Digitalisierung in der Landwirtschaft: Julia Klöckner besichtigt Hochschulprojekt auf Versuchsfeld in Marienmünster
Ministerin will Pestizide reduzieren und Kükenschreddern verbieten

Marienmünster/Höxter (WB). Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich über die Chancen der Digitalen Landwirtschaft in dem bundesweit einzigartigen Studiengang Precision Farming an der Technischen Hochschule OWL in Höxter informiert. Höhepunkt des Donnerstagvormittags: Klöckner besuchte nach einer Einführung in der Klosterdomäne Marienmünster ein Versuchsfeld und erlebte die praktische Anwendung digitaler Technologie wie einer Drohne von Prof. Burkhard Wrenger. Studierende berichteten, wie man Pflanzenkrankheiten in einem Maisfeld mit neuen Methoden untersucht und schilderten, wie weniger Pestizide benötigt werden können.

Donnerstag, 09.07.2020, 17:45 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 18:41 Uhr
Mit seiner Drohne untersucht Prof. Burkhard Wrenger (rechts) ein Versuchsfeld beim Kloster Marienmünster. Foto: Michael Robrecht
Mit seiner Drohne untersucht Prof. Burkhard Wrenger (rechts) ein Versuchsfeld beim Kloster Marienmünster. Foto: Michael Robrecht

Ministerin Klöckner in Marienmünster: Demo und Drohne

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„Mein Ziel ist, die Vorreiterrolle der Landwirtschaft bei der Digitalisierung weiter auszubauen“, erklärte die Bundesministerin und kündigte ein Milliardenprogramm an. Höxter sei da bundesweit schon weit vorn. Die Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sondern sie helfe, Zielkonflikte zu lösen, die Arbeit der Landwirte zu erleichtern und Ressourcen präziser einzusetzen. „Dünge- und Pflanzenschutzmittel könnten punktgenau und bedarfsgerecht ausgebracht werden. Der Einsatz von Giften muss verringert werden.“ Digitalisierung und Smart Farming prägen schon heute die Landwirtschaft: „Das will ich weiter unterstützen und ausbauen für eine tierwohlgerechtere, umweltgerechtere und transparentere zukunftsfähige Landwirtschaft. Das macht die grünen Berufe attraktiver und die Ergebnisse besser. Mein Ministerium fördert daher bundesweit 14 digitale Test- und Experimentierfelder mit 50 Millionen Euro und koordiniert Digitalisierungsfragen in einer neu gegründeten Unterabteilung. Dabei geht es uns auch um Schnittstellenproblematiken, und Fragen zum Datenschutz sowie zu Plattformen für Agrardaten“, erläuterte die Bundesministerin.

Der Studiengang Precision Farming an der TH OWL Höxter zeige, wie digitale Technologien dabei helfen können, ökologische Landwirtschaft und Wirtschaftlichkeit zusammen zu bringen. Landwirtschaftliche Maschinen liefern schon jetzt große Datenmengen. Um diese systematisch auszuwerten, fehlt in vielen Betrieben noch das Knowhow. „Die Landwirtschaft wird sich wandeln wie kaum eine andere Branche. Diese Transformation ist notwendig, damit Agrarwirte in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben“, erklärte Prof. Burkhard Wrenger, der den Studiengang Precision Farming an der TH OWL leitet. Seit dem Wintersemester 2018/2019 werden Studierende in Agrarwissenschaft, Informatik und Maschinentechnik ausgebildet. Aktuell studieren 26 junge Leute im Studiengang Precision Farming in Höxter. Neben Vorlesungen und Seminaren sind Praxis- und Forschungsprojekte, die von Landwirten und Landmaschinenherstellern an die Hochschule herangetragen werden, ein wichtiges Element im Studiengang. Dazu gehört das ökologische Bekämpfen von Schädlingen. Auf einem Versuchsfeld auf dem Gelände des Klosters Marienmünster in der Nähe der Hochschule überzeugte sich die Bundesministerin, wie digitale Technologien bei der Schädlingsbekämpfung helfen können.

Der Maiszünsler ist der wirtschaftlich bedeutendste Schädling im Maisanbau und breitet sich zunehmend auch in Deutschland aus. Studierende des Studiengangs Precision Farming untersuchen deshalb mithilfe von Drohnen auf dem Mais-Versuchsfeld die Beschaffenheit von Pflanzen und Boden. Die Drohnen liefern Daten über Stresszustände der Vegetation. Eine intelligente Insektenfalle gibt Hinweise auf mögliche Schädlinge, bevor sie Schaden erzeugen. Die Wetterstation zeigt an, wie gut der Boden mit Wasser versorgt ist und wie schnell Niederschläge verdunsten. So können die Wissenschaftler die Bewässerung auf dem Versuchsfeld kon-trollieren und den Pflanzen-Wasserverbrauch reduzieren.

Ministerin will Helene Dörksen (Hochschule OWL/Projekt „Fluoreszenzspektroskopie“ kennen lernen

Wissenschaftler der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Hochschule Coburg haben ein Verfahren entwickelt, um das Geschlecht von Küken schon im Ei festzustellen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner kündigte bei ihrem Besuch in Marienmünster an, dass sie das Kükentöten per Gesetzentwurf verbieten werde. Sie möchte zudem Professorin Helene Dörksen von der Hochschule OWL und ihr Grundlagen-Forschungsprojekt „Fluoreszenzspektroskopie“ kennenlernen. Die Wissenschaftlerin kann durch ein neues Verfahren das Geschlecht des Kükens schon im Ei bestimmen. 45 Millionen Küken werden jedes Jahr in Deutschland geschreddert – weil sie das falsche Geschlecht haben. Hähne legen keine Eier, und sie setzen wenig Fleisch an. Schon seit Jahren sucht die Geflügelwirtschaft nach einer Möglichkeit, das Geschlecht weit vor dem Schlüpfen zu bestimmen. Mit „Fluoreszenzspektroskopie“ will Professorin Helene Dörksen die Geschlechtsbestimmung schaffen. Dörksen: „Im Ei entstehen bei männlichen und weiblichen Küken unterschiedliche Hormone. Ohne die Eihaut zu verletzten schicken wir mit einem Lichtleiter durch ein zwei Millimeter großes Loch in der Schale einen Laserstrahl ins Ei, der dort reflektiert wird.“ Mit viel Rechenaufwand gelang es Dörksen (Institut für industrielle Informationstechnik) in den Datenmengen des reflektierten Lichts ein Muster zu erkennen, das Rückschlüsse auf das Geschlecht zulässt. Das Patent auf das Verfahren ist angemeldet.

Demonstration gegen Argrapolitik und für die Zukunft der Landwirtschaft

Landwirte aus dem Kreis Höxter haben vor der Klosterdomäne in Marienmünster am Donnerstag für den Erhalt ihres Berufsstandes demonstriert. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nahm sich Zeit, um mit den Bauern über Existenzsorgen oder fehlenden Berufsnachwuchs zu diskutieren. Die Landwirte beklagten, dass man kaum noch Ställe bauen dürfe, hochqualitative Lebensmittel mit immer neuen Auflagen herstellen solle und kaum noch Geld verdiene. Klöckner stellte sich der Kritik an der Agrarpolitik und erläuterte, dass der Staat die Landwirtschaft sehr stark unterstütze und diese durch zukunftsorientierte Projekte und Digitalisierung sehrwohl eine Zukunft habe.

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