Dreieinhalbjähriger Kampf der Bürger von Bruchhausen und Ottbergen ist erfolgreich
Kompromiss in Sachen Nethebrücke

Höxter-Bruchhausen (WB). Nach dreieinhalb Jahren ist der Kompromiss gefunden: Die Bürgerinitiative „Nethebrücke Bruchhausen“ präsentierte am Freitag an der alten Brücke das Ergebnis: Eine Behelfsbrücke wird in den kommenden Monaten gebaut. Der Landesbetrieb Straßen NRW wird den Bürgern zudem die neuen Planungen mit drei Varianten für die Brücke im Detail vorstellen. Der Zeitpunkt steht noch nicht fest.

Samstag, 29.08.2020, 09:05 Uhr aktualisiert: 29.08.2020, 09:10 Uhr
Land in Sicht bei der Nethebrücke: Darüber freuen sich (von links): Günter Heinemann (BI), Christian Hasse, Matthias Goeken und Burkhard Schmitz (Bürgerinitiative). Foto: Jürgen Drüke
Land in Sicht bei der Nethebrücke: Darüber freuen sich (von links): Günter Heinemann (BI), Christian Hasse, Matthias Goeken und Burkhard Schmitz (Bürgerinitiative). Foto: Jürgen Drüke

„Nach dreieinhalb Jahren Verhandlungen sind wir nun mit dem Landesbetrieb zu einem Ergebnis gekommen“, stellte Burkhard Schmitz für die Bürgerinitiative bei einem Pressetermin vor Ort heraus. Zwar stehe der Zeitpunkt der umfassenden Baumaßnahme noch nicht fest, doch gehen sie bei der BI von einem Start im kommenden Jahr aus.

Behörden wollten Projekt durchboxen

„Zurückblickend muss gesagt werden, dass es für uns eine erstaunliche Erkenntnis war, wie Behörden ein solches Projekt durchboxen wollten. Das ging an den betroffenen Bürgern vorbei“, kritisierte Günter Heinemann von der BI. „Seit April 2017 haben die Bürger hier gekämpft. Es hat sich gezeigt, dass sich der E insatz für die Sache und für die Belange der Bürgerinnen und Bürger der beiden Ortschaften Bruchhausen und Ottbergen gelohnt hat“, lobte MdB Christian Haase die Geschlossenheit und den Zusammenhalt in Bruchhausen und Ottbergen.

Schmitz und Heinemann bedankten sich für die „permanente Unterstützung“ beim Landtagsabgeordneten Matthias Goeken (CDU) sowie des Bundestagsabgeordneten Christian Haase (CDU). „Unsere beiden heimischen Politiker haben unsere Anstrengungen entscheidend flankiert“, stellte Schmitz heraus. „Wir sind wieder beim Punkt Null angelangt. Doch haben wir jetzt Klarheit“, blickt MdL Matthias Goeken mit der BI zuversichtlich nach vorne.

Die ursprünglichen Planungen standen massiv in der Kritik . Nach dreieinhalb Jahren der Verhandlungen und des Schriftverkehrs mit den Verantwortlichen der neuen Brückenplanung (Stadt, Kreis und Landesbetrieb Straßen NRW) wurden, entgegen der ursprünglichen Planung, nun vier wesentliche Punkte vereinbart.

Die Vereinbarungen

Erstens: Die Brokhusenstraße wird nicht höher geplant. Bei der Durchführung wird darauf geachtet, dass bei Hochwasser vom Silberbach ein ungehinderter Abfluss der Wassermassen gewährleistet ist. Die Stadt Höxter ist für den Hochwasserschutz verantwortlich.

Zweitens: Entgegen der Ursprungsplanung ist während der Bauzeit der neuen Brücke eine Behelfsbrücke für Radfahrer, Fußgänger und den einspurigen Pkw-Verkehr bis 3,5 Tonnen mit einer Ampellösung vorgesehen.

Drittens: Die geplante Erhöhung der neuen Brücke um 169 Zentimeter gegenüber der alten Brücke wird reduziert. Dazu wird der Freibord (Freiraum zwischen dem HQ Wasserspiegel und der Unterkante der Brückenkonstruktion) auf 30 Zentimeter verringert. „Eine verbindliche Aussage zur neuen Brückenhöhe wollte man uns nicht geben“, führte Burkhard Schmitz aus.

Viertens: Der Vorplatz zur Hofeinfahrt eines landwirtschaftlichen Betriebs wird nun so geplant, dass der Anlieger mit seinen landwirtschaftlichen Fahrzeugen problemlos auf sein Grundstück fahren kann.

Günter Heinemann betonte: „Wir haben Kompromisse gefunden. Ein Gerichtsverfahren hätte wahrscheinlich ein Planfeststellungsverfahren ausgelöst. Dieses hätte die Baumaßnahme um Jahre verzögert.“ Das habe der zuständige Richter vom Verwaltungsgericht Minden angedeutet. „Nun sollte die neue Planung schnell erfolgen“, so Matthias Goeken.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

 

Die Planung für die neue Nethebrücke am Ortseingang von Bruchhausen war an den Bürgern vorbeigegangen. Nach dreieinhalb Jahren Einsatz, Kampf und sehr viel Ärger ist nun der Kompromiss gefunden.

Es war der 3. April 2017, als das Projekt neue Nethebrücke vorgestellt wurde. Der Baubeginn sollte wenige Monate später erfolgen. Die vorhandenen Infrastruktur in beiden Ortschaften hätte unter anderem großen Schaden genommen. Die Bruchhäuser und Ottberger haben zusammengehalten und an einem Strang gezogen. Der Gang bis zum Verwaltungsgericht Minden wurde nicht gescheut. Der Kampf hat sich gelohnt. Jetzt wird alles gut. Die Nethebrücke kann gebaut werden.

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