Theater im „KuStall“ bereitet neue Saison mit Abstand vor
Raum hat eine neue Bedeutung

Höxter-Ottbergen (WB). Seit dem Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen ist das kulturelle Leben auch im Kreis Höxter bedeutenden Einschränkungen unterworfen. Aufführungen und Konzerte wurden abgesagt, Proben ausgesetzt oder so gut wie möglich in anderer, zum Beispiel digitaler Form, durchgeführt. In der vergangenen Woche startete das „Theater im KuStall“ (ThimKu) in Ottbergen in eine neue Probensaison – erstmals seit März wieder im „KuStall“.

Donnerstag, 21.05.2020, 03:40 Uhr aktualisiert: 21.05.2020, 05:01 Uhr
Immer Abstand halten – Zum Ensemble gehören: Marie Steinberg, Elisa Hertlein, Peter Loos, Ute Arand, Heiko Beck, Alicja Wozniak, Sahrah Schauka, Miriam Scholz, Carsten Meier, Barbara Reuter, Rainer Lück, Madeleine Köhler und Axel Stapel. Foto: Iris Spieker-Siebrecht
Immer Abstand halten – Zum Ensemble gehören: Marie Steinberg, Elisa Hertlein, Peter Loos, Ute Arand, Heiko Beck, Alicja Wozniak, Sahrah Schauka, Miriam Scholz, Carsten Meier, Barbara Reuter, Rainer Lück, Madeleine Köhler und Axel Stapel. Foto: Iris Spieker-Siebrecht

Onlineproben unbefriedigend

„Wir freuen uns, dass wir endlich wieder zusammen arbeiten können und nicht nur per Bildschirm miteinander kommunizieren müssen. In den vergangenen Tagen haben wir ein Konzept erarbeitet, das bei den Proben den Mindestabstand von 1,50 Meter berücksichtigt, Desinfektionsspender am Eingang und die Flächendesinfektion sind Pflicht“, berichtet Maren Schlebusch, die als Regieassistentin für den reibungslosen Ablauf der Proben verantwortlich zeichnet. „Die Online-Proben waren zum Schluss einfach unbefriedigend“, sagte Darstellerin Sarah Schauka, „es fehlt die Interaktion mit dem Gegenüber und die Möglichkeit, Szenen räumlich darzustellen.“ Regisseurin Melanie Peter ergänzte: „Die derzeitige Situation der Kontaktbeschränkungen wird in die Inszenierung einfließen, es ist ein allgegenwärtiges Thema, das die Menschen beschäftigt. Wir werden versuchen, kreative und spannende, aber auch witzige Möglichkeiten der Umsetzung und Darstellung zu finden. Außerdem sind wir ja auch während der Proben an das Abstandsgebot gebunden.“

In der ersten Probe wurden erste Kostümentwürfe vorgestellt, und die Schauspieler setzten sich mit den neuen Rahmenbedingungen auseinander, probten den Umgang mit der neuen räumlichen Situation und dem Mindestabstand.

Das bedeutete, dass die dreizehn Schauspielerinnen und Schauspieler des ThimKu sich im begrenzten Raum bewegen, frei und ohne vorgeschriebenen Ablauf oder Weg, dafür aber immer den Abstand suchend und den Mitspielern ausweichend. „Wir mögen Herausforderungen und nutzen oft das Thema ‚Raum‘, sowohl im architektonischen als auch im zwischenmenschlichen Bezug, in unseren Inszenierungen“, sagt die Regisseurin.

Das Stück

Mit „Die Irre von Chaillot“ hat das ThimKu diesmal ein Stück aus der Feder von Jean Giraudoux gewählt. In dem Stück, das der Autor in der Pariser Vorstadt Chaillot zu Beginn des 20. Jahrhunderts angesiedelt hat, wird die Gräfin Aurelia, die wegen ihrer exzentrischen Erscheinung „Die Irre von Chaillot“ genannt wird, gemeinsam mit Freunden und Bekannten zur Verteidigerin ihres Stadtteils gegenüber profitgierigen Geschäftsmännern.

„Die Premiere ist für den 14. November geplant, weitere Aufführungen sollen am 20. und 21. November stattfinden. Natürlich werden wir uns da mit den Behörden abstimmen, wir hoffen, dass kleinere öffentliche Veranstaltungen mit den entsprechenden Sicherungen dann wieder durchgeführt werden können. Eventuell könnte eine geringere Besucherzahl pro Aufführung durch einen weiteren Termin aufgefangen werden. Sollten Aufführungen im November nicht möglich sein, werden wir versuchen, eine andere kreative Lösung zu finden“, sagt Melanie Peter.

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