Kreisdelegierten-Konferenz in Steinheim: Nora Wieners führt Kernteam der Sozialdemokraten für Kreistagswahl an
Helmut Lensdorf ist SPD-Landratskandidat

Steinheim (WB). Die SPD schickt ihren Kreisvorsitzenden Helmut Lensdorf ins Rennen um das Amt des Landrates. Der 57-jährige Medienberater und Kommunalpolitiker aus Kollerbeck wurde am Samstag während der Delegiertenkonferenz in der Stadthalle Steinheim mit 80,9 Prozent von den 68 stimmberechtigten Delegierten (55 Ja-, 11 Neinstimmen, zwei Enthaltungen) nominiert. Die Parteikonferenz fand in Corona-Zeiten unter Einhaltung strenger Hygiene- und Sicherheitsvorschriften statt.

Sonntag, 07.06.2020, 12:44 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 14:30 Uhr
Tritt am 13. September gegen CDU-Kandidat Michael Stickeln aus Warburg an: Helmut Lensdorf aus Kollerbeck ist in Steinheim mit 80,9 Prozent zum SPD-Landratskandidaten nominiert worden. Foto: Heinz Wilfert
Tritt am 13. September gegen CDU-Kandidat Michael Stickeln aus Warburg an: Helmut Lensdorf aus Kollerbeck ist in Steinheim mit 80,9 Prozent zum SPD-Landratskandidaten nominiert worden. Foto: Heinz Wilfert

SPD-Wahlkonferenz: Lensdorf ist Landratskandidat

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„Es ist ein ehrliches Ergebnis, durch das ich meine Kandidatur mit dem nötigen Rückenwind angehen kann“ erklärte Lensdorf gegenüber dem WESTFALEN-BLATT, nachdem es zuletzt innerhalb der Partei rumort hatte. Wichtig sei jetzt, dass die Wähler bei der Wahl des Landrates am 13. September eine Alternative hätten. „Meine Kandidatur erfolgt mit dem Ziel, das Profil der SPD zu schärfen, die Demokratie zu stärken und den Kreis Höxter nach vorne zu bringen,“ sagte Lensdorf.

Als zentrales Handlungsfeld nannte der SPD-Chef 3-B-Häuser als öffentliche Einrichtungen für Betreuung, Bildung und Beruf. „Der Kreis Höxter gewinnt an Lebensqualität, wenn er Familien dabei konkret unterstützt, nah am Wohnort Betreuung, Bildung und Beruf miteinander verbinden zu können,“ heißt es dazu im Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2020, das unter dem Thema „Mach Dein Ding im Kreis Höxter“ steht.

Um die Erreichbarkeit zu gewährleisten, wird angestrebt, pro Kreisregion mindestens ein derartiges 3-B-Haus zu errichten. Kooperationen mit Bildungsträgern wie Berufskollegs, Volkshochschulen, Musik und Sport seien dazu erwünscht. Als weiteres zentrales Anliegen nannte der SPD-Landratskandidat eine verstärkte Bürgerbeteiligung. Die SPD verpflichte sich dadurch zu mehr öffentlicher Diskussion auf Augenhöhe. Bürgermeisterkonferenzen reichten dazu alleine nicht. Deshalb müssten Gremien zu zentralen Zukunftsprozessen gebildet werden, in denen Politik und Bürger in paritätischer Besetzung nach dem „Berliner Modell“ vertreten seien. „Wir haben ein gutes Wahlprogramm, das die Nähe zum Bürger sucht,“ so Lensdorf. Dazu gehöre auch, dass jedes Kind ab Schuleintritt kostenlos ein Instrument lernen und eine Sportart lernen könne, was die Nachwuchsarbeit in Vereinen stärke.

Die Kreis-SPD setzt bei der Wahl auf ein Kernteam mit der Spitzenkandidatin Nora Wieners (27), die auf Platz eins die Reserveliste anführt. Zu diesem Kernteam gehören noch Frank Oppermann (Steinheim), Rebecca Dierkes (Beverungen) und Marcel Franzmann (Borgentreich). Auch wenn Lensdorf darauf hinwies, dass man zwar „Power unter 30“, aber auch die Erfahrungen aller Generationen in der Politik brauche, gab es kritische Stimmen am „Verjüngungskurs“, der manchen zu schnell ging und zu radikal sei. Man dürfe aber angesichts des Anteils der älteren Menschen, diese Gruppe nicht aus den Augen verlieren oder sie gar zu verschrecken, so ein Delegierter. Günter Vandieken (Entrup) war anderer Meinung: „Wir sollten froh sein, dass viele Junge politische Verantwortung übernehmen wollen.“

Die Direktkandidaten für die 21 Wahlbezirke: Wahlbezirke 1 bis 4 Höxter Julia Brand-Türkoglu, Wolfgang Mischer, Dietmar Kanand, Holger Jödicke. Wahlbezirk 5 Marienmünster/Bökendorf Loreen Lensdorf. Wahlbezirk 6 Nieheim Johannes Reineke. Wahlbezirk 7 Steinheim Gisela Lause. Wahlbezirk 8 Steinheim Frank Oppermann. Wahlbezirke 9 bis 11 Bad Driburg Uwe Sammert, Sven Kröger, Andreas Reinhold Buthe. Wahlbezirk 12 Brakel Nord Nikolai Nolte. Wahlbezirk 13 Brakel Süd Wilhelm Hoblitz. Wahlbezirke 14 bis 15 Beverungen Rebekka Dierkes, Olaf Heistermann, Gabriele Römer. Wahlbezirk 16 Borgen-treich Gabriele Römer. Wahlbezirk 17 Borgentreich/Peckelsheim Marcel Franzmann. Wahlbezirk 18 Willebadessen Guido Gell. Wahlbezirke 19 bis 21 Warburg Magdalena Volmert, Mischa Engelbracht, Nora Wieners. Eine persönliche Vertreterregelung wird es nicht geben. In dieser Frage setzte sich die Position des Kreisvorstandes mit 41:27 Stimmen durch.

Mehrere Kampfabstimmungen prägten in geheimer Wahl die Aufstellung der Reserveliste. Umstritten war der Platz vier, auf dem Marcel Franzmann (Borgentreich) gesetzt war. Diesen Platz reklamierte der Stadtverband Nieheim für den Kandidaten Uwe Koch für sich, der auf Platz 10 gesetzt war. Den Initiativantrag formulierte Johannes Reineke mit der Begründung, dass Nieheim auf Kreisebene immer beste Ergebnisse eingefahren habe. Reineke sprach von einem Affront, weil mit ihm kein einziges Gespräch geführt worden sei. In der Abstimmung setzte sich Franzmann mit 46 zu 20 Stimmen durch. Koch kandidierte für Platz 6 gegen Holger Jödicke (Höxter), gegen den aus dem eigenen Stadtverband auch noch Dietmar Kanand (von Platz 22) vorgeschlagen wurde. Zwei Wahlgänge waren erforderlich, schließlich setzte sich Jödicke mit (44 Stimmen) gegen Uwe Koch (23 Stimmen) durch.

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