Talentierte junge Nachwuchsfahrer trainieren im Kart beim Automobilclub Höxter
Schnelle Jungs träumen von der DTM

Höxter (WB). Das Kart nimmt Fahrt auf, die Reifen quietschen, volle Konzentration im Parcours ist gefragt. Dann die engste Kurve: Etwas zu schnell hineingefahren, drei Pylonen fallen um, das Fahrzeug kommt zum Stehen. Ein Handzeichen vom Fahrer und schon eilen Helfer herbei, schieben das Kart wieder in eine fahrbereite Position und stellen die Pylonen an die mit Kreide markierten Stellen. Weiter geht’s.

Sonntag, 19.07.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 19.07.2020, 22:50 Uhr
Die Corona-Pause ist für die Jugendlichen vom AC Höxter, hier vertreten durch (vorne von links) Lennard, Luca und Mika sowie (hinten von links) Jugendsportleiter Daniel Worms, Jannik und stellvertretender Jugendleiter Marius Buch kurz gewesen. Foto: Greta Wiedemeier
Die Corona-Pause ist für die Jugendlichen vom AC Höxter, hier vertreten durch (vorne von links) Lennard, Luca und Mika sowie (hinten von links) Jugendsportleiter Daniel Worms, Jannik und stellvertretender Jugendleiter Marius Buch kurz gewesen. Foto: Greta Wiedemeier

Szenen wie diese spielen sich fast jeden Samstag nahe der Albaxer Straße in Höxter ab. Die Nachwuchsfahrer des Automobilclubs Höxter haben Glück: Bei ihrem Sport ist kein direkter Körperkontakt von Nöten – deshalb konnten sie schon Ende Mai nach einer zweimonatigen Corona-Pause ihr Kart-Training wieder aufnehmen. Der elfjährige Luca war froh, dass die Zwangspause ein schnelles Ende hatte. Der Motorsport ist das Hobby, in das er normalerweise seine ganze Energie steckt – und das mit Erfolg: Schon mit neun Jahren wurde er Meister in Höxter, belegte den zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften und sicherte sich so einen Rang unter den TOP 50 weltweit.

Premiere im Kart

An seine Premiere im Kart erinnert Luca sich noch bestens: „Das war schon komisch. Ich wusste gar nicht so richtig, was ich machen muss.“ So geht es vielen jungen Fahrern beim AC, doch die vier Jugendtrainer sind gut geschult und wissen, wie sie die Kinder schon mit sieben Jahren an das Kartfahren heranführen können. „Am Anfang laufe ich meist vorweg und die Kids fahren hinter mir her. Über Handzeichen können wir kommunizieren“, erklärt Marius Buch. Er ist stellvertretender Jugendleiter und saß selbst bereits mit fünf Jahren zum ersten Mal in einem Bambini-Kart. Vorsicht und Respekt seien wichtig – der Adrenalinschub, wie er beispielsweise vor Rennen besonders intensiv ist, gehöre aber auch mit dazu. Da sei es auch normal, wenn am Anfang nicht alles klappt: Zwei bis drei Hütchen gehen an jedem Trainingstag kaputt. „Das bleibt nicht aus, wenn hier gut 150 Pylonen aufgebaut sind. Aber wir haben einen großen Vorrat“, sagt Buch und schmunzelt.

Elfjährige haben Routine

Für Lennard, Mika, Jannik und Luca ist das Kartfahren schon Routine geworden: Die Elfjährigen drehten am vergangenen Samstag Runde um Runde, durchfuhren das Pylonen-Kreuz und den darauffolgenden Kreis und versuchten, neue Bestzeiten aufzustellen. Die Strecke variiert dabei von Woche zu Woche: Wie sie beim Rennen aussieht, ist im Vorhinein nämlich auch nicht bekannt. „Da bin ich tatsächlich immer aufgeregter als die Jungs“, gibt Marius Buch zu. Es sei aber immer wieder ein schönes Erlebnis, wenn man sieht, dass die Kinder das, was man ihnen in vielen Trainingsstunden beigebracht hat, auf der Strecke in die Tat umsetzen können. Doch aktuell sind alle Rennen abgesagt – Corona macht dem Rennbetrieb einen Strich durch die Rechnung. „Wir wollen aber im Training bleiben und hoffen auf das kommende Jahr“, sagen die Motorsportler. In zwei Gruppen aufgeteilt, wird das Training der 14 Jugendlichen im Alter von sieben bis 18 Jahren zur Zeit durchgeführt. Die Trainer bauen die Strecke vor dem Training auf und am Ende des Tages wieder ab, um möglichst viele Begegnungspunkte zu vermeiden. Mit der Jugendarbeit gibt es beim AC keine Probleme: „Wir haben so viele Anfragen, dass wir schon einige ablehnen mussten“, so Buch. Aktuell gibt es aber sowieso keine Neuaufnahmen – ebenfalls wegen der Corona-Pandemie.

Traum vom Rennfahrer-Dasein

Den Jungen-Traum vom Rennfahrer-Dasein träumt auch Luca: „Ich will aber nicht zur Formel 1, sondern lieber bei der DTM an den Start gehen“, sagt er. Dort fahren nämlich nicht extra dafür hergestellte Rennwagen, sondern klassische Autos, die von einem Serienfahrzeug abgeleitet sind. „Da fährt man zum Beispiel mit einem Audi oder Mercedes“, erklärt Luca. Auf die Frage, welches Auto er sich selbst denn später gerne mal kaufen würde, gibt es für Luca nur eine Antwort: „Eigentlich hätte ich schon gerne einen Porsche.“ Und wer weiß – als professioneller Rennfahrer könnte er sich diesen Traum vielleicht sogar eines Tages erfüllen.

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