„Leader“-Projekt macht fit für die digitale Zukunft – Chance in der Pandemie
Idylle und Moderne gehen zusammen

Kreis Höxter (WB). Beeindruckende Landschaften, viel Natur und Ruhe auf der einen Seite, steigender Altersdurchschnitt, Abwanderung und schwindende Infrastruktur auf der anderen Seite: Die demografische Entwicklung stellt Kommunen im ländlichen Raum vor große Herausforderungen. Werden die Dörfer in der heimischen Region abgehängt?

Montag, 26.10.2020, 21:18 Uhr aktualisiert: 26.10.2020, 21:20 Uhr
In Wormeln rüstet sich die Dorfgemeinschaft ebenfalls für digitale Herausforderungen (von links): Ortsvorsteher Willi Menge, Gerd Thöne, Jonas Kirschner am Laptop und der zukünftige Ortsvorsteher Roberto Fiesseler informieren sich über das „Leader“-Projekt. Foto: Frank Grawe
In Wormeln rüstet sich die Dorfgemeinschaft ebenfalls für digitale Herausforderungen (von links): Ortsvorsteher Willi Menge, Gerd Thöne, Jonas Kirschner am Laptop und der zukünftige Ortsvorsteher Roberto Fiesseler informieren sich über das „Leader“-Projekt. Foto: Frank Grawe

Im Gegenteil: Gute Chancen für die Zukunft bietet den Bewohnern der digitale Fortschritt, wie das mit 223.721 Euro für drei Jahre von „Leader“ geförderte Projekt „Dorf.Zukunft.Digital“ unter Beweis stellt. Mit von der Partie sind alle zehn Kommunen im Kreis Höxter. Bis zum Jahr 2022 tauchen unter der Federführung des Projektträgers der Volkshochschule Diemel-Egge-Weser in Warburg 30 Dörfer von Albaxen über Bökendorf bis nach Welda tief in digitale Welten ein, um zu zeigen, dass sich idyllisches Landleben und moderne Gesellschaft nicht ausschließen.

Digital-Experten arbeiten ehrenamtlich

„Die Dörfer im Kreis Höxter leben nicht hinter dem Mond und auch nicht im digitalen Nirwana“, hat Projektmanagerin Heidrun Wuttke erfahren. Die Wahl-Höxteranerin will die Orte im Kreis mit Hilfe ausgebildeter ehrenamtlicher „Digital-Experten“ fitmachen. Die Wissensvermittlung – verantwortlich zeichnet dafür die VHS Diemel-Egge-Weser – umfasst viele Facetten der digitalen Anwendungen, seien es Erstellung von Websites, Online-Recherchen, Datensicherheit, Social Media oder sichere Verwaltung von Passwörtern sowie Downloaden von interessanten Apps und Cloud-Lösungen.

Die „Digital-Experten“ geben ihr Wissen an die Dorfgemeinschaft weiter. „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe“, betont Heidrun Wuttke. Durch entsprechendes, ebenfalls von „Leader“ unterstütztes, IT-Equipment in den Bürgerhallen lässt sich das Gelernte direkt vor Ort erproben. VHS-Leiter Dr. Andreas Knoblauch-Flach: „Durch die Digitalisierung haben wir ein gutes Mittel zum Zweck, nämlich die Dorfgemeinschaft wesentlich zu stärken und die Teilhabe am gesellschaftlichen Umfeld zu gewährleisten“. Diese Teilhabe beziehe sich nicht nur auf Senioren, sondern auch auf Berufspendler, die immer weniger vor Ort sind, und auch auf Studenten und Zugezogene, die wissen wollen, was sich im Dorf abspielt.

150 Orte nutzen Dorf-News

„Mit dabei sind Bürger von 18 bis 70 Jahren“, freut sich Knoblauch-Flach. Wichtig sei, ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Dorfbewohnern zu pflegen und diese bei der digitalen Entwicklung nicht alleine zu lassen.

150 Orte nutzen deutschlandweit die Dorf-News. „Wenn jemand beim Umzug Hilfe oder eine Mitfahrgelegenheit benötigt, leistet diese App wertvolle Dienste“, so Knoblauch-Flach. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Rückzug ins Private entwickelten sich mit Hilfe der Digitalisierung mehr Möglichkeiten, Kontakt zu halten, den Alltag zu organisieren und den Zusammenhalt zu stärken.

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