Reaktion auf Freibad-Beitrag in NDR-Sendung „Extra Drei“ – UWG-Kritik am Bäderchef
Freibad-Satire: „Ein herabwürdigender TV-Beitrag“

Höxter (WB/rob). Als wenig amüsante und nicht zündende Satire sowie als oberflächlich recherchiert haben nicht wenige Bürgerinnen und Bürger in Höxter den Beitrag über die Namensfindung für das Hallenbad und das Freibad Höxter in der NDR-Satire-Sendung „Extra Drei – der reale Irrsinn“ empfunden. Richtig witzig fand kaum jemand den groß angekündigten Beitrag, so der erste Eindruck nach WB-Recherchen.

Freitag, 14.08.2020, 22:28 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 22:30 Uhr
Das sanierte Freibad in Höxter vor einigen Tagen. Foto: M. Robrecht
Das sanierte Freibad in Höxter vor einigen Tagen. Foto: M. Robrecht

Die UWG erklärte zu dem NDR-TV-Beitrag vom 13. August in einer Stellungnahme, dass man besonders über den Inhalt und den Auftritt des Stadtkämmerers Lothar Stadermann verärgert sei.

UWG-Frakionschef Georg Heiseke kommentiert seine Bewertung so: „Wer die Sendung gesehen hat, wird sich gefragt haben, wer dem Sender die Informationen zugespielt haben könnte. Das war keine Werbung für unser Freibad, sondern eine Herabwürdigung. Dabei wird die Namensfindung verunglimpft, und damit werden viele, die Vorschläge gemacht haben, durch den Kakao gezogen.“

Verunglimpfung von Höxter

Heiseke weiter: „Der Bäderchef stellt sich vor die Kamera und erklärt, dass dieses Freibad nichts weiter sei als ein Sport- und Funktionsbad, in dem man schwimmen lernen kann. Was für eine blamable Aussage! Dabei ist unser schickes Freibad eine Mischung aus Sport, Spiel- und Freizeitbeschäftigung. Wer das Freibad schon selbst genutzt hat, der wird sicher festgestellt haben, dass neben der Schwimmmöglichkeit auch ausgedehnte Wasserflächen vorhanden sind, wo man nach Herzenslust toben, Ball spielen oder die Breitrutsche herunter sausen kann.“

Heiseke kann den TV-Auftritt in der Form nicht gutheißen: „Auch der Planschbereich für die Kleinen ist mehr eine Spiellandschaft für Eltern mit ihren Kindern. Es gibt Wasserspeier oder Sprudler. Rings um das Bad sind ausgedehnte Liegewiesen, dazu Spielgeräte für die Kinder, Klettertürme, Rutschen und Trampoline. Auch ein Beach- Volleyball-Feld ist vorhanden. Eine tolle Sprunganlage mit Turm rundet das Bild ab. Hier wird nicht nur sportlich gesprungen, sondern hier zeigen die Jungen und Mädchen, dass sie Spass daran haben, irgendwie ins Wasser zu hüpfen. Wir sollten stolz auf unser Freibad sein und es positiv bewerben. Was also treibt den Bäderchef an, solch eine Bewertung für das Bad abzugeben?“

UWG-Vorsitzender Georg Heiseke weist darauf hin, dass man sich den Beitrag in der NDR-Mediathek unter „Extra Drei“ noch einmal ansehen könne.

 

Kommentar

Witz komm raus, du bist umzingelt! Pointen suchte man im TV-Beitrag über die Bädernamen in Höxter vergeblich. Der aufmerksame Zuschauer hatte da mehr erwartet. Der Beitrag war spaßfrei. Gegen gute Satire à la „Heute-Show“ wäre nichts einzuwenden gewesen. Das Freibad war immer für eine Schlagzeile gut. Die Zaunkletterer lassen grüßen. Aber bei der Namenswahl blieb dem Zuschauer verborgen, wo der Witz bei der demokratischen Entscheidung steckte. Handwerklich war das Murks. So geriet der Beitrag zum Rohrkrepierer und beförderte die Politikverdrossenheit. Michael Robrecht

Kommentare

clara  schrieb: 16.08.2020 11:09
Nur eine Ohrfeige
Der Beitrag würdigt keinesfalls die Höxter Bürger herunter, die sehr kreative Vorschläge eingebracht haben. Es zeigt vielmehr eine gewisse Unfähigkeit der Entscheider, sich für einen Vorschlag zu entscheiden. Da fragt man sich, ob der Wettbewerb nur eine Alibi Veranstaltung war oder einfach sehr schlecht durchdacht, wenn man sich am Ende gar nicht zu Hause. Peinlich!
1 Kommentare
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