Suchaktion auf der Weser – Vermisste Personen steigen in Corvey und Tonenburg aus – Großalarm in Holzminden
Chaos-Bootstour: Männer über Bord

Von Michael Robrecht

Montag, 29.06.2020, 17:43 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 17:46 Uhr
Personen werden vermisst: Boote suchen die Weser zwischen Tonenburg und Stahle ab. Foto: Feuerwehr Holzminden
Personen werden vermisst: Boote suchen die Weser zwischen Tonenburg und Stahle ab. Foto: Feuerwehr Holzminden

Höxter/Stahle/Holzminden (WB). „Männer über Bord und vermisst“. Eine Alarmmeldung hat am Samstagabend ein Großaufgebot an Einsatzkräften an und auf die Weser geführt. Sechs junge Leute waren am Samstagmorgen zu einer Weserbootstour in Wehrden aufgebrochen.

Was eine lustige Weserfahrt werden sollte, endete als Fiasko. Bei einem Stopp in Corvey ging ein Ausflügler zur Pinkelpause an Land – und wurde nicht mehr gesehen. Ein zweiter Bootsfahrer sprang an der Tonenburg ans Ufer, weil er seinen Kumpel vermisste. Weg war auch er. Das Restquartett ließ sich einfach im Boot weiter Richtung Holzminden treiben und verlor die beiden Kumpanen aus dem Blickfeld. Die „Seeleute“ irrlichterten über den Fluss und setzten am Ende in ihrer Not einen Notruf ab. Ein Großaufgebot an Rettungskräften von Feuerwehr, DLRG und THW Holzminden startete eine Suchaktion auf dem Fluss.

Feuerwehr, THW, DLRG, Polizei, Rettungssanis: alle vor Ort am Kai in Holzminden.

Feuerwehr, THW, DLRG, Polizei, Rettungssanis: alle vor Ort am Kai in Holzminden. Foto: Feuerwehr

Was war den beiden Männern passiert? Sind sie in Lebensgefahr? Einsatzkräfte schwärmten in NRW und Niedersachsen grenzübergreifend aus. Der Tonenburg-Aussteiger konnte nach einer Weile in Badelatschen und in Badehose von Polizei und Holzmindens Stadtbrandmeister an der Badeanstalt am Stahler Ufer aufgegriffen werden. Er war auf dem Radweg von der Tonenburg nach Holzminden gelaufen. Der Corvey-Vermisste ist auf der östlichen Weserseite auf Höhe Tonenburg aufgegriffen worden.

Zwei Schlauchboote (eines voller leerer Bierkisten) hatten die Ausflügler dabei. Die Wasserretter brachten diese Boote im Schlepptau bei Sonnenuntergang bis nach Holzminden. 70 Helfer wurden aufgeboten, um den „Schiffbrüchigen“ zu helfen. Am Weserkai standen Schaulustige, viel Blaulicht, Rettungs- und Feuerwehrwagen. Ende gut, alles gut? Einzige positive Botschaft der feucht-fröhlichen Bootstour: Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen oder hat sich verletzt.

Viele fragen sich: Wer bezahlt eigentlich den Einsatz? Der Steuerzahler?

Kommentare

Detlef Weber  schrieb: 29.06.2020 22:36
Der Steuerzahler?
... Selbstverschuldet im Suff! Ich würde den die Rechnung präsentieren, damit sie mal merken, was Sache ist. Trinken können die, aber die Rechnung nicht begleichen wollen. Ein unmögliches und respektloses Verhalten der Allgemeinheit gegenüber. Die Rettungskräfte hätte ihre Zeit für sinnvolleres Opfern können
1 Kommentare
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