Höxteraner unterrichtet sechs Wochen an muslimischer Schule in Indonesien
Eintauchen in eine exotische Kultur

Höxter (WB). Der Monat März steht schon für den Auftakt der Corona-Pandemie. Wer dann als Europäer in Indonesien weilte, hatte berechtigten Grund, sich Sorgen zu machen. Dem Höxteraner Johannes Krog ist es so ergangen. Aber der 19-Jährige kann, anders als es die vielen Krisen-Geschichten in den vergangenen Wochen vermittelten, ein sehr positives Fazit über seinen sechswöchigen Aufenthalt in Jakarta auf der Insel Java ziehen.

Dienstag, 26.05.2020, 17:24 Uhr
Ein Europäer in Indonesien: Lehramtsstudent Johannes Krog mit einer seiner Schulklassen. Dies hier ist die dritte Klasse der muslimischen Schule in Jakarta, in die auch Dygdan (Zweiter von links), eines der drei Kinder seiner Gastfamilie, ging. Alle Kinder waren immer mit viel Aufmerksamkeit und Respekt bei der Sache. Fotos: privat

Und am Ende, um dies vorwegzunehmen, hat er trotz Corona-Zeiten mit ein paar Tagen Verspätung nicht über Singapur sondern über Amsterdam seinen jetzigen Heimatort Paderborn erreicht.

Exotisch und tropisch

Zu KWG-Schulzeiten führte ihn sein Weg schon mal nach Spanien. Jetzt hatte sich Lehramtsstudent Johannes Krog ein exotischeres Ziel gewünscht. „Ein neues Land erkunden und gleichzeitig praktische Berufserfahrung sammeln“, erklärt der

angehende Gymnasiallehrer für Sport und Englisch seine Ambitionen. Er bewarb sich um ein Berufspraktikum als ehrenamtlicher Global Volunteer bei der Organisation „AIESEC“, die sich vor allen Dingen in Entwicklungsländern engagiert. Angesprochen von den Zielen wie Sicherung der Grundrechte und seiner Jobbeschreibung machte sich Johannes Krog Anfang Februar auf den Weg in die Zehn-Millionen-Stadt Jakarta, Hauptstadt von Indonesiens.

Herzlich aufgenommen

„Ein erzwungener Kulturschock“, sagt er selbst rückblickend, war der interkulturelle Unterricht an einer Grundschule/Junior High School – und zwar auf Englisch. Dazu die klimatischen Bedingungen: Regenzeit, sehr heiß und sehr feucht. „Alles auszuhalten“, gibt Krog zu, „es war einfach cool, weil ich mich sofort überall gut aufgehoben gefühlt habe.“ An der muslimischen Schule war er der bisher zweite Volunteer nach einer Portugiesin – also immer noch etwas sehr Besonderes und Exotisches für die indonesische Bevölkerung. „Ich bin sehr herzlich mit einem Lied empfangen worden, ich hatte immer eine Lehrerin zur Betreuung an meiner Seite“, erinnert sich der 19-Jährige gern zurück. „Das Lehrerkollegium war sehr nett und aufgeschlossen und hat an den Wochenenden auch Ausflüge mit mir unternommen.“ Der Unterricht sei ihm nicht schwer gefallen, zumal die Schüler, auch aufgrund des Schul-Kodexes, „religiös, exzellent und respektvoll“, sehr angenehm im Miteinander waren. Und was dann ganz schnell den Bann gebrochen hat: „Fußballfans gibt es in Deutschland und Indonesien“, sagt Krog, der die Sport-AGs der Schule mit betreut hat.

Und auch mit seiner Gastfamilie hatte es Johannes Krog gut getroffen. Der Vertrag mit der Organisation hätte ein Dach über dem Kopf und eine Mahlzeit vorgesehen. Doch da die Familie mit drei Kindern wohl eher, für indonesische Verhältnisse, zu den Wohlhabenderen gehörte, zahlte sich das für den Höxteraner auch aus: Er hatte ein eigenes Zimmer. Als er mal kurz erkrankte, ermöglichten die Gastgeber den Arztbesuch. An seinem Geburtstag ging es mit der ganzen Familie in ein Restaurant und die Fahrten zur Schule wurden per Moped organisiert. Aber was Johannes Krog viel wichtiger ist: „Es war ein sehr guter Austausch. Wir stehen auch jetzt noch in Kontakt. Ich habe über die Familie auch noch andere Familien kennengelernt. So war schon ein Eintauchen in die Kultur, so wie ich es mir gewünscht habe, möglich.“

Über Amsterdam zurück

Die Gastfamilie war es am Ende auch, die ihm seinen Aufenthalt trotz Corona nicht zum Krisen-Fall hat werden lassen. Die letzte von seinen sechs Wochen stand schon unter dem Einfluss des Virus’. Zunächst wurde morgens an der Schule regelmäßig bei allen Fieber gemessen. Dann ging es auch für Krog und die Kinder des Gastgebers ins Homeschooling.

Der Tag der Abreise kam. Doch Krogs Recherchen ergaben, dass es bei Abflug in Jakarta kein Weiterkommen in Singapur geben würde. Nach zehn Stunden Wartezeit wurde der Flug gecancelt. Doch auf seine Gastfamilie konnte sich Johannes Krog verlassen. Selbstverständlich durfte er dorthin zurückkehren. Und mit Hilfe der Deutschen Botschaft in Jakarta führte ihn dann drei Tage später ein Rückflug direkt bis Amsterdam, per Zug ging’s nach Paderborn.

„Groß, bunt und laut“, so bleibt Jakarta für Johannes Krog in Erinnerung – mit aufgeschlossenen Menschen, traumhaften Landschaften und besonderer Ess-Kultur (oft auf dem Boden sitzend und mit den Händen essend).

Da Johannes Krog schon mit 17 Jahren sein Abitur am KWG gemacht hat, ist er mit seinem Lehramtsstudium weit fortgeschritten. Zum Wintersemester 2021 plant der 19-Jährige noch ein Auslandssemester. Als zukünftiger Sportlehrer stellt er dann die sportlichen Ambitionen in den Vordergrund. Ein Sport-College in den USA steht auf seiner Wunschliste.

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