Stadt Holzminden privatisiert Betrieb – Landwirt aus Stahle will mit Metzgern Regionalität retten
Bauer Loges kauft Schlachthof Holzminden

Stahle/Holzminden (WB/rob). Der Stahler Landwirt Oliver Loges will den Schlachthof Holzminden von der Stadt kaufen. Die Stadt Holzminden möchte den bisher eigenen Betrieb an der Steinbreite an „Bauer Loges“ für 50.000 Euro abgeben.

Freitag, 17.07.2020, 19:19 Uhr aktualisiert: 17.07.2020, 19:24 Uhr
Landwirt Oliver Loges aus Stahle kauft den Schlachthof Holzminden. Er will den Betrieb sanieren.Foto:WB
Landwirt Oliver Loges aus Stahle kauft den Schlachthof Holzminden. Er will den Betrieb sanieren.

Das hat der Rat der Stadt Holzminden mit deutlicher Mehrheit beschlossen. Bauer Loges sagte dem WESTFALEN-BLATT, dass so die Regionalvermarktung durch die Gesellschafter der Schlachthofgesellschaft und andere betriebliche Nutzer weiter möglich bleibe. Auch kleine Stückzahlen könnten geschlachtet werden. Loges ist bereits seit drei Jahren Geschäftsführer der Schlachthofgesellschaft der selbstständigen Metzger der Region und will durch den Kauf den Investitionsstau im Gebäude auflösen. „Da wurde seit 30 Jahren nichts gemacht.“

Wichtig war den Holzmindener Politikern, dass ein möglicher Weiterverkauf irgendwann an einen Fleischgroßkonzern und Tönnies-Verhältnisse an der Weser unmöglich gemacht würden. Die Stadt Holzminden bekommt daher ein Rückkaufsrecht „für den ersten Verkaufsfall“, für den Fall also, sollte der Käufer den Betrieb des Schlachthofes einstellen oder die Grundstücke und Gebäude ganz oder teilweise einer anderen Nutzung zuführen wollen.

Die Gesellschafterversammlung muss noch zustimmen. Dann gibt es einen Vertragsabschluss. Oliver Loges erklärte: „Ziel ist, dass Tiere aus der Region der Kreise Höxter/Holzminden weiter ortsnah geschlachtet werden können.“ Im Kreis Höxter gibt es außer Warburg keine Schlachthöfe mehr. Viele liefern ihre Schweine oder Rinder zu Tönnies nach Rietberg.

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