Premiere: Jahrhundertealtes VHS-Gebäude in Höxter bekommt neuen Aufzug für alle Etagen
Grenzenlose Barrierefreiheit

Höxter (WB). Vom Keller bis zum Dach – in der langen Geschichte des VHS-Gebäudes am Möllinger Platz in Höxter wird in den nächsten Monaten ein ­moderner Aufzug eingebaut. Er wird dann alle Etagen erreichen und damit erstmalig seit 1890 (Errichtung der Staatsbauschule) für eine grenzenlose Barrierefreiheit im gesamten Haus sorgen.

Mittwoch, 21.10.2020, 12:56 Uhr aktualisiert: 21.10.2020, 12:58 Uhr
Ein Fachfirma aus der Region kümmert sich um die Dacharbeiten des 130 Jahre alten VHS-Gebäudes in Höxter. Dort wird ein Zugang zum Aufzugschacht gebaut, der in den nächsten Wochen für das neue Modell vergrößert werden muss. Foto: Harald Iding
Ein Fachfirma aus der Region kümmert sich um die Dacharbeiten des 130 Jahre alten VHS-Gebäudes in Höxter. Dort wird ein Zugang zum Aufzugschacht gebaut, der in den nächsten Wochen für das neue Modell vergrößert werden muss. Foto: Harald Iding

„Als die alte Aufzugskabine zerlegt im Innenhof lag, da kam schon etwas Wehmut auf. Auch als die Türen in roter VHS-Farbe dort gestapelt wurden“, verrät Mitarbeiterin Ulrike Rabbe, die in der Verwaltung der Volkshochschule Höxter-Marienmünster mit für die Anmeldungen zuständig ist und direkt am Fenster zum Hof ihren Arbeitsplatz hat.

Doch bei allen Erinnerungen an die bewegten Zeiten des Hauses überwiegt jetzt die Freude auf die neue Aufzuganlage, auch wenn bis zur Fertigstellung des rund 300.000 Euro teuren Bauprojektes der Stadt Höxter (es wird mit Fördermitteln gerechnet) noch Monate der Einschränkungen vor dem gesamten VHS-Team sowie der Städtischen Bücherei und der Musikschule Höxter stehen. Anfang 2021 rechnet die Stadt als Bauherr mit der Inbetriebnahme.

Blick ins Innere: VHS-Gebäude erhält neuen Aufzug auf allen Ebenen

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Alle drei Einrichtungen haben ihre Räume in dem historischen Haus, das vor 130 Jahren nach einem Entwurf des Bauschuldirektors Nausch erbaut worden ist. Es war übrigens die erste Staatliche Baugewerkeschule Preußens. 1895 führte sie den Namen „Königlich Preußische Baugewerkschule”. In den 1930er-Jahren wurde sie in „Höhere Technische Lehranstalt für Hoch- und Tiefbau“ und nach dem Zweiten Weltkrieg in die „Ingenieurschule für Bauwesen“ umbenannt. Später ist sie dann Teil der früheren Fachhochschule geworden.

„Seit 1972 ist die VHS hier zu finden und rund sechs Jahre später auch mit hauptamtlichen Kräften und einer Geschäftsstelle“, betont VHS-Leiter Rainer Schwiete. Dem Land sei es damals wichtig gewesen, dass alle Kommunen eine vierte Säule der Weiterbildung (Erwachsenenbildung) vorhalten – neben Schule, Berufsausbildung und Hochschule. In dieser Zeit sei sicherlich auch der Aufzug installiert worden, schätzt Schwiete.

Schacht wird vergrößert

Den alten Aufzug („Typ 8088, Firma Thyssen) überhaupt zu erreichen, der nicht bis zum Dachgeschoss führte, weil dort die Aufzugstechnik mit Seilen und Antriebsmotor verbaut war – das ist für gehbehinderte Menschen oder auch Rollstuhlfahrer alles andere als leicht und manchmal sogar unmöglich gewesen.

Die frühere Baugewerke­schule, die von jungen Studenten und vom Lehrpersonal genutzt wurde, zeichnet ein Treppenhaus mit sehr vielen Stufen aus. „Barrierefreiheit wie heute kannten sie damals nicht“, so Schwiete.

Im Keller wurde trotz Aufzug extra ein zusätzlicher Treppenlift eingebaut, weil die Tür für den Seiteneingang (vom Hof aus) oft zu eng für die großen Rollstühle war und man nur durch die hintere Haupttür (Hof) über die Treppe per Lift nach unten gelangte. Kellergeschoss, Erdgeschoss, 1., 2. und 3. Obergeschoss – sie sollen bald alle per Aufzug zu erreichen sein. Zudem wird ein sechster Halt eingebaut – auf Höhe des Hofeingangs. Insgesamt muss der Schacht in der Breite vergrößert werden (rund 1,5 Meter). Deswegen fällt ein Raum der VHS-Geschäftsstelle weg und in oberen Etagen reduziert sich die Zahl der Toiletten. Schwiete: „Dafür wird dieses Haus komplett barrierefrei – und damit auch zukunftsfähig!

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