„Menschen 2020“: Marlon Becker aus Höxter ist vom Bundesligisten 1. FC Köln verpflichtet worden
Fußballinternat: Davon träumen viele junge Kicker

Höxter (WB). Viele junge Fußballer träumen von einer Karriere als Bundesligaspieler. Marlon Becker (15) aus Höxter gilt als großes Talent und besucht ab diesem Sommer das Sportinternat des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln. Marlon hat in der Profischmiede die einmalige Chance, viel dazu zu lernen und richtig durchzustarten, um in ein paar Jahren vielleicht einmal in einer Mannschaft der großen Clubs mitzumischen.

Freitag, 12.06.2020, 23:58 Uhr aktualisiert: 13.06.2020, 05:03 Uhr
Marlon Becker aus Höxter gilt als großes Fußballer-Talent. Er hat die seltene Chance, ins Fußball-Internat des 1. FC Köln zu wechseln. Mitte Juli zieht er um nach Köln. Das Foto zeigt ihn auf der Weserkampfbahn in Höxter, wo einst alles begann. Fotos: Michael Robrecht

Höxteraner Marlon Becker geht ins Fußballinternat nach Köln

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Wenn am 17. Juli für Marlon das „Abenteuer Köln“ beginnt, ist für ihn nichts mehr, wie es war. Der 15-jährige Höxteraner wechselt nicht nur auf das Internat des FC, er spielt auch im U16-Team der Kölner. Marlon, der zurzeit noch die 9. Klasse der Sekundarschule Höxter besucht, wechselt mit vielen Hoffnungen in die Domstadt am Rhein. Der hoch talentierte Jugendfußballer des SC Paderborn wird im Nachwuchsleistungszen-trum seinen Traum weiter verfolgen, später einmal das Hobby zum Beruf machen und mit seinem Lieblingssport Geld verdienen zu können. „Als ich das Angebot vom 1. FC Köln bekommen habe, dort meinen Schulabschluss machen und Fußball spielen zu dürfen, war ich begeistert“, erzählt Marlon Becker. Talent-Scouts hatten den Stürmer bei Spielen der Westfalen-Auswahl und bei seinen U15-Auftritten mit dem SC Paderborn entdeckt. Auch der BVB Dortmund und Mainz 05 hatten auf den 15-Jährigen ein Auge geworfen. „Köln hat mir am besten gefallen“, freut sich der 1,73 Meter große und 64 Kilo schwere Linksfuß, der bei den Kölnern nicht einmal vorspielen musste, sondern vom Fleck weg engagiert wurde.

Aus Kleinstadt nach Köln

Wie geht ein 15-Jähriger mit so einer Herausforderung und Riesenchance um? Marlon lässt nicht nur sein gewohntes Umfeld, Freunde, Schulkameraden, Fußballkumpels in Paderborn und seine Familie in Höxter zurück, sondern wechselt von einer Kleinstadt in eine Metropole mit einer Million Einwohner. Dort kenne er noch niemanden, lacht er: „Das macht aber nichts, dann lerne ich schnell neue Leute kennen“, meint der aufgeschlossene und gelassen wirkende Höxteraner, den seine Familie in den vergangenen Jahren mehrfach in der Woche von Höxter nach Paderborn ins dortige Nachwuchsförderzentrum oder zu Spielen gefahren hat. „Ich bin sehr dankbar, dass meine Mutter, mein Vater, Oma oder Opa und andere die Touren übernommen haben“, sagt Marlon Becker, der noch drei Geschwister hat. Viel zu verdanken habe er auch Trainer Ulrich Schmitz vom SV Höxter sowie den Paderborner Jugendtrainern Robin Trost und Lukas Kruse. „In der Corona-Pause habe ich mich in Höxter mit Trainingsplänen aus Paderborn fit gehalten und bin an der Weser oft gelaufen“, erzählt er.

Für ihn sei der Wechsel jetzt der nächste notwendige Schritt, wenn es weiter nach oben gehen solle, hörte er von den SCP-Verantwortlichen, die den jungen Mann gerne in ihren Reihen behalten hätten. Die Perspektive, vor mit 50.000 Fans besetzten Rängen irgendwann einmal im Kölner Stadion spielen zu dürfen, reizt Marlon.

Mit den Eltern beim FC

Die einzigartige Fankultur, das Wir-Gefühl und die rheinische Lebensfreude beim 1. FC Köln haben ihm gefallen, nachdem er mit seinem Vater Nils Becker und seiner Mutter Stefanie Becker Sportinternat, Schule, Trainingsplätze und die als Müngersdorfer Stadion bekannte Großarena 2019 besichtigt und mit verantwortlichen Leuten des FCK gesprochen hat. Er weiß aber auch, dass er funktionieren muss – aber Ehrgeiz bringt der junge Mann genug mit.

Strenge Erzieher, strikte Ordnung und wenig Freiräume: Für den großen Traum, Fußball-Profi zu werden, muss man einige Opfer bringen, zumindest gehen davon die meisten aus. Wie viel Wahres ist an diesen Klischees und dem „Mythos Sportinternat“ dran? „So schlimm ist das alles nicht. Es gibt dort sogar Einzelzimmer. Für eine häusliche Rundumversorgung ist gesorgt. Meine Eltern und mich hat das Konzept und die angenehme Atmosphäre in Köln überzeugt. Und Raum für freie Zeit bleibt mir auch genug. Am Internat liegt ein Wald, man kann dort laufen und Fahrrad fahren“, schildert Marlon Becker.

Nirgends sind Traum und Wirklichkeit so eng verbunden, wie im Sportinternat in Köln, der Profischmiede des FC. Aber: Der Erfolg ist alles andere als Zufall. Wie sieht Marlons (geboren am 31. Januar 2005) neues Leben aus? Der junge Mann muss mit einem Bus-Shuttle jeden Morgen in seine neue Schule, ein internationales Kölner Gymnasium, fahren. Von der Penne geht es nachmittags zurück ins Internat und dann sofort auf den Trainingsplatz, wo täglich die Fußballschuhe geschnürt werden. Die große Leidenschaft ist ständiger Begleiter der Jungen – weniger angesagt ist, auf dem Smartphone zu „daddeln“. Kunstrasen, ein Top-Trainerstab und den Geißbock auf der Brust – davon träumte Nachwuchsfußballer Marlon, und das bekommt er jetzt. Ein rotes Shirt mit Bock und Aufschrift „Becker“ bekam er bei der Vertragsunterzeichnung in Köln bereits. Den Erfolgsdruck will der spielintelligente Kicker in Motivation ummünzen. „Das Besondere am Sportinternat Köln ist, dass 34 Talente aus sieben Sportarten hier zusammenleben“, erklärt FC-Geschäftsführer Michael Niedrig.

„Ob es am Ende für die große Karriere reicht, weiß man nie so genau. Zu viele Faktoren und Zufälle spielen eine Rolle. Aber ich gebe alles“, meint Marlon Becker. Ginge man nach der Trainingsleistung und dem Einsatz der vergangenen Jahre, hätte Becker auf jeden Fall eine Chance, denn der junge Spieler habe außergewöhnliche Anlagen, hörte er schon beim SV Höxter und beim SC Paderborn. Doch für Lobeshymnen ist im knallharten Fußballgeschäft wenig Platz, zu schnell kann sich das Blatt wenden. Schon durch eine schwere Verletzung sei man gezwungen, einen Plan B zu haben, sagt Marlon Becker.

Es gibt auch den Plan B

Und wenn das mit dem Fußballtraum nicht klappe, habe er immer noch die Möglichkeit, im Familienunternehmen Gebrüder Becker in Höxter tätig zu werden. „Aber jetzt heißt es erst mal Fußball first“, lacht Marlon, der schon als Junge Kunststückchen mit dem Ball vorführen konnte. Heimatbesuche in Höxter werden nicht so häufig möglich sein: „Aber wenn ich daheim bin, dann gehe ich mit meiner Familie sofort ins ‘Strandgut’ an den Godelheimer See zu meinem Patenonkel Alex Hundt“, freut sich Marlon jetzt schon.

 

Zehn Fragen an... ...Fußballtalent Marlon Becker

Mein erstes wichtiges Tor: In Egelsbach bei Frankfurt bei einem Turnier für den SCP

Meine erste rote Karte: Bei einem Turnier als Dreikäsehoch in Höxter in der Bielenberghalle

Mein Spieler-Vorbild: Christiano Ronaldo

Mein Ziel: Den Sprung zu den Profis schnell zu schaffen und immer den Spaß am Fußball zu behalten

Meine Hobbies: FIFA spielen oder Tischtennis gegen meinen Vater

Meine Musik: Deutsch-Rap und alles aus den internationalen Charts

Meine Mode und mein Style: Auf gute Klamotten und eine schicke Frisur achte ich schon…

Mein schönstes Fußballerlebni s : Meine drei Tore gegen Borussia Mönchengladbach in der Nachwuchsliga

Meine Köln-Kenntnisse: Dom, Rhein, viele junge Leute in der Stadt, die Farbe Rot. Aber: Eine Begeisterung für Karneval kann ich mir als Höxteraner noch nicht wirklich vorstellen

Meine Fußball-Laufbahn: Spieler beim SV Höxter schon als Minikicker, dann SC Paderborn seit 2015/2016 und dort bis heute bis zur U15; inzwischen viele Einsätze in der Westfalen-Auswahl rob

 

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