Veterinäre retten im Kreis Holzminden zwei Stuten und einen Ponyhengst aus Stall – halb verhungert und traumatisiert
Gepeinigte Tiere suchen neues Zuhause

Holzminden (WB/hai). Ein besonders schlimmes Tierdrama hat sich im Nachbarkreis Holzminden abgespielt. Es sei schon ein „erbarmungswürdiges Bild“ gewesen, das sich den Mitarbeitern des Kreisveterinäramtes in der Nähe einer Ortschaft im Landkreis Holzmnden geboten habe.

Sonntag, 14.06.2020, 20:32 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 09:50 Uhr
Diese drei Pferde konnten gerettet und in den vergangenen Wochen wieder aufgepäppelt werden. Jetzt wird für sie ein neues Zuhause gesucht. Foto:
Diese drei Pferde konnten gerettet und in den vergangenen Wochen wieder aufgepäppelt werden. Jetzt wird für sie ein neues Zuhause gesucht.

„Ein stockdunkler, heruntergekommener Stall, in dem sich anderthalb Meter hoch in tierkotdurchsetztem Schlamm der Mist stapelte. Dazwischen eine dreijährige, völlig abgemagerte Vollblutstute, die die Veterinäre wegen des Unrates und der Lichtverhältnisse auf den ersten Blick gar nicht wahrnahmen“, so Pressesprecher Peter Drews.

Für die Tierschützer von Amtswegen war es keine Frage, das zerschundene Pferd genau wie noch zwei weitere Tiere sofort in Obhut zu nehmen und in einem Pflegebetrieb erst einmal wieder hochzupäppeln. Drews: „Jetzt wird ein neues, besseres Zuhause für die drei gesucht.“

„Das, was wir vorgefunden haben, war wirklich schockierend“, erklärt Dr. Claudia Vesterling. Bevor einem Halter seine Tiere weggenommen würden, bekomme er in der Regel immer noch die Chance, für bessere, artgerechte Bedingungen zu sorgen, ergänzt die Veterinärin im Bereich des Landkreises Holzminden.

Schockierende Zustände

Doch in diesem Fall war sofortiges Handeln angesagt. Zwar habe man schon aufgrund verschiedener Hinweise gewusst, dass auf dem Hof einiges im Argen liege und den entsprechenden Halter auch wiederholt klar gemacht, dass einschneidende Änderungen nötig seien, damit es keine drastischen Konsequenzen gebe. Doch das hatte offenbar keinen Erfolg, wie der Landkreis betont.

Den tatsächlichen Zustand der Pferde konnte das Kreisveterinäramt schließlich erst nach einer Inaugenscheinnahme feststellen. „Dazu brauchen wir allerdings auch schon konkrete Hinweise“, betont Vesterling.

Die fuchsfarbene Vollblutstute, eine 22 Jahre alte, ebenfalls fuchsfarbene Ponystute und ein fünfjähriger brauner Ponyhengst hatten eine richtige Weide offenkundig schon länger nicht mehr gesehen. Es brauchte mehr als zwei Monate, um die völlig verwahrlosten, halb verhungerten und traumatisierten Tiere wieder einigermaßen handzahm zu machen.

Fürsorgliche Hände gefragt

Jetzt sollen sie in fürsorgliche, bessere Hände gegeben werden. Peter Drews: „Wer Erfahrung mit Pferden hat, über genügend Platz verfügt und gut mit solchen Tieren umgehen kann, der kann sich jetzt beim Veterinäramt melden.“ Weitere Auskünfte gibt es unter der Telefonnummer 05531/707428 oder über die E-Mail-Adresse des Amtes ­„veterinaeramt@landkreis-holzminden.de“.

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