Nach Bürgermeisterwahl: Fraktionschefs setzen auf gemeinsame Arbeit
Aufbruchstimmung in Höxter

Höxter (WB). Die Nacht war für den Sieger und den Verlierer kurz: Für Daniel Hartmann, frisch gewählter Bürgermeister von Höxter, und den unterlegenen Daniel Razat hat der Tag am Montag früh begonnen. Die Analyse des Wahlsonntags war angesagt. Die Fraktionschefs des neuen Rats in Höxter setzen auf einen neuen Stil im Umgang. Der fast einhellige Tenor: „Gemeinsam bringen wir viel voran. Der Stil muss und wird sich ändern.“

Dienstag, 29.09.2020, 04:10 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 10:22 Uhr
Am Montagnachmittag vor dem Historischen Rathaus: Daniel Hartmann präsentiert ein Wahlkampf-Plakat und freut sich auf sein neues Amt. Der neue Chef im Rathaus stellt heraus: „Ich will der Bürgermeister für alle sein.“ Foto: Jürgen Drüke
Am Montagnachmittag vor dem Historischen Rathaus: Daniel Hartmann präsentiert ein Wahlkampf-Plakat und freut sich auf sein neues Amt. Der neue Chef im Rathaus stellt heraus: „Ich will der Bürgermeister für alle sein.“ Foto: Jürgen Drüke

Nach dem spannenden und langen Wahlabend war es am Montag fast der durchgängige Tenor, dass es in der Kreisstadt vorangehen müsse. Daniel Razat, der sich bereits am Vorabend als fairer Verlierer gezeigt hatte, brachte es auf den Punkt: „Eine Blockadepolitik bringt Höxter nicht weiter.“ Die Fraktionen im Rat und die beiden Wählergemeinschaften UWG und BfH sollten für und nicht gegen den Bürger entscheiden.“

Allen die Hand reichen

Der neue Bürgermeister Daniel Hartmann hatte wie Razat bereits im Wahlkampf betont, wie wichtig es ist, dass alle an einem Strang ziehen. „Als Bürgermeister werde ich allen die Hand reichen. Dann können wir einiges auf den Weg bringen. Das sollte parteiübergreifend geschehen.“ Die Bürgerbeteiligung sei ein Muss. „Das Medienkonzept, die Weiterentwicklung der Schulen, das Sportstättenkonzept, die Landesgartenschau und die Wirtschaftsförderung sind das Zukunftsprogramm für Höxter. Als Team werden wir an den Aufgaben wachsen und die Herausforderungen meistern.“ Im Wahlkampf habe er gesehen, dass Höxter und seine zwölf Ortschaften eine große Vielfalt bieten. Es gelte die ehrenamtliche Arbeit, den Tatendrang, die Bildung und die Ideen der Bürger weiter zu fördern. Die Wirtschaftsförderung sei wichtig und der Motor für die Entwicklung Höxters. Gespräche habe er in den zwei Wochen des Stich-Wahlkampfs in alle Richtungen geführt. Das Echo aus den Ratsfraktionen sei meistens positiv gewesen. „Der Führungsstil wird sich in der Verwaltung und im Rat ändern. Ich will ein Bürgermeister für alle Bürger sein.“

Ludwig enttäuscht

Günther Ludwig, zukünftiger CDU-Fraktionschef, musste die Niederlage des von seiner Partei unterstützten Daniel Razat erst einmal verdauen: „Es ist schade, dass der gute Wahlkampf nicht belohnt worden ist.“ Der neue Bürgermeister müsse Führungsstärke zeigen. „Wir wollen mit Daniel Hartmann vertrauensvoll und im Wohle der Stadt zusammenarbeiten.“

„Wir sind froh, dass der von uns unterstützte Daniel Hartmann die Wahl gewonnen hat“, sagte der künftige SPD-Fraktionschef Günter Wittmann. Jetzt setze seine Fraktion auf vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und aller im Rat vertretenen Gruppierungen, außer der AfD. „Einen Kooperationsvertrag werden wir mit der CDU diesmal nicht eingehen. Die SPD will ihre sozialdemokratische Handschrift wiedererkennen“, stellte Wittmann klar. „Wir stehen für alle Projekte, die vor der Kommunalwahl beschlossen worden sind. Sie bringen Höxter nach vorne.“

Sachbezogene Zusammenarbeit

Ralf Dohmann, Fraktionschef der BfH, analysiert: „Es war das zu erwartende Kopf-an-Kopfrennen. Daniel Hartmann hat gewonnen und muss nun beweisen, dass er Führungsstärke besitzt und einen neuen Stil, den Höxter unbedingt braucht, einführt. Wir wollen dabei helfen und setzen auf eine sachbezogene Zusammenarbeit.“

Georg Heiseke, Fraktionschef der UWG, stellt heraus: „Wir hatten im Vorfeld der Stichwahl mit beiden Kandidaten gesprochen. Daniel Hartmann wird ein guter Bürgermeister. Der Rat setzt sich neu zusammen. Die Groko wird es nicht mehr geben. Darin besteht eine große Chance. Wir werden unseren Anteil dazu beitragen, dass es voran geht.“

Keine eindeutigen Mehrheiten

Ludger Roters von Bündnis 90/Die Grünen: „Im neuen Rat wird es keine eindeutigen Mehrheitsverhältnisse geben. Daniel Hartmann ist der richtige Bürgermeister, weil er unabhängig und entgegenkommend ist. Er kann führen und vermitteln. Die Landesgartenschau ist eine große Chance für Höxter.“

Ratsherr Marin Hillebrand von der FDP sagt: „Daniel Hartmann und Daniel Razat waren in vielen Punkten deckungsgleich. Jetzt arbeiten wir mit Daniel Hartmann zusammen. Gemeinsam sind wir stark. Es geht um Höxter.“

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Der Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in Höxter ist Geschichte. Die Reaktionen aus den Fraktionen und Wähler-Gemeinschaften fallen am Tag danach durchweg positiv aus. Daniel Hartmann wird viel zugetraut. In den zukünftigen Bürgermeister werden große Hoffnungen gesetzt. Eine Aufbruchstimmung macht sich breit.

Höxter ist bereit für den Neuanfang. Das ist die Botschaft nach der Wahl. Wenn selbst die CDU, die Daniel Razat unterstützt hat, dem neuen Rathauschef eine konstruktive Politik zum Wohle unserer Stadt wünscht und ihre konstruktive Mitarbeit zusagt, dann scheint eine Zeitenwende eingeläutet.

Höxter kann mehr. Das war das Wahlkampf-Motto von Daniel Hartmann. Der faire Wahlkampf zwischen ihm und Daniel Razat war ein Beweis dafür, dass Höxter in der Tat anders kann. Zustimmung für den Kontrahenten ist kein Zeichen von Schwäche. Es geht schließlich um Höxter und die Bürger dieser Stadt.

Höxter kann mehr. Ein Bündnis zwischen den Bürgern, der Verwaltung, dem Rat und der Wirtschaft ist von beiden Bürgermeisterkandidaten im Wahlkampf angeregt worden. Das wäre ein großer Schritt. Die Landesgartenschau und die Großprojekte fordern alle. Der ­faire Wahlkampf zwischen Razat und Hartmann war ein starkes Signal. Höxter kann mehr. Den Worten müssen Taten folgen.

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