AfD-Kreisverband plant erneut Kundgebung mit Rechtsaußen in Höxter
Björn Höcke kommt

Höxter (WB/sos). Ende März fiel der Auftritt wegen Corona ins Wasser. Die Kreis-AfD lässt aber nicht locker: Björn Höcke, Galionsfigur der äußersten Rechten in der Partei und des aufgelösten „Flügels“, kommt am Samstag, 5. Dezember, 16 Uhr, nach Höxter – es sei denn, die Pandemie macht erneut einen Strich durch die Rechnung.

Freitag, 16.10.2020, 17:54 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 18:24 Uhr
AfD-Kreisvorsitzender Klaus Meyer (von links), Elia Sievers (Stadtverbandschef Höxter) und Kreis-Pressesprecher Peter Eichenseher im März vor der Stadthalle Höxter. Archivfoto: Michael Robrecht

In der Stadthalle, so wie es im Frühjahr geplant war, soll Höcke, der AfD-Landesvorsitzender in Thüringen und Chef der dortigen Landtagsfraktion ist, gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten und NRW-Landeschef Rüdiger Lucassen auftreten. Thematisch stehen „30 Jahre Wiedervereinigung – Opposition in Ost und West“ im Mittelpunkt.

AfD-Rechtsaußen Björn Höcke spricht am 5. Dezember in Höxter.

AfD-Rechtsaußen Björn Höcke spricht am 5. Dezember in Höxter. Foto: dpa

Für die Höcke-Veranstaltung im März hatte sich im Vorfeld breiter Protest in Höxter formiert. Von der möglichen Aussicht auf erneuten Widerstand lässt sich AfD-Kreisvorsitzender Klaus Meyer nicht ausbremsen. „Noch leben wir in einer Demokratie und haben das Recht auf Meinungsäußerung“, sagt der pensionierte Lehrer. Der Umstand, dass andere dieses Recht nicht respektieren würden, schrecke die AfD nicht ab. „Das hieße ja zu resignieren. Das werden Sie mit mir nicht erleben.“ Mit der Polizei hätten er und seine Mitstreiter im Vorfeld das Sicherheitskonzept für die Veranstaltung erörtert. „Wir haben es in der Kreispolizeibehörde mit absoluten Profis zu tun, die wissen was sie machen.“ Und Corona? Die AfD hält trotz der besorgniserregend ansteigenden Zahlen an der Kundgebung mit Björn Höcke fest. „Wir sind entschlossen, die Veranstaltung durchzuführen und werden uns an die geltenden Hygienevorschriften des Gesundheitsamtes halten“, betont Klaus Meyer. Es sei durchaus damit zu rechnen, dass die Zahl der Teilnehmer drastisch reduziert werden müsse. Derzeit liegt die Höchstzahl der Besucher in der Stadthalle Höxter bei gut 240.

Die AfD wolle, so der Kreisvorsitzende, mit der Kundgebung ein Zeichen der Einigkeit setzen. „Protagonisten beider Strömungen innerhalb der Partei treten gemeinsam auf – das ist ein Alleinstellungsmerkmal.“ Die AfD sei in Umfragen auf einem guten Weg. Die innerparteilichen Streitereien seien überwunden.

Breites Bündnis

Für den Protest gegen den geplanten Auftritt des AfD-Rechtsaußen Höcke Ende März – damals wollte die Partei mit dem umstrittenen Thüringer den kommunalen Wahlkampf eröffnen – hatte sich in Höxter ein breites Bündnis aus Parteien, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Bürgern zusammengeschlossen. Geplant waren ein Demonstrationszug durch die Innenstadt zur Stadthalle und ein Fest auf dem Wall unter dem Leitwort „Höxter zeigt sich – nie wieder Faschismus“. Für die Dezember-Kundgebung wird sich sicher erneut Widerstand formieren.

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