Kirche geht neue Wege: Auto-Gottesdienst auf dem Flugplatz stößt auf große Resonanz
„Beide Hände Richtung Himmel“

Brenkhausen (WB). „Wir wollen nicht den erhobenen Zeigefinger nach Berlin richten, sondern beide Hände Richtung Himmel zum Beten“. Diese Worte gab Bischof Damian mehreren Hundert Besuchern beim ersten Autogottesdienst auf dem Räuschenberg mit auf den Weg. Um das zu erreichen, wurde dem Glauben über die Konfessions- und Altersgrenzen hinweg gemeinsam Ausdruck verliehen.

Sonntag, 17.05.2020, 20:50 Uhr
Pastor Tobias Spittmann und Superintendent Volker Neuhoff am Altar direkt vor dem Kinderspielplatz – ein ungewohntes Bild. Foto: Greta Wiedemeier
Pastor Tobias Spittmann und Superintendent Volker Neuhoff am Altar direkt vor dem Kinderspielplatz – ein ungewohntes Bild.

Predigt zwischen Klettergerüst und Schaukel

Die Geistlichen predigten direkt vor Klettergerüst und Schaukel, im Hintergrund starteten die Segelflieger und auf dem Altar stand das Desinfektionsmittel griffbereit: Doch all diese widrigen Umstände wurden in dem ökumenischen Gottesdienst gar nicht näher thematisiert – sie wurden einfach hingenommen. Stattdessen konzentrierten sich die Teilnehmer auf das Wesentliche: danken, bitten und Hoffnung schenken.

Die drei Hauptorganisatoren und Ideengeber für diese außergewöhnliche Veranstaltung waren Bischof Anba Damian für die koptisch-orthodoxe Kirche, Pastor Tobias Spittmann für den katholischen Pastoralverbund Corvey und Superintendent Volker Neuhoff für den evangelischen Kirchenkreis Paderborn. Auch die Flugplatzverwaltung packte bei der umfangreichen Vorbereitung tatkräftig mit an und zahlreiche Jugendlichen aus dem Dorf wiesen die rund hundert Autos an ihre Plätze. Vor dem Panoramablick auf das Brenkhäuser Umland hatten sich auch etliche Wanderer, Fahrradfahrer, Kinder und sogar Hunde eingefunden. Solange die geltenden Abstands- und Hygiene-Regeln beachtet wurden, durfte die Messe nämlich auch unter freiem

Autogottesdienst am Räuschenberg

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Himmel verfolgt werden. 

Großes Interesse für Besonderes

„Es ist schön zu sehen, wenn Kirche, die ja sonst zumeist nicht mehr so gut besucht wird, wieder auf reges Interesse stößt“, so die Besucher Klaus und Beate Funnemann. Das Höxteraner Ehepaar wollte einen ganz besonderen Gottesdienst erleben und wurde nicht enttäuscht: Ein eritreischer Darbringungs-Hymnus, das Vater-unser in verschiedenen Sprachen und eine kleine Prozession mitten durch die Autoreihen standen auf dem Programm. Die Verantwortlichen freuten sich zudem über einen willkommenen Nebeneffekt: Die Tische der Gastronomie nebenan waren ebenfalls gut gefüllt.

„Diese Veranstaltung ist eine wichtige, zwingend notwendige Reaktion auf das, was wir momentan als Hochkonjunktur aller Verschwörungstheorien beobachten können“, befand Klaus Töpfer, der gemeinsam mit seiner Frau zum Gottesdienst gekommen war. Und die Worte, die von Superintendent Neuhoff kurze Zeit später bei der Predigt über den Flugplatz schallten, machten Mut: „Trauen Sie sich, weiter bei Gott anzuklopfen. Zögern Sie nicht, auch mal kräftig gegen die Tür zu bollern. Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir eine offene Tür finden”.

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