Kommunales Integrationszentrum schult ehrenamtliche Lotsen
30 Sprachen im Kreis Höxter

Höxter (WB). Zuwanderinnen und Zuwanderer stehen anfangs häufig vor dem Problem, die neue Sprache noch nicht zu beherrschen. Um ihnen den Start im Kreis Höxter zu erleichtern, bietet das Kommunale Integrationszentrum seit 2013 einen Sprachlotsenpool an. Dabei handelt es sich um ehrenamtliche Übersetzerinnen und Übersetzer, die in wichtigen Gesprächen ihren Service zur Verfügung stellen. Damit die Sprachlotsen gut auf ihre Übersetzungsaufgabe vorbereitet sind, lädt das Kommunale Integrationszentrum regelmäßig zu Schulungen ein.

Mittwoch, 14.10.2020, 03:00 Uhr
Die Sprachlotsinnen und Sprachlotsen im Kreishaus. Sie bieten ihre Unterstützung bei Gesprächen im gesamten Kreis Höxter an. Dafür werden sie regelmäßig geschult. Mit dabei sind Projektkoordinatorin Elif Bozkurt (links), Dozentin Dr. Natalia Tilton (oben Mitte) und die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Höxter, Filiz Elüstü (rechts). Foto: Kreis Höxter
Die Sprachlotsinnen und Sprachlotsen im Kreishaus. Sie bieten ihre Unterstützung bei Gesprächen im gesamten Kreis Höxter an. Dafür werden sie regelmäßig geschult. Mit dabei sind Projektkoordinatorin Elif Bozkurt (links), Dozentin Dr. Natalia Tilton (oben Mitte) und die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Höxter, Filiz Elüstü (rechts). Foto: Kreis Höxter

13 Übersetzer bei vergangener Schulung

An der vergangenen Schulung nahmen insgesamt 13 der Übersetzerinnen und Übersetzer teil. Gemeinsam mit der Berliner Sprachwissenschaftlerin Dr. Natalia Tilton wurden im Kreishaus sämtliche Themen rund um die Sprachlotsentätigkeit behandelt. Dabei ging es vor allem um die verschiedenen Techniken des Übersetzens, aber auch um das Aufgabengebiet der Sprachlotsen an sich. Die Referentin vermittelte innerhalb der Schulung theoretische Grundlagen verbunden mit Beispielen aus der Praxis. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekamen die Möglichkeit sich auszutauschen, ihre Erfahrungen miteinander zu teilen und voneinander zu lernen.

Der Sprachlotsenpool, der aus Landesmitteln des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration gefördert wird, kann zum Beispiel von Ämtern, Behörden und Institutionen des Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesens für die persönliche Beratung nachgefragt werden. Dazu zählen unter anderem Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Beratungsstellen oder auch gemeinnützige Einrichtungen. „Für Migrantinnen und Migranten, die noch Defizite in der deutschen Sprache vorweisen, sind Behördengänge oder Beratungsgespräche häufig ein Problem. Die Sprachlotsen begleiten sie dabei. Sie möchten damit verhindern, dass ihnen durch die Sprachbarriere ein Nachteil entsteht“, erklärt Kreisdirektor Klaus Schumacher.

Sprachlotsenpool mit 36 Personen

Mittlerweile besteht der Sprachlotsenpool aus 36 Personen, die zusammen neben Deutsch aktuell noch 27 weitere Sprachen vertreten. Um das Angebot noch zu erweitern, sucht das Team des Kommunalen Integrationszentrums ständig nach Verstärkung. „Sprachlotse kann jeder werden. Voraussetzung dafür ist das Beherrschen einer Fremdsprache, mindestens auf dem B2-Niveau. Wer ebenfalls interessiert daran ist, andere Menschen bei ihrem Neuanfang zu unterstützen, ist bei uns herzlich willkommen“, erklärt Projektkoordinatorin, Elif Bozkurt.

Die Tätigkeit der Sprachlotsen erfolgt ehrenamtlich und damit unentgeltlich. Für entstandene Aufwendungen der Übersetzungstätigkeit wird aber eine pauschale Entschädigung gewährt. Dabei handelt es sich um 15 Euro pro angefangene halbe Stunde. Zusätzlich werden die Fahrkosten für öffentliche Verkehrsmittel komplett erstattet und bei einer Fahrt mit dem Auto 0,30 Euro pro gefahrenen Kilometer zwischen dem eigenen Wohnort und der anfragenden Einrichtung.

Kommunales Integrationszentrum koordiniert

Die Einsätze werden vom Kommunalen Integrationszentrum aus koordiniert. Wer die Übersetzungshilfe in Anspruch nehmen möchte, sollte das über den Sprachlotsenpool mindestens fünf Tage vor dem Einsatz mit dem Online-Auftragsformular anfragen. Ausgenommen sind dabei Aufträge von Privatpersonen, Gespräche mit Rechtsfolgen, Einsätze zur Ermittlung von sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen, Arztbesuche sowie die Übersetzung von Schriftstücken. „Unsere Sprachlotsen sind Ehrenamtliche. Bei Terminen mit Rechtsfolge sollte also immer ein vereidigter Dolmetscher beauftragt werden. Die können leider nicht durch das KI gefördert werden“, so Bozkurt.

Weitere Informationen zum Sprachlotsenpool sowie das Auftragsformular sind auf der Internetseite des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Höxter zu finden unter www.integration.kreis-hoexter.de.

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