Höxters Landrat Friedhelm Spieker feiert seinen Abschied im kleinen Kreis in Marienmünster
Ein „Super-Typ“ tritt in den Ruhestand

Marienmünster (WB/thö). Im Corona-bedingt kleineren Kreis mit gut 100 geladenen Gästen hat Höxters Landrat Friedhelm Spieker in der Kulturscheune Marienmünster seinen Abschied gefeiert.

Montag, 12.10.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 06:40 Uhr
Abschied in den Ruhestand im Kreise von Familie und Weggefährten (von rechts): Regierungspräsidentin Judith Pirscher, Spiekers Sohn Christoph, Ex-Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Friedhelm und Ilona Spieker, ihre Tochter Kerstin, Schwiegersohn Fabian und Kreisdirektor Klaus Schumacher. Spieker war elf Jahre Landrat des Kreises. Foto: Marius Thöne
Abschied in den Ruhestand im Kreise von Familie und Weggefährten (von rechts): Regierungspräsidentin Judith Pirscher, Spiekers Sohn Christoph, Ex-Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Friedhelm und Ilona Spieker, ihre Tochter Kerstin, Schwiegersohn Fabian und Kreisdirektor Klaus Schumacher. Spieker war elf Jahre Landrat des Kreises. Foto: Marius Thöne

Er herrschte Maskenpflicht, am Eingang überprüften Mitarbeiter des Kreises die Körpertemperatur jedes Besuchers mit einem Fieberthermometer. Und um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, war die Gästeliste am Freitagvormittag noch ein klein wenig ausgedünnt worden.

Enge Freunde und politische Weggefährten

Gekommen waren schließlich enge Freunde des scheidenden Landrats, politische Weggefährten wie die Bürgermeister der Städte des Kreises, Landräte aus Ostwestfalen-Lippe, die alte und die neue Regierungspräsidentin, Abgeordnete sowie Vertreter von Hilfsorganisationen, Vereinen und Verbänden.

Spiekers Nachfolger, Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln, sprach von einer „erfolgreichen, konstruktiven und überaus harmonischen Zusammenarbeit“, die nun Ende. Spiekers besonderes Anliegen sei stets gewesen, die Interessen des ländlichen Raumes gegen über den „oftmals bevorzugten Metropolregionen“ deutlich vernehmbar zu vertreten. Der scheidende Landrat hinterlasse große Fußstapfen.

Regierungspräsidentin Judith Pirscher verabschiedet Spieker

Im Namen der Landesregierung verabschiedete Regierungspräsidentin Judith Pirscher Friedhelm Spieker in den Ruhestand. „Damit geht viel Erfahrung, viel Wissen aber auch viel Menschlichkeit“, sagte die FPD-Politikerin, die seit zehn Monaten im Amt ist. Spieker habe stets Politik im Interesse der Bürger gemacht. „Beim Ausbau der B64 ging es dir nicht schnell genug. Aber ich versichere dir, wird sind da dran“, so Pirscher, die Spieker erstmals 2002 kennenlernte, als sie als FDP-Landtagsabgeordnete Brakel besuchte, wo Friedhelm Spieker seinerzeit Bürgermeister war. In Sachen Mobilfunkausbau hätten Bezirksregierung und Kreis die Region aus einen guten Weg gebracht. Gleiches gelte für die Schaffung eines Regionalen Bildungszentrums (RBZ) im Kreis. Spieker sei ein Mann, auf dessen Wort man zählen könne, ein starker Vertreter des ländlichen Raumes, fand Pirscher lobende Worte. Kurz: Spieker sei ein „Super-Typ“.

Vize-Landrat Heinz-Günter Koßmann erinnerte an die Erfolge, die Spieker in elf Jahren Amtszeit verbuchen konnte. Er erinnerte an den Breitbandausbau, die Landesgartenschau, von der sich der ganze Kreis Impulse für den Tourismus erhoffe und die erst am Donnerstag gefallene Flughafenentscheidung. „Wir stehen auch in schwierigen Zeiten hinter unserem Regionalflughafen und der Insolvenz in Eigenverantwortung.

Kein Zapfenstreich

Kreisbrandmeister Rudolf Lüke wollte Spieker eigentlich mit einem großen Zapfenstreich verabschieden. „Corona-bedingt hat der nicht stattgefunden“, sagte der Bellerser. Lüke überreichte dem scheidenden Landrat für seine Verdienste um die Feuerwehren im Kreis die silberne Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes.

Kreisdirektor Klaus Schumacher, der den Festakt moderierte, wünschte Spieker noch viele glückliche und gesunde Jahre. Er bedankte sich im Namen aller Mitarbeiter der Kreisverwaltung für die gute Zusammenarbeit. „Unsere Türen sind für dich immer offen“.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Lara-Sophie Kluwe (Klavier) und Franziska Pollmann (Posaune). Poetry-Slamerin Kristin Kieltsch hielt einen dichterischen Rückblick auf Spiekers Berufsleben. Alle drei sind Kulturpreisträgerinnen des Kreises.

Friedhelm Spieker selbst bedankte sich bei seiner Familie und seinen engsten Mitarbeitern, die ihn in seinem Amt unterstützt haben.

Seiner Frau Ilona versprach er, künftig regelmäßiger den Rasen zu mähen. „Im aktiven Dienst war ich schon mal drauf und dran, ein Schaf anzuschaffen“, sagte er.

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