Kreisausschuss berät über digitales Alarmierungssystem via Smartphone
Ersthelfer-App kann Leben retten

Kreis Höxter (WB/sos). Bei medizinischen Notfällen zählt jede Minute. Deshalb ist im Kreis Höxter die Einführung einer Ersthelfer-App geplant. Die CDU-Kreistagsfraktion hatte ein Konzept für dieses digitale Alarmierungssystem via Smartphone beantragt. An diesem Dienstag nun berät der Kreis- und Finanzausschuss darüber. Die Verwaltung hat zwei Anbieter verglichen und legt dem Gremium den Beschlussvorschlag vor, die App „Kat­Retter“ zu etablieren. Das letzte Wort hat am 25. Juni der Kreistag.

Dienstag, 16.06.2020, 08:15 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 08:20 Uhr
Digitalisierung hilft Leben retten: Wie das funktioniert, wird hier in einer Bildschirm-Präsentation anhand der Lebensretter-App „Landretter“ demonstriert. Ersthelfer in der Nähe bekommen im Notfall eine Nachricht aufs Handy und können rasch zum Notfall in ihrer Nähe eilen. Die Kreisverwaltung schlägt für die Region die Ersthelfer-App „KatRetter“ vor. Foto: dpa
Digitalisierung hilft Leben retten: Wie das funktioniert, wird hier in einer Bildschirm-Präsentation anhand der Lebensretter-App „Landretter“ demonstriert. Ersthelfer in der Nähe bekommen im Notfall eine Nachricht aufs Handy und können rasch zum Notfall in ihrer Nähe eilen. Die Kreisverwaltung schlägt für die Region die Ersthelfer-App „KatRetter“ vor. Foto: dpa

Das digitale Ersthelfer-System stärkt und ergänzt die bestehende Rettungskette. Wenn bei der Leitstelle beispielsweise ein Herzstillstand gemeldet wird, alarmiert das Team zusätzlich zum Rettungsdienst via Smartphone-App speziell geschulte Ersthelfer, die sich in der Nähe des Notfalls befinden. Sie können schon vor dem Rettungsdienst vor Ort sein und in diesen Minuten bis zum Eintreffen der Profis bereits erste Sofortmaßnahmen einleiten – Beispiel Herzdruckmassage. Damit erhöhen die Ersthelfer die Überlebenschancen des Patienten.

Schulungen für Ersthelfer

Die Schulungen und Einweisungen der Ersthelfer sollen, so die Kreisverwaltung, von einer oder mehreren ehrenamtlichen Hilfsorganisationen übernommen werden. 140 Ersthelfer müssen parat stehen, um das System implementieren zu können. Sie sind nach der Schulung bei ihren Einsätzen haftpflicht- und unfallversichert.

Die CDU-Fraktion hatte in ihrem Antrag zur Einführung eines Ersthelfer-Systems dafür plädiert, dass die Verwaltung die beiden von anderen Kreisen in OWL genutzten Apps »Mobile Retter« oder »KatRetter« unter die Lupe nimmt. Beide funktionieren nach einem vergleichbaren Prinzip. „Im wirtschaftlichen Vergleich sind die Kosten für das System ‚KatRetter‘ günstiger als beim System ‚Mobile Retter‘“, hat die Kreisverwaltung festgestellt. Im ersten Jahr kostet die „KatRetter-App“ 17.850 Euro, ab dem zweiten Jahr sind es 3.570 Euro. Bei fünf Jahren Laufzeit beträgt der Gesamtbetrag 32.130 Euro. Die durchschnittlichen jährlichen Kosten beziffert die Verwaltung auf 6.426 Euro.

Kostenaufstellung

Für die Anbindung der Schnittstelle fallen einmalig weitere 15.000 Euro an. Hinzu kommen jeweils rund 850 Euro für die jährliche Wartung dieser Schnittstelle. Und: „Für die Schulung und Einweisung der Ersthelfer sind jährlich circa 8.000 Euro Ausbildungskosten einzuplanen.“

Zusätzlich zu den Ersthelfern mit Ausbildung im Bereich Medizin oder im Rettungswesen können sich über die KatRetter-App weitere Mithelfer registrieren lassen. Diese können auch ohne spezifische Kenntnisse etwa beim Füllen von Sandsäcken in Hochwassersituationen mit anfassen.

Wie die Kreisverwaltung informiert, haben sich die Kreise Herford, Lippe und Minden-Lübbecke bereits für das System „KatRetter“ entschieden. „Der Kreis Paderborn bereitet die Entscheidung gerade vor. Im Zuge der Vernetzung der Leitstellen der Kreise Höxter, Paderborn und Lippe sollte möglichst ein einheitliches Ersthelfersystem genutzt werden, um zusätzliche Kosten für weitere Schnittstellen, Schulung des administrativen Personals und hieraus resultierende Folgekosten zu vermeiden“, empfiehlt die Kreisverwaltung in der Vorlage zur Ausschuss-Sitzung.

Der Kreis Gütersloh kann als einziger in Ostwestfalen-Lippe bereits auf eine mehrjährige Erfahrung mit einem solchen Alarmierungssystem verweisen und zieht, was ihre Erfolge angeht, eine zufriedene Bilanz.

Die Ausschuss-Sitzung, in der das Thema beraten wird, beginnt an diesem Dienstag um 17.30 Uhr in der Aula des Kreishauses in Höxter.

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