stunden. Wegen Unklarheiten in der Auslegung der NRW-Verordnung musste Andi Rüther am Dienstag seine Gaststätte schon wieder schließen – und ärgert sich maßlos.

Wirt ärgert sich

„Voraussetzung für die Zustimmung der Verwaltung waren der 1,5 Meter-Tisch-Abstand, gemessen von Rückenlehne zu Rückenlehne. Thekenstühle wurden verboten. Klebestreifen markierten die Wege. Außerdem mussten wir Wirte die Gäste namentlich registrieren und die vorgeschriebenen Hygienestandards einhalten“, schilderte Rüther den Organisationsaufwand. Andi Rüther plante weitere Aktivitäten für die nächsten Tage.

Dann die Wende: Die Rechtslage und zwei offensichtlich auslegungsfähige für Bars und Kneipen gültige Paragrafen wurde vom Land am Dienstag konkretisiert und von der Dehoga (Hotel und Gaststättenverband) den Gaststätten übermittelt. Nach der Klarstellung dürfen jetzt doch nur bestimmte Kneipen – jene mit einer Konzession neben Getränken auch Essen zu verkaufen – in NRW öffnen. Und da Andreas Rüther keine Kneipen-Konzession für die Abgabe von Schnittchen und Frikadellen hat, gilt er als Bar mit Getränkeausschank und darf jetzt doch nicht öffnen.

Corona-Behörden-Durcheinander

„Dieses Corona-Behörden-Durcheinander macht nicht nur mich, sondern viele Höxteraner Gäste traurig“, so Rüther. „Da könnte man doch glatt meinen, ich hätte mich über geltendes Verordnungsrecht hinweggesetzt und einfach aufgemacht. Das ist aber nicht so. Die Stadt hatte es mir genehmigt“, so der Wirt. Und so sei die ganze Umbauarbeit in der Gastwirtschaft am Marktplatz vorerst umsonst gewesen. Vermutlich würde die nächste Zwangspause mit null Einnahmen wieder Wochen dauern. Er wisse, dass andere Kneipen in NRW auch einen Tag auf gewesen seien und wieder schließen mussten. Eine Corona-Schicksalsgemeinschaft.

Stadtsprecher Sebastian Vogt erwidert nach Anfrage des WESTFALEN-BLATTES dazu: „Die Schließung der Bürgerstuben geht nicht auf die Stadt Höxter zurück. Den Betrieb von Kneipen, unter die wir auch die Bürgerstuben fassen, haben wir grundsätzlich zugelassen. Denn unter Paragraf 14 der Corona-Schutzverordnung sind Kneipen explizit aufgeführt.“

Stadt gibt grünes Licht

Weder die Information der Dehoga noch eine entsprechende Mitteilung der Landesregierung, dass Schankbetriebe nicht geöffnet werden dürfen, lägen der Stadt Höxter vor.

Die Verwaltung hatte beim zuständigen Gesundheitsministerium bereits eine Klarstellung der Regelungen nachgefragt, auch wegen der Unterscheidung zwischen Kneipe und Bar. Vogt: „Nach unseren derzeitigen Stand könnten die Bürgerstuben demnach aber öffnen.“

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